Die beiden Gründer: Julius Horn und Julian Jasper-Koch Jonas Walzberg )

Happy B-Day! Das "Freundlich + Kompetent" feiert 11. Geburtstag

Happy Birthday to yooooooooou! Das "Freundlich + Kompetent" wird elf Jahre alt. Grund genug für uns, um sich Mit-Gründer Julian Jasper-Koch für ein Interview zu schnappen.

Elf Jahre ist es am Samstag, dem 15. Dezember 2018, her, dass das "Freundlich + Kompetent" zum ersten Mal seine Türen für euch Partykinder geöffnet hat, damals noch in der Gertigstraße. Seitdem ist viel passiert: Ein Abriss der ersten Räume in Winterhude, der Umzug nach Barmbek und tausende Konzerte. Denn das Großartige an dieser preisgekrönten Bar-Institution: Alle Konzerte – und davon gibt es hier viele – sind für euch Besucher for free. Hinter diesem grandiosen Konzept stecken die beiden sympathischen Kerle Julius Horn und Julian Jasper-Koch. Wir haben uns einen der beiden geschnappt und für euch mit ihm geschnackt.

Julian, wie seid du und Julius damals auf die Idee gekommen, eine Bar zu eröffnen?

Julius und ich haben uns damals in der Lehre zum Hotelfachmann kennen und lieben gelernt. Im Hotel arbeiten war jetzt nicht so unser Lebenstraum. Zu starre Hierarchien, Gäste konnten sich benehmen wie sie wollten und man musste ihnen trotzdem in den Popo kriechen. Wir haben – klassischerweise – aus ner Bierlaune heraus beschlossen, uns selbständig zu machen. Julius war damals zarte 25 ich 26 Jahre alt. Und zack bumm, da sind wir heute!

Reich wird bei uns niemand, aber dafür haben die Bands ne volle Hütte.

Alle Partys und Konzerte sind bei euch kostenlos. Warum ist euch das wichtig und wie funktioniert das finanziell?

Fast alle Bands, die bei uns spielen, sind Newcomer-Bands. So gut wie niemand kennt sie. Müssten die Leute jetzt auch noch Eintritt zahlen, dann würden nochmal weniger Leute kommen. So können wir den Bands zum Glück meistens ein volles Haus bescheren und sie bekommen über die Hutspenden oft mehr an Gage rein als bei bezahlten Gigs. Reich wird bei uns niemand, aber dafür haben die Bands ne volle Hütte und darauf kommt es ja auch am Anfang an, möglichst viele Leute zu erreichen.

Was waren die besten Momente in den letzten elf Jahren, welche waren nicht so dolle?

Oh Gott, die besten Momente aus den letzten elf Jahren! Damit können wir zum Glück ne ganze Enzyklopädie füllen. Unser Job ist einfach zu gut! Die schlechtesten Momente: Julius hat sich mal die Sesambeinchen im Fuß gebrochen und ich hatte mal ziemlich doll Schnupfen.

Die erste Heimat des "Freundlich + Kompetent" waren Räumlichkeiten in der Gertigstraße, die es mittlerweile nicht mehr gibt. Was war das für ein Gefühl als ihr wusstet, dass ihr da raus müsst?

Hehe, wir wussten ja schon vor der Eröffnung, dass wir da nicht erwünscht sind. Beim Renovieren kam ein ziemlich gut gekleideter Vogel in den Laden und fragte, was wir denn hier machen würden. Wir antworteten: „Bier-Yoga, was denn sonst!“. (Kleiner Spaß.) Am liebsten hätten die dort schon alles viel früher abgerissen und neu gebaut. Wir hatten nun aber den Vertrag vom Vorgänger abgekauft und er durfte sich noch volle sieben Jahre gedulden, bis der Mietvertrag ausgelaufen war. Wir haben jede Sekunde in Winterhude genossen und uns gefühlt wie die Wernersens in Blankenese.

(© Jonas Walzberg )

Die neue Location in Mundsburg liegt, wie die alte Location auch, nicht gerade im Zentrum der Hamburger Club- und Barszene. Warum habt ihr euch damals entschieden, hier eure Bar wieder aufzumachen und nicht zum Beispiel in St. Pauli?

Hamburg ist sooooooooo groß und da war es uns wichtig, die Kulturszene ein wenig zu dehnen. Außerdem: Die neue Location hätte auch auf dem Mond sein können, wir hätten sie genommen. Das war einfach ein so unfassbares Glück, diese Räumlichkeiten in Hamburg zu bekommen. (Danke, Marius!)

Das muss man sich mal vorstellen: Die Menschen ziehen auf den Kiez und in die Schanze und wundern sich, dass es laut ist.

Man hört es aus allen Ecken: Die Hamburger Club- und Barszene stirbt! Seht ihr das auch so?

Auf jeden Fall! Es sind leider immer die gleichen Gründe. Die Leude ziehen da hin, wo was los ist und dann wird ihnen das zu laut und zack gibbet Ärger und die Clubs und Bars bekommen Ärger. Das muss man sich mal vorstellen: Die Menschen ziehen auf den Kiez und in die Schanze und wundern sich, dass es laut ist. Das "Clubkombinat Hamburg" arbeitet an vielen kleinen Lösungen. Ohne sie gäbe es bestimmt nicht mehr so viele Clubs. Dann ist da natürlich auch noch das Finanzielle. Hamburg schimpft sich als Musik- und Kulturhauptstadt, tut aber leider sehr wenig für die kleine, urbane Szene in der Stadt. Da wird das Geld leider teilweise an den falschen Ecken verballert.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Veganes Rumpsteak! (Hehe!) Und dass die Leute nicht vergessen, in die Clubs und Bars zu gehen! Ohne sie wäre es wirklich super langweilig dort.

Die kiekmo-Redaktion bedankt sich für das schöne Gespräch!

Infos: Freundlich + Kompetent, Hamburger Str. 13, 22083 Hamburg, Mo-Sa 17 Uhr bis open End;

Mehr Tipps partyverrückte Jungs und Deerns

Wer auf der Suche nach einer weiteren Bar ist, die Konzerte für lau präsentiert, ist in der "Pony Bar" am Grindel goldrichtig. Oder wollt ihr mal so richtig steil gehen und den Party-Tiger in euch entdecken? Tanzt euch einfach durch unsere Liste mit guten Hamburger Clubs.

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