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Hamburgs Konzerte im Februar: Musik-Fans, hier müsst ihr hin!

Gar nicht so pieksiger Pop, zwei Kieler Ikonen und staubige Rock-Klassiker, dazu ein Duo, das sich nicht allzu grün ist und trotzdem einen Koffer voller Welthits dabei hat und ein Immer-noch-Insidertipp aus UK – hier sind die klangvollen Konzerttipps für den Februar.

Mama, er hat gar nicht gepiekt

Maler, Grafiker, Illustrator, Multi-Instrumentalist: Peter Piek, 1981 in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, geboren, ist das, was man einen klassischen Allrounder nennt. Sein Debütalbum „Say Hello To Peter Piek“ hat schon zehn Jahre auf dem Buckel, seine Hörner stieß er sich nach der Veröffentlichung auf einer zwei Monate langen Tour durch die USA und Europa ab. Als Quasi-No-Name in die Staaten – das zeugt von einer gewissen Chuzpe, anno 2010 ging es ein weiteres Mal über den großen Teich, 2012 führte ihn seine Musik bis nach China. Dass es hierzulande noch nicht für den großen Durchbruch gereicht hat, ist merkwürdig, kann aber eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein. Mit seinem aktuellen Album „Electric Babyland“ kommt er jetzt in die Astra-Stube, ein superber Ort für Pieks Musik, in der sich Knyphausen und Phoenix zum Wiederaufbau fast vergessener Synthiepop-Strukturen treffen. Geheimtipp!

Wer: Peter Piek
Wann: 5. Februar 2019
Wo: Astra Stube, Max-Brauer-Allee 200, 22769 Hamburg

Kiel-Konnektschn

So schwer es mir als Natural Born Kieler fällt, das einzugestehen, aber der musikhistorische Footprint meiner alten Heimat im ewigen Pop-Almanach hat maximal Schuhgröße 25. Viele Spuren haben wir in den Geschichtsbüchern nicht hinterlassen, was keinesfalls einen Rückschluss auf Talentdichte, Inspiration und Engagement zulassen sollte – ich weiß, wovon ich rede. Aber irgendwie hat sich das Hoch im Norden nicht so oft Gehör erspielt wie, sagen wir mal, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin. Ein paar Fixsterne gibt es dennoch. Neben den zu früh verblichenen Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen und den zeitüberdauernden Großmäulern von Smoke Blow sind No More ganz vorn dabei. 1979 im Wirbelwind von Postpunk gegründet, mit „Suicide Commando“ einen Elektrohit für die Ewigkeit im Köcher, hat sich das Duo, bestehend aus Tina Sanudakura und Andy Schwarz, bis heute einen Platz im Wave-Pop-Kanon der Republik erspielt. Kein Ende in Sicht, keine Atempause, Geschichte wird immer noch gemacht. Im Hafenklang sind die EBM-Legenden Invisible Limits mit am Start.

Wer: No More + Invisible Limits
Wann: 15. Februar 2019
Wo: Hafenklang, Große Elbstraße 84, 22767 Hamburg

Zurück in den Staub

Bei einem wie ihm muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Mit der Band Kyuss hat Sänger John Garcia ein ganzes Genre im Handstreich erfunden. Wer sich an die ersten Shows in den 90er-Jahren in der mäßig gefüllten kleinen, später in der gut gefüllten großen Markthalle erinnert, bekommt beim Gedanken daran immer noch feuchte Augen, so grandios und stilprägend gerieten diese Konzerte. Dass dieses Ding namens Stonerrock auch heute noch äußerst aktuell ist, beweisen Festivals, Fans und zahlreiche Bands, die sich dem tiefergelegten, staubigen Wüstenrock-Sound ungebrochen verschrieben haben und nicht zuletzt das Interesse, auf das ein neuer Garcia-Longplayer stößt. Was die aktuelle Platte von John Garcia & the Band of Gold angeht, handelt es sich hier um nicht weniger als die womöglich beste Restaurierung des unvergessenen Kyuss-Sounds. War das Konzert also ohnehin ein Pflichttermin für Staubrocker, ist dies ein weiteres unschlagbares Argument, um mit Luftgitarre und Bierdurst ins Grünspan zu pilgern.

Wer: John Garcia & the Band of Gold
Wann: 16. Februar 2019
Wo: Grünspan, Große Freiheit 58, 22767 Hamburg

Die Welt regieren…

Wie heißt es so schön in einem Song der Fehlfarben: „Die Musik aus der Küche klingt auch schon ziemlich zerkratzt …“ – keine Frage, Sänger Peter Hein könnte meine Maxi-Single „Change“ meinen. Von meinem besten Kumpel Ralf zum Geburtstag bekommen, habe ich die Platte von Tears for Fears in der Folgezeit kaum noch vom Teller bekommen. Nochmal und nochmal und nochmal gehört. Später wurden Tracks wie das bereits zuvor erschienene „Pale Shelter“ und das Spätwerk „The Seeds of Love“ temporäre Lieblingssongs, aber „Change“ blieb immer ganz oben in meiner TFF-Playlist. Über die Jahre habe ich sie dann irgendwann aus den Augen verloren, da und dort einen alten Song hervorgezogen, auch das großartige Album „Songs from the Big Chair“ immer mal wieder abgefeiert. Im letzten Jahr fiel das angesetzte Konzert aus, nun schicken sich Curt Smith und Roland Orzabal, chronisch zerstritten, doch noch einmal an, mit den größten Hits im Koffer in die Stadt zu reiten. Vorfreude bei mir: maximal!

Wer: Tears for Fears
Wann: 19. Februar 2019
Wo: Mehr! Theater am Großmarkt, Banksstraße 28, 20097 Hamburg

Einfach formidabel

Eine der universellen Fragen der Pop-Geschichte: Warum haben es – hier bitte den Namen einer semi-bekannten Lieblingsband einsetzen – eigentlich noch nicht nach ganz oben geschafft? Die ewige Frage, deren Antwort weiterhin auf sich warten lässt. Eine der Bands mit Insiderstatus trotz unglaublicher Sängerin, superben Konzerten und einzigartigen Songs, in denen sich fragile Melodien und gitarristischer Produktions-Wumms zum ganz großen Kino treffen: The Joy Formidable aus Großbritannien. Wer den Glauben an die Rockmusik verloren hat, dem sei empfohlen, sich einmal vom JF-Klassiker „This Ladder is Our“ die Ohren durchpusten zu lassen – und das Konzert im Kukuun zu besuchen.

Wer: The Joy Formidable
Wann: 25. Februar 2019
Wo: Kukuun, Talstraße 9, 20359 Hamburg

PS: Den traditionellen Tipp noch in eigener Sache: Meine nächste „Flashback“-Ausgabe am Mittwoch, den 6. Februar um 13.00 Uhr auf byte.fm dreht sich um die Musik der legendären Bratpack-Filme wie „The Breakfast Club“, „Pretty in Pink“, „Ist sie nicht wunderbar?“ und einige andere. Auf der Playlist stehen dann 80er-Helden wie Simple Minds, Billy Idol und die Psychedelic Furs. Tune in! Ich würde mich freuen.

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