(© S. Horst )

Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Sülldorf eigentlich Sülldorf?

Kleine historische Exkursion durch die Elbvororte: Warum heißen die so, wie sie heißen? Wir klären euch in unserer Serie auf. Heute: Sülldorf.

Die Geschichte Sülldorfs reicht bis in die Steinzeit zurück. Davon zeugen heute noch Hügelgräber in Op'n Hainholt. Urkundlich wurde das Dorf erstmals 1256 erwähnt – mit dem Namen Suldorpe. Dessen Ursprung ist vermutlich das Wort "Suhle", also Schlammkuhle. Dabei handelte es sich wohl um diverse Wasserlöcher und Matschstellen rund um die Ansiedelung, in denen sich die Säue der damals acht Landwirte gewiss gerne wälzten.

Um die 700 Pferde leben in Sülldorf

Auch heute noch ist der Teil Sülldorfs, der nördlich der Bundesstraße 431 liegt, sehr dörflich: Hier gibt es fast ausschließlich alte, reetgedeckte Bauernhöfe und idyllische Katen. Einer ist der Biohof Timmermann, in dessen Hofladen Produkte aus regionalem, oft auch eigenem Anbau verkauft werden. Ansonsten wird nur wenig Landwirtschaft betrieben, die meisten der Höfe haben auf Pferdewirtschaft umgestellt. Um die 700 Pferde gibt es auf mehreren Reiterhöfen – ein wahres Paradies für alle, die sich gerne auf dem Rücken dieser Tiere durch die herrliche, angrenzende Natur des Klövensteens und der Rissener oder Iserbrooker Feldmark tragen lassen.

Südlich der Bundesstraße ähnelt Sülldorf Blankenese

Südlich der Bundesstraße zeigt Sülldorf ein ganz anderes Gesicht, hier gibt es größtenteils gediegene Wohnbebauung, die in die des angrenzenden Blankenese übergeht. Auch das Freibad Marienhöhe und das es umgebende Waldgebiet gehören noch zu Sülldorf.

Einen Anschluss nach Hamburg erhielt das Geestdorf schon früh: 1883 wurde das erste Bahnhofshäuschen an der Strecke Altona-Wedel errichtet. Eingemeindet wurde Sülldorf aber erst 1938, bis 1927 gehörte es zum Kreis Pinneberg.

Sülldorf in Zahlen

Einwohner: 9.542, davon 50,4 Prozent weiblich und 49,6 Prozent männlich, 13,6 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2/17,1 Prozent)
Durchschnittsalter: 43,2 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 19,8 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 20,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 1.663 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2.491 Einwohner)
Einpersonenhaushalte: 46,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 22,7 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 4,9 Prozent (Hamburger Schnitt: 5,3 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 43.584 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

Auch interessant: Die Historie von Othmarschen, Nienstedten und Iserbrook.

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