(© privat )

Hamburgs Elbvororte: Warum heißt Blankenese eigentlich Blankenese?

Kleine historische Exkursion durch die Elbvororte: Warum heißen die so, wie sie heißen? Wir klären euch in unserer Serie auf. Heute: Blankenese.

Blankenese ist der wohl ungewöhnlichste Stadtteil Hamburgs. Schon wegen seiner Geographie: Eiszeitliche Gletscher haben hohe Hügel vor dem Elbstrand zusammengeschoben. Der Süllberg und der Baurs Berg sind mit 73 bzw. 95 Metern Höhe mit die größten Erhebungen unserer Hansestadt. In der Talsenke zwischen ihnen liegt das Treppenviertel, noch eine Besonderheit: Hier gibt es nur eine Straße, die sich in wilden Kurven nach unten schlängelt, die restlichen Häuser sind nur über Treppen erreichbar. Die meisten sind kleine, schnuckelige, süße, uralte Fischerhäuschen, in denen früher Kapitäne und Lotsen ihren Lebensabend verbrachten. Um das Treppenviertel, den alten Dorfkern, herum, entstand im Laufe der Zeit ein prächtiges Villenviertel. Heute gehört das ehemalige Fischerdorf zu den wohlhabendsten, großbürgerlichsten Vierteln Hamburgs.

Schon im 11. Jahrhundert stand auf dem Süllberg eine Burg

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Blankenese im Jahr 1301. Damals gehörte es noch zum Landkreis Holstein-Pinneberg, stand also unter dänischer Herrschaft. Doch schon viel früher gab es dort eine Ansiedelung: Auf dem Süllberg, auf dem heute ein Hotel und mehrere Restaurants von Karlheinz Hauser stehen, stand schon im 11. Jahrhundert eine Burg, in der Raubritter hausten. Später gehörte Blankenese zum Herzogtum Holstein, 1866 fiel es an Preußen. 1919 vergrößerte sich das Dörfchen durch den Zusammenschluss mit Dockenhuden, 1927 wurde es zu Altona eingemeindet und 1938 mit Altona schließlich zu Hamburg.

Eine glänzende Landzunge gab dem Viertel den Namen

Der Name setzt sich höchstwahrscheinlich aus den beiden plattdeutschen Wörtern blanke und Nese zusammen, was soviel wie helle, reine Nase bedeutet. Gemeint war damit wohl eine Landzunge, die bei Flut überspült wurde und bei Ebbe sauber glänzend dalag. Sie wurde jedoch bei einer Sturmflut im 17. Jahrhundert davongerissen.

Abschließendes: Blankenese in Zahlen

Einwohner: 13.491, davon 53,1 Prozent weiblich und 46,9 Prozent männlich, 8,3 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 40,8/49,2/17,1 Prozent)
Durchschnittsalter: 46,8 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Minderjährige: 18,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 16,3 Prozent)
Senioren 65+: 27,6 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 18,2 Prozent)
Bevölkerungsdichte: 1744 Einwohner pro Quadratkilometer (Hamburger Durchschnitt: 2491 Einwohner)
Einpersonenhaushalte: 45,7 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 20,8 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 1,7 Prozent (Hamburger Schnitt: 5,3 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 117.139 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

... Und warum haben die anderen Stadtteile in Hamburgs Westen so komische Namen?

In unserer Reihe "Warum heißt... eigentlich...?" haben wir auch noch die Historie und Daten von Othmarschen, Nienstedten, Sülldorf und Iserbrook für euch zum Aufschlauen. Ihr dürft uns später danken.

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