Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Nienstedten eigentlich Nienstedten?

Kleine historische Exkursion durch die Elbvororte: Warum heißen die so, wie sie heißen? Wir klären euch in unserer Serie auf. Heute im Programm: Nienstedten.

Wo war die "Alte Stätte"? Das ist hier die Frage, denn Nienstedten (früher Nygenstede) bedeutet "Neue Stätte". Was impliziert, dass die Ansiedelung aus Bauernhöfen und Handwerksbetrieben sich in früherer Zeit an anderer Stelle befand. Urkunden darüber gibt es aber keine, und so kann nur spekuliert werden: Lagen die Häuser und Hütten weiter südlich und wurden bei einer Sturmflut weggespült, brach das Steilufer womöglich ab? Oder lag die alte Stätte in nordwestlicher Richtung, wo die Überreste zahlreicher Siedlungen und Grabstätten gefunden wurden? Es gibt noch weitere Theorien, Beweise aber für keine von ihnen.

Wohlhabende Kaufleute und Reeder wohn(t)en hier

Bleiben wir also bei den Tatsachen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nienstedten im Jahr 1297. Während zunächst Bauern und Handwerker hier lebten, zogen nach und nach immer mehr wohlhabende Kaufleute und Reeder an die "Neue Stätte", um die herrliche Elblandschaft zu genießen. Auch heute noch ist Nienstedten genau wie das angrenzende Othmarschen einer der reichsten Stadtteile Hamburg. Nur zwei Mal im Jahr verwandelt sich das beschauliche Örtchen in eine wilde Meile, wenn der historische Jahrmarktauf die Straße lockt.

Nienstedten war das kirchliche Zentrum von Hamburgs Westen

Mittelpunkt des Dorfes war und ist die Kirche, die 1751 erbaut wurde und "Nygenstede" (später Nigenstede, Neuenstadten) bis ins 20. Jahrhundert hinein zu einem der wichtigsten geistlichen Zentren vor den Toren Hamburgs machte. Die Ernennung zum Kirchspiel, zu dem auch die Dörfer Rissen, Sülldorf, Schenefeld, Blankenese, Dockenhuden, Osdorf, Lurup, Groß- und Klein-Flottbek sowie der Nordteil der Elbinsel Finkenwerder gehörten, muss aber schon sehr viel früher, im 12. Jahrhundert erfolgt sein. Vielleicht sogar noch an der "Alten Stätte"?

Nienstedten in Zahlen

Einwohner: 7307, davon 52,7 Prozent weiblich und 47,3 Prozent männlich, 10,6 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2/17,1 Prozent)
Durchschnittsalter: 46,2 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 19,9 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 25,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 1668 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2491 Einwohner)
Einpersonenhaushalte: 43,6 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 23,3 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 1,8 Prozent (Hamburger Schnitt: 5,3 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 120.716 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

Quelle: Statistikamt Nord, Stand 31.12.2017

Mehr Historisches aus euren Vierteln

Ihr wollt noch mehr über euren Lieblingsstadtteil erfahren? Dann schlendert doch mal durch die dänische Geschichte Ottensens. Oder schaut, was sich hinter euch bekannten Denkmälern und Statuen verbirgt: zum Beispiel dem Ottenser Torbogen. Wer sich schon immer mal gefragt hat, warum Othmarschen eigentlich Othmarschen heißt, für den haben wir hier tolle Erkenntnisse.

Melde Dich für unseren Newsletter an und sei immer ganz nah dran an deinem Hamburg

Jetzt anmelden

Weitere Artikel aus Deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit Ihrer Stadt, Ihrem Viertel, Ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.