(© Planungsbüro Bunker )

Immer Ärger an der Feldstraße: Dachgarten-Bunker vor dem Aus?

Kippt das Millionenprojekt kurz vor der Finalisierung? Ein Hamburger hat Klage gegen den Bezirk Mitte erhoben. Der Grund: die geplante Aufstockung des Bunkers an der Feldstraße.

Betonsanierung, Starkwind, Wasserschaden, Zerwürfnis mit dem Investor, schließlich Corona – immer wieder sorgten unvorhergesehene Situationen am Feldstraßen-Bunker für eine Verschiebung des Zeitplans. Im April 2017 hieß es: Baugenehmigung erteilt! Seither tat sich einiges auf der Baustelle: Das erste der insgesamt fünf geplanten neuen Stockwerke steht, die Bäume zur Begrünung des einmaligen Dachdschungels gedeihen in der Baumschule und warten auf ihren Einsatz. Nach letztem Stand war die Eröffnung für 2021 angesetzt. Nun liegt ein neuer Stein im Weg des Bauvorhabens: eine Klage beim Hamburger Verwaltungsgericht.

Baugenehmigung nicht rechtmäßig?

Anwohner und Stadtplaner Mario Bloem hat Klage gegen den Bezirk Mitte erhoben – und das schon im April 2018. Wenn es nach Bloem geht, ist die Genehmigung zur Aufstockung alles andere als rechtens. Er beruft sich auf den Paragraphen 34 des Baugesetzbuches (BauGB), der besagt, nach dem ein Bauvorhaben zulässig ist, "wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt". Dies sei bei einem Gebäude, das mit 58 Metern mehr als dreifach so hoch geplant ist wie die umliegende Bebauung (etwa 16 Meter Höhe), nicht der Fall. Die Situation fordere ein Bebauungsplan-Verfahren, durch das sich Bürger beteiligen können.

Projekt polarisiert seit Beginn

Schon in der Planungsphase hagelte es massive Kritik am Projekt Grünbunker. Der schließlich doch erteilten Baugenehmigung gingen drei Jahre Streit voraus: Anwohner sorgten sich um Verschattung und Eventisierung des Viertels, für die Linke ist das Millionenvorhaben unverhältnismäßig und die Feldbunker Initiative formierte sich. Auf der anderen Seite freut sich der Verein Hilldegarden auf den neuen Stadtgarten. Seitens Frank Schulze, Sprecher der Bunkeraufstockung, erfolgte kein Kommentar. Stimmen hinter den Kulissen halten es laut Hamburger Abendblatt unwahrscheinlich, dass das Projekt im jetzigen Zustand noch gekippt wird. Die endgültige Entscheidung wird das Gericht fällen. Am 15. Juli kam es noch nicht zu einem Urteil. Bloem reichte zusätzlich eine Befangenheitsklage gegen den Richter ein, die nun zuerst geprüft wird. Die Bauarbeiten laufen so lange weiter.

Nicht nur in der Schanze: Bunker in Hamburg

Auch wenn jener an der Feldstraße wohl der prominenteste der Stadt ist – es gibt so einige Bunker in Hamburg! Rund 700, um es genau zu nehmen. kiekmo zeigt, wie kreativ die die Stadt die einstigen Schutzräume heute nutzt.

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