(© Maike Schade )

Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Othmarschen eigentlich Othmarschen?

Kleine historische Exkursion durch die Elbvororte: Warum heißen die so, wie sie heißen? Wir klären euch in unserer Serie auf. Heute: Othmarschen.

Wir schreiben das Jahr 1317. Eine kleine Ansammlung von Bauernhöfen duckt sich in die von Bächen und Flüssen durchzogene, einsame Landschaft vor den Toren der trubeligen Hafenstadt Hamburg. Die Ansiedelung ist "villa Othmerschen", das wird in diesem Jahr erstmals urkundlich festgehalten. Angeblich hieß das Dörfchen früher Otmarsheim oder Otmarshusen, benannt nach einem Einsiedler namens Otmar, der einst hier gehaust haben soll. Diese Erklärung halten die Historiker heute aber für falsch. Woher also stammt der Name des heutigen Othmarschen?

Drei Flüsschen und zehn Teiche verwandelten die Gegend in eine Sumpflandschaft

Es war wohl die Geologie, die der Gegend ihren Namen gab. Demnach ist "villa Othmerschen" eine Zusammensetzung aus den Wörtern "oth", was vermutlich so etwas wie "öde" oder "unbewohnt" bedeutet hat und "Merschen", dem Plural von Marschen, sprich: Sumpfland. Denn Wasser gab es genug, allein mindestens zehn Teiche, dazu die Röbbek, die Teufelsbek und die Flottbek, die in die nahe Elbe mündeten. Heute sind diese drei Flüsschen freilich schon lange vollständig oder zum großen Teil ausgetrocknet. Nur noch Straßennamen – Röbbek, Seestraße, Teufelsbrück, Quellental – verraten, dass hier einmal reichlich Wasser den Hang hinabfloss.

Schon im 18. Jahrhundert lebten hier wohlhabende Kaufleute

Öde und einsam ist es hier auch schon lange nicht mehr. Das Örtchen gedieh, wurde 1547/1548 ins Ottensener Kirchspiel eingemeindet. Letztes Zeugnis des alten Dorfkerns sind der reetgedeckte, 1759 erbaute Röperhof am Agathe-Lasch-Weg (heute unter anderem Heimat eines Restaurants) und der daneben liegende Schmidt'sche Hof.

Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammen die Villen, die wohlhabende Kaufleute sich an der Elbchaussee bauten, um der stinkenden Enge der Hamburger Innenstadt zu entkommen. Noch heute wohnen hier vor allem wohlhabende Familien, das Stadtviertel zählt zu den reichsten Hamburg. Das belegen auch die Zahlen:

Othmarschen in Zahlen

Einwohner: 15.281, davon 52,3 Prozent weiblich und 47,7 Prozent männlich, 12,1 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2/17,1 Prozent)
Durchschnittsalter: 42,7 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 20,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 20,9 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 2570 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2491 Einwohner)
Einpersonenhaushalte: 41,8 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 25,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 2,0 Prozent (Hamburger Schnitt: 5,3 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 108.258 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

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