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HSV vs. St. Pauli: 10 Gründe, warum wir kein Hamburger Stadtderby brauchen

Der Aufstieg ist vergeigt. Der HSV bleibt in der zweiten Bundesliga. Wie auch der FC St. Pauli. Gibt also wieder zwei Derbys. Muss das sein? Wir nennen euch 10 Gründe, warum wir dieses Derby eigentlich nicht brauchen.

1. Zwei Meister sind besser als einer

Titel sind ja ziemlich rar in Hamburg. Der HSV hat seit 32 Jahren nichts gewonnen. Und St. Pauli? Nun ja, seit Bestehen der Bundesliga noch nie was. Da würden wir Hamburger doch glatt das winzige Schälchen für den Zweitligameister feiern. So richtig mit Rathausbalkon oder Reeperbahn. Dass jetzt beide noch ein weiteres Jahr in einer Liga kicken, macht die Titeljagd allerdings nicht leichter. Kann schließlich nur einer von beiden Meister werden. Wir wollen kein Derby, sondern zwei Meister aus Hamburg. Groß denken!

2. Nicht mal echtes Bier im Stadion

Es geht nichts über eine gepflegte Hopfenkaltschale im Stadion. Unten auf dem Rasen ackern die durchtrainierten Jungs, auf der Tribüne arbeiten wir an unserer Plauze. Dumm nur, wenn schon wieder Stadtderby ist. Denn dann kommt nur alkoholfreie Plörre in die Becher. Von wegen Risikospiel und so. Schmeckt uns gar nicht. Und macht es noch schwieriger, das oft unsägliche Zweitliga-Gebolze da unten zu ertragen. Stadtderby? Prost, Mahlzeit.

3. Und dieses Grauen am Tag danach

Na, auch schon mal ein Derby verloren? Dann kennt ihr das. Den Hohn und Spott am Tag danach. Kollegen, die ausnahmsweise mal vor euch im Büro aufschlagen. Nur um schon grinsend dazusitzen, wenn ihr Loser gesenkten Hauptes reinschneit. Da präsentieren sie dann den mit Totenkopf verzierten Hoodie oder das Polo mit kleiner Raute drauf. Dazu Schmähgesänge auf den Weg zum Klo. Ein Spießrutenlauf. Mobbing. Braucht kein Mensch, diesen Derby-Downer. Wir verlieren lieber gegen Bayern oder Bochum – als im Derby.

4. Das wahre Derby stinkt nach Fisch

St. Pauli und der HSV – irgendwie ist das doch eine absurde Rivalität, oder? Schließlich lassen sich die Jahre, in denen die beiden Hamburger Clubs gemeinsam in der Bundesliga spielten, an einer Hand abzählen. Nein, der echte Gegner des HSV sitzt schon seit Jahrzehnten rund hundert Kilometer weiter südlich. Und, auch wenn es kein Bremer wirklich zugeben mag: Werder langweilt sich da oben in der Bundesliga. So ohne den verhassten HSV. Das ist das Nordderby, das wir brauchen. Da steckt Leidenschaft drin. Wegen versauter Triumphe. Wegen Papierkugeln. Wegen Tim Wiese! Ehrliche, gewachsene Abneigung. Nicht herbei geschrieben. Was ist grün und stinkt nach Fisch? Genau. Nicht St.Pauli.

5. Wer soll das denn noch bezahlen?

Also jetzt mal Butter bei die Fische: Wer soll das denn noch bezahlen? Top-Zuschlag für mittelmäßigen Zweitligafußball! Fast einen Hunderter mussten einige Fans hinlegen, um im Herbst 2018 bei einem grausamen 0:0 im Derby die Fehlpässe eines Aaron Hunt und Stockfehler eines Marvin Knoll zu bewundern. Beim Rückspiel am Millerntor riefen die Ticket-Abzocker einer Onlineplattform 3.800 Euro für eine Karte auf. Lasst gut sein. Gegen Bielefeld ist billiger.

6. Ihr wollt ein Derby? Dann geht doch Regionalliga gucken!

Hamburg wird immer ganz fiebrig, wenn die Kiezkicker auf die Rothosen treffen? Echt? Ansichtssache! Denn es gibt es doch längst ein Derby! Kriegt irgendwie nur kaum einer mit. Ja, wer unbedingt zu HSV gegen St. Pauli will, kann das seit Jahren. In der Regionalliga. Zum Beispiel an der Hagenbeckstraße, wo die Zwote des HSV spielt. Zweimal im Jahr kommen die Braun-Weißen vorbei. Ne Wurst und (echtes) Bier gibt's auch. Das reicht doch wohl.

7. Und ewig zündeln die Pyromanen

Habt ihr diese Pyromanen am Millerntor gesehen. Beim letzten Derby. In einem Block, in dem auch Kinder stehen, zündelten sie so heftig, dass manch einer um seine Gesundheit fürchten musste. Weil ein paar Verrückte das überregional verfolgte Derby als Bühne nutzen, um sich multimedial zu inszenieren. Echt unangenehm. Feuerwerk auf dem Platz sehen wir gern, auf den Rängen muss das echt nicht.

8. Frust gibt's beim Derby schon vor dem Anpfiff

Ist schon eine echt schicke Kiste, dieses Millerntor-Stadion. Bisschen britisch fast, das lässt die Herzen von Fußballfans höher schlagen. Steht das Derby an, wird's allerdings grausam eng. Es ist ein Hauen und Stechen um die Eintrittskarten. Denn nicht mal 30.000 Zuschauer passen in die tolle Hütte des FC St. Pauli. Vor allem das Auswärtskontingent ist viel zu klein. Das verdirbt die Laune vieler Fans. Derby-Frust pur schon vor dem Anpfiff. Nervt.

9. Pferde auf die Weide, nicht auf den Kiez!

Oh Mann, das ist schon ein seltsames Bild. Wie die Reiterstaffel der Polizei da mitten in der Hamburger Innenstadt unterwegs ist, um rund um ein Fußballspiel für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Schon vorher ist die Stimmung aufgeheizt. Der Kiez wird in zwei Zonen geteilt. Absurd. Stress vor und nach dem Derby? Brauchen wir gar nicht. Pferde gehören auf die Weide. Nicht auf die Reeperbahn.

10. Bonzen gegen Freibeuter? Das ist doch längst Geschichte

St. Pauli gegen den HSV? Früher war das das Klassenkampf. Die Bonzen vom Volkspark mit ihrem Mega-Etat, ihren vielen Titeln und der Arroganz auf der einen Seite. Die Freibeuter ohne Kohle auf der anderen. Heute ist der HSV ein abgewirtschafteter Club, der auf junge Kicker setzen muss – sonst droht der Niedergang. St. Pauli hingegen ist zur Marke geworden, die PR-Maschinerie läuft auf Hochtouren. Klassenkampf ist Geschichte. Diese Würze wird nur noch hineingeredet. In das Derby.

Vorfreude und Augenzwinkern

So, das waren sie, unsere zehn Gründe, warum Hamburg eigentlich kein Derby braucht. Und ja, ein bisschen Augenzwinkern war dabei. Es gibt bestimmt ebensoviele Gründe, warum wir uns trotzdem drauf freuen. Also auf zur nächsten Runde um die Stadtmeisterschaft. Nützt ja nix, wie der Hamburger sagt.

Stressfrei Fußball gucken

Bratwurst, Bier und Blutgrätschen? Die könnt ihr übrigens auch mal ganz entspannt bei HSV Barmbek-Uhlenhorst erleben, einst fußballerische Heimat von Weltmeister Andy Brehme. Und auch beim Kultverein Altona 93 gibt's ehrlichen Fußball.

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