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Hamburgs nervigste Warteschlangen: Hier standet ihr garantiert schon mal an!

Wenn ihr nicht mindestens ein Mal in einer dieser Warteschlangen gestanden habt, habt ihr nicht gelebt! Zumindest seid ihr dann noch nicht richtig in Hamburg angekommen. Diese 10 Warteschlangen gehören zur authentischen Hamburg-Experience einfach dazu.

1. Die Kleine Konditorei: Anstehen für ein Franzbrötchen

Franzbrötchen in Hamburg gibt es wie Sand am Meer. Und doch formen sich an den Filialen der Kleinen Konditorei in Eimsbüttel, vor allem in den späteren Morgenstunden am Wochenende, Menschenschlangen, die aus der Bäckerei herausführen, vor dem Eingang Richtung der nächsten Kreuzung abknicken und, an der Ampel angekommen, sich um den Pfahl schmiegen, um dann wieder Richtung Eingang zu führen. Rund 50 Meter geballte Nachbarschaft erwarten euch hier. Denn jeder, wirklich jeder im Viertel holt sich seine Backwaren am allerliebsten bei der Kleinen Konditorei. Am Ende dauert das Anstehen, auch dank der netten Gespräche, nie wirklich lang – und doch ist es nur ein Grund von vielen, wieso Eimsbüttel ganz furchtbar ist!

2. Wohnungsbesichtigung in Eppendorf: Oder lass ich's lieber sein?

Altbauwohnungen in Eppendorf, Winterhude & Co. versprühen viel Charme, liegen halbwegs zentral und sind in der Regel das Gegenteil von dem, was man im Allgemeinen als "bezahlbarer Wohnraum" versteht. Trotzdem ist der Andrang auf diese Wohnungen riesengroß, vielleicht größer als in allen anderen Stadtteilen. Wen wundert's? Wann passiert es schon mal, dass eine solche Wohnung frei wird? Da ist es erstmal nicht so wichtig, ob ihr sie euch später tatsächlich auch leisten könnt – erstmal hin da! Auch wenn das heißt, dass euch kostbare Lebenszeit beim Anstehen durch die Lappen geht. Aber Vorsicht: Glücksspiel kann süchtig machen.

3. Hansens Berliner Bäckerei: Schlange stehen für Berliner

Auch Steilshoop hat seine eigenen Hotspots, so unscheinbar sie auch wirken mögen. Einer von ihnen ist der Famila-Parkplatz im Eichenlohweg. Genauer gesagt: Vor dem Eingang zum Supermarkt findet ihr in einem Bäckerwagen seit nunmehr 35 Jahren Hansens Berliner Bäckerei. Die Kunden schwören auf die frischesten und besten Berliner der Stadt – ach was, es sind die besten Deutschlands! An den Tagen vor Silvester versorgen Peter Hansen und sein Team ihre Kunden jedes Jahr zwei Tage lang ununterbrochen mit Berlinern. "Bis zu vier Stunden stehen die Leute hier an Silvester für unsere Berliner an", sagt Hansen. Und das trotz des Hamburger Schietwetters.

4. Brücke 10: Ein Königreich für ein Fischbrötchen

Egal, was ihr unter einem guten Fischbrötchen versteht, an der Brücke 10 bekommt ihr die besten Fischbrötchen in Hamburg. Hier habt ihr die Wahl zwischen unterschiedlichsten Variationen: ob klassischer Hamburger Bismarckhering, eine duftende Fischfrikadelle, die edlen Nordseekrabben oder einer der anderen Schmackofatze. Ihr könnt euch in jedem Fall sicher sein, dass das vom Team selbst gebackene Brötchen ganz dick belegt wird. Vor allem bei strahlendem Sonnenschein solltet ihr mehr Zeit einplanen. Dann schmeckt das Fischbrötchen aber auch besonders gut! Über die Preise bewahren wir lieber Stillschweigen. Nur so viel: Auch Touris steuern die Brücke 10 an.

5. Elbphilharmonie Ticketkassen: Hochkultur für die Glücklichen

Wer schon mal versucht hat, zum offiziellen Vorverkaufsstart der kommenden Spielzeit Karten für ein Konzert in der Elbphilharmonie zu kaufen, weiß, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist. Sobald ihr euch an einem dieser Tage einer offiziellen Vorverkaufsstelle nähert und nicht mehrere Stunden Vorlauf mitbringt, macht ihr garantiert instinktiv auf dem Absatz kehrt. Die Schlangen sind unmenschlich lang. Es gibt Menschen, die sehr wohl behaupten, auf diese Weise an wertvolle Plätze gelangt zu sein. Aber da regen sich nur die Verschwörungstheoretiker in uns und wir fangen an, an eine grausame Intrige zu glauben. Die da oben wollen uns doch Kultur und gute Musik vorenthalten, um uns besser unter Kontrolle zu haben! Zum Glück wissen wir mittlerweile, wie ihr doch noch Tickets für die Elbphilharmonie ergattern könntet und stellen euch die besten Tipps vor.

6. Eisliebe, Delzepich, Luicella's: Hamburg kann nicht ohne Eis

Sobald die Außentemperaturen in Hamburg zweistellig sind, rennt gefühlt die ganze Stadt den Eisdielen die Bude ein. Schlange stehen müsst ihr dann an jeder von ihnen. Wenn ihr aber ganz gezielt auf der Suche nach den längsten Warteschlangen seid – schließlich gibt es da wahrscheinlich das beste Eis –, stattet Eisliebe in Ottensen, Delzepich auf der Uhlenhorst oder Luicella's in St. Georg oder auf St. Pauli einen Besuch ab. Letztlich geht's dann doch schneller voran, als es auf den ersten Blick scheint, und ihr könnt euch als Belohnung durch die unzähligen eigenwilligen Kreationen probieren.

7. Postfiliale Kaltenkirchener Straße: Wenn der Postmann kein Mal klingelt

Ein gelber Abholschein, darauf in krakeliger Schrift: "Abholung in der Postfiliale Kaltenkirchener Straße". Für Altonaer ein Schicksalsschlag. Nicht nur, dass ihr es in der Arbeitswoche innerhalb der Öffnungszeiten nicht dahin schaffen werdet, nein, ihr werdet euren Samstagvormittag in der Warteschlange verbringen, die sich bis weit aus dem Hochhaus der Post windet. Der Kracher: Am Ende kann es sein, dass euer Päckchen noch nicht einmal dort ist. Aber keine Sorge, der nächste Samstag kommt bestimmt!

8. Fähranleger an der Elbe: Bloß nicht drängeln

Hamburgs Wasserwege üben auf jeden, der ihren Ufern einen Besuch abstattet, einen erhabenen Reiz aus. Wir können es den unzähligen Touris daher nicht verübeln, wenn sie auf die günstige Alternative zur Hafenrundfahrt zurückgreifen und auf einer HADAG-Fähre über die Elbe gleiten. Besonders die Linie 62 ist hochfrequentiert. Blöd für alle, die auf diesem Wege zur Arbeit kommen und am äußersten Rand des Stegs auf dem letzten freien Flecken verharren, ehe sie sich an Bord der Fähre in einer bis zum Anschlag gefüllten Sardinenbüchse wiederfinden.

9. Ramen Bar Zipang: Schlange stehen oder leer ausgehen

In der Ramen Bar Zipang gibt's eindeutig die besten Ramen in Hamburg. Wenn ihr glaubt, ihr könntet dort einfach einen Tisch reservieren, können wir euch nur ein müdes Lächeln schenken. Der Kampf ums köstliche Essen hat hier fast schon etwas Martialisches: Ihr steht an, bis ihr versorgt seid oder bis das Essen aus ist. Ihr solltet also früh genug kommen. Zur Orientierung: Die Ramen Bar Zipang öffnet dienstags bis sonntags um 18 Uhr die Tür – dann strömt die Menschenschlange hinein und füllt auf einen Schlag den ganzen Laden. Wer nicht mehr rein passt, wartet weiter. Die letzte Bestellung wird spätestens um 21.30 Uhr angenommen.

10. Haspa Reeperbahn: Eskalation am Geldautomaten

Na, habt ihr euch verkalkuliert und das Bargeld hat doch nur für die halbe Nacht gereicht? Dann müsst ihr wohl oder übel zur Ecke Hein-Hoyer-Straße/Reeperbahn tingeln. Hier schlägt das wahre Herz des Hamburger Nachtlebens: die Haspa-Geldautomaten. Das Geld, das durch deren Adern fließt, hält hier alles am Laufen. Die mittlerweile drei Automaten sind die umsatzstärksten in ganz Deutschland, so sagt man. Und was habt ihr davon? Ihr könnt euch nur, nach noch mehr Kiez-Eskalation lechzend, in eine der langen Warteschlangen einreihen, während eure Freunde drei Meter weiter auf euch warten und mit wildfremden Menschen ins Gespräch kommen. Na, wenigstens haben sie Spaß.

Langes Warten kann einem ganz schön auf den Senkel gehen. Doch wer sagt, dass nicht auch Warteschlangen echte Innovationen hervorbringen können? Macht es wie die klugen Menschen in Vietnam und reserviert euren Platz in der Schlange, während ihr es euch auf eurem Sitzfleisch bequem macht:

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