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Igel-Ambulanz in Stellingen: Hilfe für kleine Stacheltiere

Wenn ihr kranke oder verletzte Igel findet, könnt ihr sie in die Igel-Ambulanz von Sigrun Goroncy in Stellingen bringen – die Expertin hat schon Tausenden Stacheltieren das Leben gerettet.

In den Wintermonaten haben Sigrun Goroncy und ihre Mitstreiter immer alle Hände voll zu tun: Viele Hamburger bringen kranke oder verletzte Igel in ihre Notfallambulanz in Stellingen. Eigentlich sollten die süßen Stacheltiere jetzt Winterschlaf halten. Wenn ihr beim Spazierengehen oder bei euch im Garten herumlaufende Igel seht, ist das ein Alarmsignal.

Igel finden nicht genügend Nahrung

"Viele Igel, vor allem die kleinen leiden unter Nahrungsmangel. Oder sie sind krank", erklärt Sigrun Goroncy. Während des Winterschlafs sollte ein junger Igel zwischen 600 und 700 Gramm wiegen. "Vor einigen Tagen kam ein kleiner Igel in unsere Ambulanz, der gerade mal 224 Gramm wog", erzählt Sigrun Goroncy. Was also tun, wenn ein herumirrender Igel euren Weg kreuzt? Tipp der Expertin: Mit Lederhandschuhen lassen sich die Stacheltiere wunderbar hochnehmen. Habt ihr gerade keine an den Händen, tut es auch ein Schal oder einfach ein kleiner Haufen Laub. So bringt ihr den Igel zum Beispiel in die Igel-Notfallambulanz. Ist der Zustand des Tiers nicht allzu kritisch, geben die Experten euch Tipps – ihr könnt euren Findling dann zu Hause selbst versorgen. Ist das Stacheltier schwer verletzt oder sehr krank, wird es in der Igelstation gesund gepflegt und dann wieder in die Natur entlassen.

Das Igelkomitee gibt es in Hamburg seit 20 Jahren

Das Igelkomitee mit der Erste-Hilfe-Ambulanz besteht in Hamburg seit nunmehr 20 Jahren. Vorher befand sich der Verein in Hannover, Sigrun Goroncy hat ihn 1998 übernommen und in Hamburg weitergeführt. Mittlerweile zählt der Verein 360 Mitglieder. Wie kam Sie dazu, den unter Naturschutz stehenden Tieren zu helfen? "Vor rund 43 Jahren habe ich in Hamburg einen kranken Igel gefunden", berichtet Sigrun Goroncy. "Ich habe recherchiert und einfach niemanden gefunden, der dem armen Tier helfen konnte. Mit dem Igelkomitee gibt es in Hamburg eine sichere Anlaufstelle für alle, die schwachen oder verletzten Igeln helfen möchten."

So könnt ihr den Igeln beim Überwintern helfen

Häuft sich in eurem Garten Laub, erweist ihr den Igeln in eurer Nachbarschaft einen großen Dienst, wenn ihr es bis zum Frühling liegen lasst. Denn Laub- und auch Komposthaufen sind für die Stacheltiere eine wichtige Nahrungsquelle – und ein guter Ort für ihr Winterschlafnest. "Unsere Gärten müssen naturfreundlicher werden", sagt Sigrun Goroncy. "Wer den Igeln helfen will, sollte Reisig-, Kompost- und Laubhaufen möglichst nur im Juni vorsichtig umsetzen und ansonsten liegen lassen." Also liebe Tierfreunde, erlaubt euch künftig ruhig ein bisschen Unordnung im Garten!

Infos: Igelkomitee Hamburg, Flaßheide 42, 22525 Hamburg; Notfalltelefon: 040/5 40 48 07, täglich erreichbar 9 bis 20 Uhr

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