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Hamburgs Konzerte im März: Musik-Fans, hier müsst ihr hin!

Metal für die Ohren, Punk-Klassiker für die Seele, dazu großartiger Deutschrock aus dem Norden, norwegische Hardrock-Exzellenz und ein Solist der alten Schule mit sehr breiter Stilpalette – hier sind die musikalischen Tipps für den Monat März.

1. Die Hölle in Hamburg

Wenn überhaupt schon irgendwo der Krokus durch das Gras lugt, dann dürfte er sich angesichts des Monatsanfangs gleich wieder ins Erdreich zurückziehen, denn es wird direktemang so dermaßen laut. „Hell Over Hammaburg“ ist das Motto und es ist bereits der siebte Durchlauf dieses Metalfestivals, das sich längst den Ruf eines Klassikers erarbeitet hat. Dabei ist auch in diesem Jahr wieder Vielseitigkeit das Zauberwort. Klar dreht sich alles um Stromgitarren und erhöhte db-Werte, aber in den metallischen Koordinaten werden hier zahlreiche stilistische Regionen bereist. Die unvergleichliche Linnea Landstedt ist mit ihrer Band Tyranex am Start, die Berliner Dunkelmänner von Essenz ebenso wie Malokarpatan aus der Slowakei, deren Mix aus Venom-Gepolter und Black-Sabbath-Riffs ziemlich einnehmend daherkommt. Zwei Tage lang gibt es volles Programm in der Markthalle, bereits nachmittags werden hier die Amps aufgedreht.

Was: Hell over Hammaburg Festival 2019
Wann: 1. & 2. März 2019
Wo: Markthalle, Klosterwall 11, 20095 Hamburg

2. His Bobness Comes To Town

Das mit den Legenden ist ja so eine Sache, nur zu leicht kommt einem zuweilen das Wort über die Lippen. Bei einem wie ihm jedoch wird es mit Fug und Recht benutzt, hat Bob Mould mit seiner Band Hüsker Dü in den 1980er-Jahren doch nicht weniger als Hardcore, Postpunk und Alternative Rock im Handstreich mit einigen der größten Songs und Alben versehen. Das Trio hat auch über drei Dekaden nach seiner Auflösung nichts von seiner Faszination verloren. Dabei ist Sänger und Gitarrist Mould natürlich längst und immer wieder zu neuen Ufern aufgebrochen. Nach den Erfolgen mit seiner Band Sugar in den 1990ern, ist er regelmäßig als Solist unterwegs und hat just mit „Sunshine Rock“ eines seiner stärksten Alben überhaupt abgeliefert. Endlich lässt der Sympath, seit zwei Jahren Wahlberliner, sich wieder einmal in der Hansestadt blicken. Es wird ein Abend der großen Gefühle, so viel steht jetzt schon fest.

Wer: Bob Mould Band
Wann: 8. März 2019
Wo: Grünspan, Groß Freiheit 58, 22767 Hamburg

3. Ein Mann mit vielen Namen

Eines vorweg: Ich bin befangen. Trotzdem – oder gerade deswegen – muss ich Erik hier lobpreisen. Als alte Kieler haben sich unsere Wege in den letzten 20 Jahren immer wieder gekreuzt, haben wir gemeinsam im Studio am Mikro gestanden, auf Festivals die Bühne geteilt. Seine Band Smoke Blow, für die er unter dem Alter Ego Jack Letten unterwegs ist, habe ich etliche Male gesehen. Mit dem Konzept Erik Cohen hat er sich dennoch etwas einfallen lassen, was ich so nicht erwartet hätte. Nämlich einen neuen Ansatz in Sachen deutscher Rockmusik ersonnen, in dem sich alte Crooner wie The Cult ebenso wiederfinden lassen wie Gothic-Päpste à la The Cure oder Fernweh-Töne, die nicht so weit vom jungen Lindenberg entfernt sind. Das neue Album, bereits das vierte, ist in Arbeit, möglicherweise gibt es im Hafenklang davon schon einen kleinen Vorgeschmack zu hören.

Was: Erik Cohen
Wann: 14. März 2019
Wo: Hafenklang, Große Elbstraße 84, 22767 Hamburg

4. Musik ohne Grenzen

Als ich jüngst mit Fred von der Band Fews telefonierte, um für eine Story im Musik-Magazin Visions ein paar Infos über das neue Album seiner Band bei ihm abzuklopfen, wurde viel gelacht. Allein die Geschichte der Band, die aus einem Amerikaner, zwei Schweden und einem Engländer besteht, ist so von Zu- und Glücks- und Ausnahmefällen geprägt, als dass man nicht umhin kann zu lächeln – und an die Kraft der Musik zu glauben. Gute Songs finden ihren Weg, und das über Kontinente und Weltmeere hinweg. Manchmal dauert es eben Jahre. Wenn dann aber erst einmal der Zug ins Rollen kommt, dann gibt es kein Halten mehr. Im Falle der Fews und ihrem zweiten Album „Into Red“, das soeben erschienen ist, bedeutet das nicht weniger als ein hochinspiriertes Postpunk-Update, dessen Songs mal nach alten Recken wie The Fall, dann nach Newcomern wie Shame und oder dem Besten aus fünf Dekaden Krautrock klingen. Ich habe es an dieser Stelle schon zwei-, dreimal gesagt, ich wiederhole mich gern: Die Fews könnten das nächste große Ding werden.

Wer: Fews
Wann: 20. März 2019
Wo: Molotow, Nobistor 14, 20359 Hamburg

5. Der Gott der Spinne

Sie sind eines der spannendsten Phänomene überhaupt im härteren Rocksegment dieser Tage: Die Norweger Spidergawd haben jüngst ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht – zum ersten Mal nicht im kompakten Jahresturnus. Wohl kaum eine Band der Neuzeit vereint die Faktoren Produktivität und Kreativität so gekonnt und selbstbewusst wie dieses Trio. Songs wie „Is this Love?“, „All And Everything“ oder „El Corazon del Sol“ sind nicht weniger als die Neuerfindung klassischen Brit-Metals, dampfend vor Druck, hochmelodiös und virtuos gespielt – dabei aber frei von jeglichen Klischees. Keine Nieten, kein Spandex, stattdessen schlichte Shirts und Schals – und Hits im Dutzend, die live noch eine Prise schärfer daherkommen als auf den ohnehin schon erstklassigen Alben.

Wer: Spidergawd
Wann: 28. März 2019
Wo: Knust, Neuer Kamp 30, 20357 Hamburg

6. Ein Name, der verpflichtet

Jackson. Der Name ist Jackson. Nein, keiner vom Jacko-Clan, vielleicht auch nicht ganz in der „King of Pop“-Etage zu Hause, aber seit Ende der 1970er einer der inspiriertesten Allrounder im weiten Feld zwischen Singer/Songwriter, NeoJazz, Postpunk und noch so fünf, sechs weiteren Stilrichtungen: Joe Jackson ist der Mann. Und der hat nicht nur ein neues Album veröffentlicht, sondern kommt endlich mal wieder nach Hamburg. Meine Hoffnung: Dass seine Klassiker aus den Pioniertagen, sprich „Sunday Papers“ und „Is She Really Going Out With Him?“, dann auch auf der Setlist stehen. Möglicherweise habe ich bis zum Konzert herausgefunden, warum ich sein Album „Look Sharp“, nicht ein, nicht zwei, sondern gleich dreimal zu Hause im Regal stehen habe.

Wer: Joe Jackson
Wann: 29. März 2019
Wo: Fabrik, Barnerstraße 36, 22765 Hamburg

PS: Den traditionellen Tipp noch in eigener Sache? Meine nächste „Flashback“-Ausgabe am 6. März um 13 Uhr auf byte.fm dreht sich um die weiter oben bereits erwähnten Hüsker Dü, deren stilprägendes Album „Candy Apple Grey“ im März 1986 erschienen ist. Es gibt Songs von der Platte, weitere Dü-Klassiker, dazu Songs von Bob Mould, Grant Hart und vielen anderen.

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