Holmes & Watson (© picture alliance / Everett Collection )

Hamburgs Kino-Tipps: Diese Filme solltet ihr im Februar nicht verpassen

Ein ewig junges Ermittler-Duo, ein Kölsches Original, Schwarzmetaller aus den Wäldern Norwegens, eine zwielichtige Spelunke und vorzügliche Fälschereien mit Aussicht auf einen Oscar: Hier sind die Filmtipps für den Monat Februar.

1. Holmes & Watson

Superhelden, Remakes, Remakes, Superhelden. So ganz abwechslungsreich oder innovativ sind die Kino-Zeiten nicht. Und dann eröffnen wir auch noch die Film-Tipps für den Februar, wenn schon nicht mit einem Remake, dann doch zumindest mit einer über die Dekaden arg abgenagten Originalvorlage. Warum „Holmes & Watson“ hier dennoch empfohlen wird? Aus den selben Gründen wahrscheinlich, warum Regisseur Ethan Cohen, in Person selbst eines der unbedingten Argumente für den Film, sich das alte und doch ewig junge Material aus der Feder von Arthur Conan Doyle vorgeknöpft hat: Die Stoffe geben einfach eine Menge her. Allein die Kombi Ferrell/Reilly ist den Eintritt wert, und wenn es nur aus jenem Grunde geschieht, um zu schauen, ob sie besser sind als Freeman und Cumberbatch.

(USA 2018, Regie: Ehtan Cohen, mit Will Ferrell, John C. Reilly, Ralph Fiennes u.a.)

Kinostart: 7. Februar 2019

2. Asi mit Niwoh

Es gibt Songs, bei denen man sich auch Dekaden später immer noch genau erinnert, wann und wo man sie zum ersten Mal gehört hat. Im Fall von Zeltingers „Asi mit Niwoh“ handelte es sich um eine Flexi-Disc (eine Schallfolie in 7“-Single-Format), die dem „Musik Express“ beigelegt war. Der Song selbst, mit seinen kodderigen kölschen Lyrics, den sägenden Gitarren und dem Mitgröhl-Refrain, passte wie maßgeschneidert in meine Punkrock-Jugend. Kurz darauf kaufte ich mir das dazugehörige Album „Schleimich“, von Mastermind Conny Plank produziert, Zeltinger kam zum Konzert nach Kiel, ich ließ mir von ihm meine Eintrittskarte signieren und bin bis heute sein treuer Fan geblieben. Die Doku über das Kölner Original ist längst überfällig und den stehenden Ovationen nach zu folgern, die es bei der Premiere jüngst gegeben hat, dürfte sich die Wartezeit gelohnt haben. Bleibt zu hoffen, dass Zeltinger auch nochmal live zum Konzert unsere Breiten kommt.

(D 2018, Regie: Oliver Schwabe, mit Jürgen Zeltinger u.a.)

Kinostart: 7. Februar 2019

3. Lords of Chaos

Unter den zig Musik-Biografien und -Historien, die in den letzten zwei Dekaden erschienen sind, ist „Lords of Chaos“ von Michael Moynihan und Didrik Søderlind das wohl verstörendste und kontroverseste Werk. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit der Black-Metal-Szene Norwegens, Autor Moynihan ein zwielichtiger Intimkenner der Materie, dem nach Veröffentlichung seine zu große Nähe zum Sujet und Verbindungen in die rechtsextreme Szene vorgeworfen wurden. Es hat ein wenig gedauert, aber jetzt hat sich mit Jonas Åkerlund ein Filmemacher an die Umsetzung fürs Kino herangewagt. Auch er ist kein unbeschriebenes Blatt. Bei der schwedischen Metalband Bathory spielte Åkerlund Schlagzeug, für die Band Prodigy drehte er das umstrittene Video zum Song „Smack My Bitch“ ab. Zuletzt konnte er für seinen Konzertfilm „Rammstein: Paris“ einen UK Music Video Award einheimsen. Sicher kein Popcorn-Kino, aber ganz bestimmt die diskussionsintensive Umsetzung eines schweren Stoffes.

(GB/SWE 2018, Regie: Jonas Åkerlund, mit Rory Culkin, Emory Cohen, Jack Kilmer u.a.)

Kinostart: 20. Februar 2019

4. Der goldene Handschuh

Wo wir gerade bei schweren Stoffen sind: Auch Heinz Strunks lyrische Verarbeitung der Geschichte des Hamburger Frauenmörders Fritz Honka und seiner titelgebenden Lieblingskneipe, zählte zu den forderndsten Büchern der letzten Jahre. Dabei war es besonders faszinierend mitzuerleben, wie Strunk hier einen mit „Fleisch ist mein Gemüse“ begonnenen Weg via „Die Zunge Europas“ und „Junge rettet Freund aus Teich“, von der vermeintlich leichten Muse hin zum düsteren Drama vollzieht. Kaum einer wäre für die Filmversion wohl besser geeignet als Fatih Aki, der zuletzt für „Aus dem Nichts“ beste Kritiken erhielt. Allein der Trailer ist schon rabenschwarzer Stoff, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Ebenfalls kein Kino für Zartbesaitete – am besten entspannt man sich hinterher bei einem schönen Fako.

(D 2018, Regie: Fatih Akin, Jonas Dassler, Philipp Baltus, Dirk Böhling u.a.)

Kinostart: 21. Februar 2019

5. Can You Ever Forgive Me?

Zum Abschluß der Kolumne dann doch noch klassisches Oscar-Kino: In drei Kategorien ist „Can You Ever Forgive Me?“ nominiert, unter anderem Melissa McCarthy als beste Hauptdarstellerin. Im Film von Marielle Heller spielt sie die 51-jährige Schriftstellerin Lee Israel, die ihren Job verliert und in der Not auf eine zündende Idee kommt: Mit einer von Haus aus großen Fantasie ausgestattet, beginnt sie, Briefe von Prominenten zu fälschen. In Zeiten des Falls Relotius ein ungewollt perfekt getimeter Film nach einer wahren Geschichte, in dem sich Humor, Tragikomik und schauspielerische Qualität zu einem überaus unterhaltsamen Kino-Vergnügen verbinden.

(USA 2018, Regie: Marielle Heller, mit Melissa McCarthy, Richard E. Grant, Dolly Wells u.a.)

Kinostart: 21. Februar 2019

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