Unspalsh / Dave Robinson )

Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Rissen eigentlich Rissen?

Kleine historische Exkursion durch die Elbvororte: Warum heißen die so, wie sie heißen? Wir klären euch in unserer Serie auf. Heute: Rissen.

In Rissen geht es ruhig zu, hier sagen sich sprichwörtlich Hase und Igel gute Nacht. Genau das ist es, was diesen westlichen Hamburger Stadtteil so charmant macht. Hier gibt's vor allem eines: viel Natur. Nördlich der S-Bahn-Linie und Richtung Elbe liegen viele, zum Teil sehr prächtige Häuser mitten im Wald Klövensteen.

Für zwei Jahre war Rissen sogar österreichisch

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rissen am 29. April 1255 als "Risne". Damals gehörte es noch zu Holstein-Pinneberg, 1640 fiel es somit an Christian IV. von Dänemark. 200 Jahre später wurde es dann infolge des deutsch-dänischen Krieges österreichisch (!) – allerdings nur für zwei Jahre, dann ging das Örtchen an die preußische Krone. 1876 wurde Rissen zur selbstständigen Gemeinde, 1927 folgte die Eingemeindung nach Altona, 1938 dann die nach Hamburg.

Ursprünglich eine Moor-, Heide- und Sandlandschaft

Den Wald, der heutzutage mehr oder weniger das gesamte Gebiet des Viertels bis hinunter an die Elbe mit dem herrlichen Strand Wittenbergen bedeckt, gab es übrigens nicht immer. Ursprünglich handelte es sich hier um eine Moor-, Heide- und Sandlandschaft. Fleckchen davon gibt es noch immer, zum Beispiel die herrliche Wittenbergener Heide oder auch das Schnaakenmoor. Die Vegatation bestand früher aus Ried (Schilfgras) und Ries (Strauch- und Buschwerk, verwandt mit dem heutigen Wort Reisig) – dies ist vermutlich der direkte Ursprung für den Namen Rissen, die Endung -sen entspricht dem alten "husen".

Die Godeffroys forsteten das Gebiet auf

Aufgeforstet wurde der Stadtteil von der Kaufmannsfamilie Godeffroy aus Blankenese, die das Land erwarb und Bäume pflanzte. Heute könnt ihr hier herrlich spazieren gehen – entweder an der Elbe oder im Klövensteen, wo ihr euch beispielsweise in der familienfreundlichen Pony Waldschänke stärken könnt. Auch das Wildgehege Klövensteen ist ein tolles Ziel für einen Ausflug mit (oder auch ohne) Kindern. Im "Dorfzentrum" findet ihr eine Einkaufsstraße mit diversen Läden und auch mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser.

Rissen in Zahlen (Stand 31.12.2017)

Einwohner: 15.327, davon 53,8 Prozent weiblich und 46,2 Prozent männlich, 8,1 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2/17,1 Prozent)
Durchschnittsalter: 48,1 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 18,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 30,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 918 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2491 Einwohner)
Einpersonenhaushalte: 45,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 21,3 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 3,4 Prozent (Hamburger Schnitt: 5,3 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 65.855 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

Auch interessant: die Historie und Daten von Othmarschen, Nienstedten, Iserbrook, Blankenese und Sülldorf.

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