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HVV wird teurer: Stärkste Fahrpreiserhöhung seit Jahren

Wenn es nach dem Willen des HVV geht, sollen die Fahrkartenpreise für Bus und Bahn in Hamburg um durchschnittlich 2,1 Prozent steigen. Das wäre die stärkste Preiserhöhung seit vier Jahren.

Einige Ticketpreise sollen ab dem 1. Januar .2019 sogar um bis zu 9 Prozent steigen. Für die 9-Uhr-Tageskarte für Kinder müssten damit zukünftig im Gesamtbereich zum Beispiel ganze 5 Euro statt wie bisher 4,60 Euro gezahlt werden. Auch Inhaber eines vom Arbeitgeber bezuschussten Jobtickets werden in Zukunft wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Auf alle Profitickets mit drei Tarifringen sollen pauschal 5 Euro draufgeschlagen werden. Einzeltickets im Großbereich werden dagegen weiterhin gleich viel kosten.

Die Entscheidung über den Antrag des HVV liegt beim Hamburger Senat sowie den politischen Gremien der angrenzenden Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass der HVV bei seinen Preiswünschen auf viel Widerstand stößt. Zwar lehnt die Hamburger Opposition die Preiserhöhung ab. Sie sei "weder nachvollziehbar noch verständlich, weil die Preisermittlung durch ein undurchsichtiges Indexsystem erfolgt“, so Ewald Aukes, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, im Hamburger Abendblatt. Und CDU-Verkehrspolitiker Dennis Thering gibt zu Bedenken: "Wer den Kampf gegen die 'Staustadt Hamburg' gewinnen will, darf bei den Öffis nicht ständig kräftig an der Preisschraube drehen." In den vergangenen Jahren wurden die Anträge des HVV aber immer abgesegnet - ganz gleich, wer regierte.

(© HVV )

So erklärt der HVV die Preiserhöhung

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die für dieses Jahr prognostizierte Inflationsrate liegt bei 1,9 Prozent. Ein Großteil des Preisanstiegs erklärt sich also durch die allgemeine Steigerung der Verbraucherkosten. HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner argumentiert auch mit den gestiegenen Kosten für Diesel und Strom sowie Personal. Ein wichtiger Grund ist mit Sicherheit auch die starke Ausweitung des HVV-Angebots ab Dezember. Busse und Bahnen werden länger und fahren auf einigen Strecken häufiger.

Dennoch zeigen viele andere deutsche Großstädte, dass es auch anders geht. Im Kampf gegen den Klimawandel und die Luftverschmutzung versuchen sie, den öffentlichen Nahverkehr durch niedrige Preise attraktiver zu gestalten. In Stuttgart beispielsweise sinken die Fahrpreise de facto sogar. Auch bei uns keimte zwischendurch kurz die Hoffnung auf, der öffentliche Nahverkehr könnte in Zukunft kostenlos werden. Daraus wird aber erstmal nichts.

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