"Impro-Theater ist immer ein Adrenalinkick"

Die „Steife Brise“ ist Hamburgs Vorzeige-Truppe im Impro-Theater. Im Interview erzählt Ensemblemitglied Nadine Antler, warum gerade dieses Genre so reizvoll ist – und was Zuschauer in einer Vorstellung erleben können.

Nirgends ist der Zuschauer so involviert, wie beim Impro-Theater: Es ist schnell, laut und eine ganz eigene Form von Theater. Doch warum ist Impro-Theater überhaupt so reizvoll? Und was erleben Zuschauer, die eine Vorstellung besuchen? Wir haben mit Nadine Antler, Ensemble-Mitglied von Steife Brise, darüber gesprochen.

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„Liquid Stories“ ist eine neue Art des Impro-Theaters, das ihr unter dem Namen Underdogs im Lichthof spielt. Was zeichnet diese Reihe aus?
Nadine Antler: Die meisten verbinden mit diesem Genre schnelle, harte Comedy, aber gerade Impro bietet so viele unterschiedliche Möglichkeiten, theatral und lebendig zu erzählen. Bei Liquid Stories stellen wir nicht die Komik des Moments in den Mittelpunkt, denn die ist sowieso immer da und muss nicht immerzu betont werden. Sondern wir wollen auch mal ein Thema länger gemeinsam mit dem Publikum bearbeiten. Improvisiertes Theater funktioniert nach den gleichen Bühnengesetzen, dem gleichen Bühnenhandwerk wie beim Theater – nur adaptieren wir kein bereits geschriebenes Stück, sondern das Stück entsteht auf der Bühne.

Nadine Antler spielt und konzeptioniert bei der Steifen Brise (© Steife Brise )

Was ist der Reiz zu improvisieren?
Für mich ist spannend, dass ich auf der Bühne nie weiß, was als Nächstes passiert. Es ist immer ein Adrenalinkick. Und es ist live wie kaum etwas anderes und für das Publikum deshalb auch eine ganz besondere Erfahrung. Hier dürfen Fehler passieren. Denn im Gegensatz zu der Gesellschaft, in der wir leben, muss hier nicht alles perfekt sein. Neues entsteht nur, wenn man neue Weg geht und auch mal in einer Sackgasse landet. Und genau das ist Impro. Ich weiß nicht, wo es hingeht und plötzlich bleibe ich mittendrin stecken, muss die Kurve wieder kriegen und weitermachen. Und finde unter Umständen etwas ganz Neues.

Geht es beim improvisierten Theater nur um den Moment oder stecken auch Inhalte dahinter?
Antler: Ich liebe es, Themen, die mich umtreiben in ein Showkonzept zu bringen. Zum Beispiel in unserer Show „W3r b1n 1ch?“ hacken wir das Publikum mit dem Ziel, dass die Zuschauer über ihren Umgang mit den eigenen Daten nachdenken.

Verrückter Impro-Slam im Imperial Theater (© Fabian Hammerl )

Die Formate, die ihr spielt sind sehr unterschiedlich. Was kann sich der Zuschauer unter den einzelnen Veranstaltungen vorstellen?
„Improslam“ ist ein Format, bei dem drei Improspieler gegen den Großmeister mit Szenen antreten, um ihn vom Thron zu holen. Meist sehr spritzige Kurz-Formate und Spielformen und eine sehr rasante Show. Im Imperial Theater spielen wir regelmäßig „Morden im Norden“, das ist unser Improkrimi, bei dem über den ganzen Abend hinweg an einer Geschichte improvisiert wird. Dabei darf das Publikum gemeinsam mit dem Kommissar ermitteln. Ein schönes, längeres Format für Krimi-Liebhaber. Ein Abend mit internationalem Gefühl ist der „World Impro“ im Monsun Theater. Das ist unsere englischsprachige Show, bei der wir einige der weltbesten Improspieler einladen, um ihre Formate dem Hamburger Publikum zu präsentieren und auch gemeinsam mit uns auf der Bühne zu stehen.

Danke für das Gespräch!

Probiert einfach mal aus, welche Show für euch die Richtige ist, denn es macht einen Mordsspaß!

Die nächsten Termine der Steifen Brise:
Improslam im Imperial Theater am 25.10.
Liquid Stories im Lichthof am 28.10.
Improkrimi „Morden im Norden“ im Imperial Theater am 14.11.

Weitere Infos und Termine findet ihr auf der Internetseite von Steife Brise.

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