(© Erik HansMolbergen/DCM )

Hamburgs Kino-Tipps: Diese Filme solltet ihr im Dezember nicht verpassen

Zweimal Skandinavien, einmal versöhnlich, einmal episch-dramatisch. Wandelt auf den Spuren Goethes, schlagt euch in London durch oder mit dem Steppke, der endlich mal raus muss. Ab ins Kino mit euch!

"Astrid"

Ein wenig liegt es sicher daran, dass der Vorname Astrid – ich erspare mir und uns und euch mal die Details – rundum positiv belegt ist für mich. Von daher ist eigentlich schon das halbe Kinoticket gelöst. Die andere Hälfte kommt in dem Moment dazu, als ich erfahre, dass jene Astrid, um die es sich hier handelt, auch noch Astrid Lindgren ist. Kalle Blomquist, Pippi, Bullerbü – wer in unseren Breiten innerhalb der letzten fünf Dekaden nicht durch die Lindgrensche Literatur geprägt wurde, muss einige Jahre auf fremden Planeten verbracht haben. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich mich nicht erinnern kann, irgendwo schon mal eine halbwegs brauchbare, filmische Umsetzung ihres Lebens gesehen zu haben, umso interessierter bin ich also. Die perfekte Ergänzung zu den traditionellen Abenteuern aus Lönneberga, die ich alljährlich mit meinen Girls kurz vor dem Fest schaue.

(SWE, D, DK 2018, Regie: Pernille Fischer Christensen, mit Alba August, Maria Bonnevie, Trine Dyrholm u.a.)

Kinostart: 6. Dezember 2018

(© Erik HansMolbergen/DCM )

"Das Entschwinden"

Und noch einmal Skandinavien, etwas weiter nördlich, etwas kühler, das Setting jedoch ein durchaus klassisches: Was passiert so alles, wenn man an die Stätte seiner Jugend zurückkehrt? Für Protagonistin Roos ist es keine ganz so gute Zeit, sie selbst ist schwer krank, das Verhältnis zu ihrer Mutter nicht das Beste. Nachdenklicher, gemütsschwerer Stoff im Stile Ingmar Bergmans, dabei aber nicht ohne Hoffnung und sicher ein gutes Gegengewicht zur Kerzenlicht-Wellness der Vorweihnachtszeit.

(NL, NOR 2018, Regie: Boudewijn Koole, mit Rifka Lodeizen, Elsie de Brauw u.a.)

Kinostart: 6. Dezember 2018

"Männerfreundschaften"

Mehr noch als der Titel oder das Sujet, ist es der Name Rosa von Praunheims, der in meiner cineastischen Autobiografie auf immer festgeschrieben, dick unterstrichen und mit kleinen Herzchen verziert ist. Der Grund: sein monumentaler - zudem auch noch in meiner alten Heimat Kiel gedrehter - unkaputtbarer Klassiker "Die Bettwurst", den ich über die Jahre sicher so um die zwanzig Mal gesehen habe und die Zeilen des schönsten Paares seit Romeo und Julia, Dietmar Kracht und Luzie Kryn, zum Teil immer noch mitsprechen kann. Den halbdokumentarischen Film "Männerfreundschaften" werde ich mir aller Voraussicht nach nicht so oft anschauen, was aber der olle Goethe – nein, den Reim mit Schiller verbitte ich mir – so in punkto gleichgeschlechtlicher Erfahrungen erlebt hat, wie das im historischen Kontext verwurzelt ist und vor allem, was von Praunheim filmisch daraus macht, das interessiert mich ganz sicher.

(D 2018, Regie: Rosa von Praunheim, mit Matthias Luckey, Valentin Schmehl u.a.)

Kinostart: 13. Dezember 2018

"Postcards From London"

Als großer London-Fan kaufe ich mir auch ein Ticket für einen Film, von dem ich nicht viel weiß, der aber die Stadt London nicht nur zum Thema hat, sondern auch noch im Titel trägt. Die Story dennoch in Kürze, könnte ja immerhin jemanden im Vorwege interessieren: Der 18 Jahre alte Jim (Harris Dickinson) kommt nach London, schließt schnell Freundschaften und gründet mit seinen Kumpels eine promiskuitive Clique namens The Raconteurs, die nicht nur Sex, sondern auch kulturellen Smalltalk bietet.

(UK 2018, Regie: Steve McLean, mit Harris Dickinson, Jonah Hauer-King u.a.)

Kinostart: 13. Dezember 2018

"Der Junge muss an die frische Luft"

Na, und bei der Nummer gibt es - zumindest vorher - überhaupt keine Fragen mehr: Die filmische Biografie von Hape Kerkeling ist überfällig. Sie hat natürlich unglaubliches Potential, und Hauptdarsteller Julius Weckauf trägt nicht nur einen coolen Nachnamen, sondern sieht auch wie gemacht aus für die Rolle des aufgeweckten Steppkes mit der großen komödiantischen Zukunft. Bleibt die Frage nach dem Gelingen, denn auch wenn mit Caroline Link eine kompetente Könnerin auf dem Regiestuhl sitzt, ist die Fallhöhe bei einem derart bekannten Protagonistin doch immens. Sei es drum - ich gebe mal eben meine persönliche Glücksmelodie ein, dann wird die Sache schon funzen, oder? Ach ja: Frohes Fest und guten Rutsch, liebe Leser*Innen! Wir sehen uns in 2019.

(D 2018, Regie: Caroline Link, mit Julius Weckauf, Luise Heyer u.a.)

Kinostart: 27. Dezember 2018

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Hamburg hat eine ganze Reihe schöner Kinos zu bieten. Seit kurzen gesellt sich auch ein Luxus-Kino in die Hamburger Film-Szene: Die "Astor Lounge" hat in der HafenCity eröffnet.

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