Endstation der S-Bahn gen Westen: Wedel. Da seid ihr schon in Schleswig-Holstein. (© privat )

Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Wedel eigentlich Wedel?

Die Geschichte der Stadt Wedel ist eng mit Ochsen verbunden. Was die Rindviecher mit dem Ortsnamen zu tun haben, lest ihr hier.

Alljährlich findet im Frühjahr in Wedel der Ochsenmarkt mit (neuerdings) Mittelalterfest statt (2019: 26. bis 29. April). Eine Riesensause, die eine sehr, sehr lange Tradition hat: Schon im Mittelalter war Wedel einer der größten Viehmärkte Norddeutschlands, bis zu 30.000 Ochsen wechselten hier in den Frühlingswochen die Besitzer. Und die Rindviecher sind auch für den Namen Wedels verantwortlich, zumindest indirekt: Das altsächsische "Wadil" bedeutet nämlich Furt. Gemeint ist hier die Querung des Ochsenweges über die Aue. Diese befand sich einst in etwa da, wo heute die Mühlenstraße ist. So trieben die Händler die Tiere in großen Trecks von Jütland aus Richtung Süden gen Niedersachsen, über die Elbe. In Wedel, dem letzten Ort vor dem Elbübergang, wurden die Ochsen dann an die flämischen und westerländischen Händler verkauft.

Der Roland als Symbol der Gerechtigkeit

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wedel im Jahr 1212 – möglicherweise war das Gebiet aber schon viel länger besiedelt. Der Beiname "Rolandstadt", die sich auf die Statue desselben auf dem Roland, dem Wedeler Markt, bezieht, steht auch in Zusammenhang mit dem Ochsenmarkt: Er war ein Symbol für Gerechtigkeit, und vor ihm wurde gehandelt und Streitigkeiten gerichtlich beigelegt. Der erste Roland, damals noch aus Holz, wurde vermutlich um 1450 aufgestellt.

Kriege, Seuchen und Brände im 17. und 18. Jahrhundert

Die Blütezeit Wedels endete im 17. Jahrhundert, als erst der Dreißigjährige Krieg, dann die Schwedenkriege und die Nordischen Kriege den Viehhandel erschwerten. Zudem starb ihm Jahr 1622 der Schauenburger Graf Ernst, woraufhin der dänische König Christian IV. die Grafschaft besetzte. Seuchen plagten die Bevölkerung und diverse Brände verwüsteten Wedel mehrmals. Heute gehört Wedel zum Landkreis Pinneberg und somit zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Abschließendes: Wedel in Zahlen

Einwohner: 33.347, davon 51,5 Prozent weiblich und 48,5 Prozent männlich, (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2 Prozent)
Durchschnittsalter: 46,2 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 15,8 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 25,1 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 986 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2491 Einwohner)

... und warum haben die anderen Stadtteile in Hamburgs Westen so komische Namen?

In unserer Reihe haben wir auch noch Antworten auf die Fragen warum Othmarschen Othmarschen heißt, warum Nienstedten Nienstedten heißt und warum Blankenese Blankenese heißt – für euch zum Aufschlauen.

Melde dich für unsere kostenlose Zusammenfassung aller News aus deinem Viertel an. Jede Woche neu.

Jetzt kostenlos anmelden

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.