(© M Schade )

Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Iserbrook eigentlich Iserbrook?

Kleine historische Exkursion durch die Elbvororte: Warum heißen die so, wie sie heißen? Wir klären euch in unserer Serie auf. Heute: Iserbrook.

Obwohl Iserbrook nicht an die Elbe grenzt, zählt es doch zu den Elbvororten. Der Grund: Der Stadtteil gehörte zur Landgemeinde Dockenhuden, die im Jahr 1919 ein Teil von Blankenese wurde. Anders als in diesem ehemaligen Fischerdorf wohnten in Iserbrook aber nie reiche Kaufleute und Reeder. Das ist bis heute so geblieben, der Stadtteil ist vergleichsweise unprätentiös – und liegt mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen pro Steuerzahler von rund 39.400 Euro nur wenig über dem Hamburger Schnitt. Zum Vergleich: Im benachbarten Nienstedten sind es rund 200.000 Euro.

Iserbrook: Brachland mit Eisenerzvorkommen

Einen wirklichen Dorfkern gab es nie, bis heute vermissen die Iserbrooker ein wirkliches, gewachsenes Ortszentrum in dieser nichtsdestotrotz beliebten Wohnsiedlung. Kein Wunder, dass die Gegend früher kaum besiedelt war, schließlich war es offenbar ein sumpfiges Brachland, – darauf deutet das niederdeutsche "Brook" im Namen hin. Das "Iser" bedeutet "Eisen". Vermutlich bezieht sich der Name auf Eisenerzvorkommen, das hier und/oder im angrenzenden Schenefeld gewonnen wurde. Die erste bekannte Nennung von Iserbrook stammt aus dem Jahr 1588: Daniel Freese zeichnete "Iserenbrock" auf einer Landtafel ein.

Das erste Haus wurde für den Bahnwärter gebaut

Für intensive landschaftliche Nutzung war das Gelände offenbar zu feucht, es gab nur einige Viehweiden und Felder. Erst der Kaufmann Johan Cesar Godeffroy, der die Gegend angeblich sehr liebte, forstete Iserbrook Mitte des 19. Jahrhunderts mit 25.000 Fichten auf. Von diesem Forst gibt es nur noch ein kleines Überbleibsel, heute besteht das Viertel größtenteils aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. Das erste, das hier gebaut wurde, war übrigens das Bahnwärterhaus. Es wurde nötig, als Iserbrook im Jahr 1883 mit der neuen Bahnlinie Blankenese-Wedel Anschluss an Hamburg bekam.

Iserbrook in Zahlen

Einwohner: 11.468, davon 53,3 Prozent weiblich und 46,7 Prozent männlich, 8,7 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2/17,1 Prozent)
Durchschnittsalter: 45,9 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 18,1 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 25,1 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 4.295 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2.491 Einwohner)
Einpersonenhaushalte: 45,0 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 22,0 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 3,8 Prozent (Hamburger Schnitt: 5,3 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 39.439 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

Historie von Othmarschen und Nienstedten

Ihr wollt mehr über die Historie der Elbvororte wissen? In unserer Serie haben wir bereits Othmarschen und Nienstedten vorgestellt.

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