Ob die Landesfahne die Hammaburg zeigt, ist nicht geklärt. (© shipyard nice media )

Hamburgs Keimzelle: 5 Fakten über die Hammaburg

Die Hammaburg ist der Namensgeber unser schönen Stadt. Wann, wo, wie wurde sie gebaut? Hier erfahrt ihr die ganze Geschichte.

1. Der Standort: Am Speersort

Dort, wo heute das Rathaus steht, schob sich vor 1.200 Jahren eine spitze Landzunge in die Elbe. Dahinter: ein Geestplateau, gelegen zwischen Elbe und Alster. Und genau hier, am heutigen Domplatz am Speersort, stand einst eine Burg. Nicht im heutigen Sinn mit meterdicken Steinmauern und hohen Türmen. Sondern eher eine an ein Asterix-Dorf erinnernde Befestigungsanlage.

2. Der Name: Burg auf einer Landzunge

Ham, hamme, hamma, ham – dieses Wort gab es vielen altgermanischen Sprachen wie Altfriesisch, Althochdeutsch oder auch Altsächsisch. In allen Fällen bedeutet er so etwas wie Biegung, etwas Gekrümmtes oder auch Landzunge. Der Name Hammaburg bedeutet also so viel wie "Burg, die in einer Flußbiegung" oder "auf einer Landzunge" liegt. Da die erste nachgewiesene Besiedelung an dieser Stellen durch Sachsen erfolgte, ist die Wortherkunft aus dem Altsächsischen wahrscheinlich.

3. Die Anfänge: Im 8. Jahrhundert gab es erste Siedler

Eine Landzunge in die Elbe – das war selbstverständlich ein attraktiver Ort, schließlich schipperten auch damals schon Händler und Reisende auf dem Fluss entlang. Laut dem Archäologischen Museum Hamburg ließen sich die ersten Siedler kurz vor der Zeit Karls des Großen (gekrönt 800 n. Chr.) hier nieder. Sie zogen zunächst einen kleinen Ringwall um ihre paar Hütten. Die Anfänge der "Burg" waren gemacht.

4. Der Sturz: Als die Wikinger kamen

Einige Jahre später: Die Nordmänner verbündeten sich mit den Slawen und versuchten, über die Elbe ins Landesinnere vorzudringen. Um sich vor ihren Angriffen zu schützen, wurde die Befestigung der Hammaburg (vermutlich im Jahr 817) verstärkt. Der Ringwall, der etwa 65 Meter im Durchmesser hatte, bestand nun aus einem Palisadenzaun und einem Wehrgraben. In der Mitte stand das etwa 20 Meter lange Haupthaus, in dem der Anführer lebte, drumherum Hütten, Häuser, Werkstätten und Ställe. Etwa 200 Menschen lebten hier, die meisten allerdings außerhalb des Walls.

832 gründete Papst Gregor IV. das Erzbistum Hamburg, und Bischof Ansgar wurde dorthin abkommandiert. Er bekam auch eine Kirche, die nördlich des Walls lag. Doch der nützte ohnehin nichts: Im Jahr 845 wurde die Hammaburg von den Wikingern restlos zerstört. Um 900 wurde eine größere, stärkere Befestigungsanlage um das Dorf gebaut.

5. Die Suche: Archäologen finden Beweise für den Standort

Dass wir heute genau wissen, wo sich die Hammaburg befand und zumindest Rückschlüsse auf die Lebensweise ihrer Bewohner ziehen können, haben wir diversen Ausgrabungen zu verdanken. Die erste fand zwischen 1947 und 1957 statt. Möglich wurde sie durch die Zerstörungen der alliierten Bomben, denn danach lag das Gelände mit dem vermuteten Standort ohnehin brach. 1948 fand ein Ausgrabungsteam um Reinhard Schindler erste Hinweise auf eine Burg – bei der es sich aber wohl um die später erbaute Hammaburg handelte. Hinweise auf die erste Hammaburg (bis 845) wurden unter der Leitung von Gwendolin Gregor von 1980 bis 1987 unterhalb des ersten Fundes entdeckt. Erst 2014 und in der Folgezeit konnten Archäologen handfeste Beweise für den Standort der Hammaburg liefern.

Mehr Spannendes aus Hamburgs Geschichte

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