(© Unsplash / Robert Bye )

10 Hamburger Fußball-Helden und was sie heute machen

Ein Weltmeister, ein Zocker, ein Stinkefinger und "Uns Uwe" – alles Geschichten, die in Hamburg ihren Ausgang nahmen. Hier kommen 10 Fußball-Helden aus unserer Stadt. Das machen sie heute.

1. Ein Deutscher Meister aus Eimsbüttel: Patrick Owomoyela

Eigentlich komisch, dass Patrick Owomoyela nie bei der Profimannschaft des HSV oder bei St. Pauli gelandet ist. Kickte schließlich die ganze Jugend vor der Haustür der beiden großen Clubs, bei Stellingen und bei Grün-Weiß Eimsbüttel, dem Verein gleich gegenüber der Lenzsiedlung. Später ging es zu Werder Bremen und natürlich zu Borussia Dortmund, wo der gelernte Gas- und Wasserinstallateur zweimal Deutscher Meister und Pokalsieger wurde. Klar, Nationalspieler auch. Heute ist "Owo" Experte bei Sky. Und sorgte kürzlich mit einer Hitler-Parodie für einen Eklat im Fanradio vor Borussia Dortmund. Hat sich aber entschuldigt, der Patrick.

2. Von Niendorf ins Finale der Champions League: Stefan Effenberg

Victoria Hamburg ist fußballerische Heimat des großen Blonden, der mit seinem Auftreten noch heute polarisiert. Stefan Effenbergs Art liebt man, oder man tut ihn als Spinner ab. Dass er kicken konnte, bestreitet niemand. Bei den Bayern, mit denen er 2001 Champions League gewann, genießt er Heldenstatus. In Mönchengladbach, wo seine Profikarriere begann, ist er nur der "Tiger". Geboren wurde Effe, dessen Nationalmannschaftskarriere mit einem ausgestreckten Mittelfinger quasi endete, in Niendorf. Heute ist er gern gesehener Experte bei Fußballshows. Und nicht mehr ganz so oft in den Boulevardblättern vertreten wie noch vor einigen Jahren.

3. Ein HSV-Fan am Bosporus: Gut gepokert, Max Kruse

Eigentlich ist Max Kruse der Unvollendete. Vor den Toren Hamburgs aufgewachsen, machte der Reinbeker nie ein Geheimnis daraus, als Kind HSV-Fan gewesen zu sein. Trotzdem ging es über die Vier- und Marschlande nicht in den Volkspark. Schade eigentlich, denn ausgerechnet bei Werder Bremen sollte der Grundstein für eine ziemlich beeindruckende Karriere gelegt werden. Die in der Nationalmannschaft hat sich der leidenschaftliche Pokerspieler mit Eskapaden zwar zerschossen. 75.000 Euro in einem Taxi zu verlieren – das schafft eben nicht jeder. Aber heute kickt Kruse aber bei Fenerbahçe Istanbul – angeblich für 2,5 Millionen Euro im Jahr. Plus Handgeld. Gut gepokert, Max.

4. Der Weltmeister-Macher aus Barmbek: Andreas "Andi" Brehme

Ein Schuss. Ein Tor. Weltmeister. Im Juli 1990 wurde Andi Brehme zur Legende – mit seinem Final-Elfmeter in Rom. Geboren 30 Jahre zuvor im Hamburger Arbeiterstadtteil Barmbek, schlug er seine ersten Flanken beim HSV Barmbek-Uhlenhorst, wo sein Vater Bernd zum Inventar gehört. Später wurde er mit den Bayern Deutscher Meister mit Inter Mailand rockte er die italienische Liga. Heute lebt Andi Brehme in München. An einige seiner Sprüche erinnert ihr euch sicher noch. Vielleicht ja an den: "Das Unmögliche möglich zu machen, wird ein Ding der Unmöglichkeit."

5. Die Hamburger Legende: Uwe Seeler

Müssen wir zum "Dicken" noch viele Worte verlieren? Nein. Wollen wir aber. An Uwe Seeler ist irgendwie alles Hamburg. In Eppendorf ging er zur Schule. Geheiratet wurde natürlich in der Hochzeitskirche St. Johannis am Alsterlauf. Und im Gegensatz zu anderen Kickern ist er hier geblieben, obwohl die Italiener aus Mailand damals Geldkoffer anschleppten. Uwe spielte lieber weiter für seinen HSV, mit dem er so ziemlich alles gewann. Und ging nach der Karriere einfach ganz normal arbeiten. Heute lebt er in seinem Bungalow Ochsenzoll. Und leidet mit seinem abgestiegenen HSV. Hat er nicht verdient.

6. Das Gesicht des FC St. Pauli: Holger Stanislawski

Wenn einer für die erfolgreichste Zeit des FC St. Pauli steht, dann ist das ja wohl Holger "Stani" Stanislawski. Als Spieler. Als Trainer. Und irgendwie immer auch als eine Art Übervater. Was hat ihn nur geritten, 2011 in die Provinz zu diesem komischen Club zu gehen? Hoffenheim – der Anfang vom Ende. Aber nur am Ball. Denn nun führt Stani eben einen Supermarkt in Winterhude. Übrigens gemeinsam mit einem Ex-Profi des HSV. Nebenbei gibt er im Fernsehen gern mal Schlaues von sich. Ein Lebenskünstler, der Stani. Und ein echter Typ.

7. Der "Torbutler": Charly Dörfel

Heute würde man Gert "Charly" Dörfel wohl als "Torbutler" bezeichnen. Ohne seinen Flankengeber wäre Uwe Seeler im Strafraum ziemlich verhungert. Ganz nebenbei ist Charly auch noch der erste Torschütze des HSV in der Bundesliga. Nach der Karriere, die er bei Barmbek-Uhlenhorst ausklingen ließ, trat Charly als Clown im Zirkus auf. Und arbeitete im Ortsamt in Stellingen. Klasse Typ. Echter Hamburger. Und gerade 80 geworden.

8. Der "Schrank" aus Altona: Jonathan Tah

Jonathan Tah erblickte 1996 in Hamburg das Licht der Welt und machte später sein Fachabitur an einer Schule in Langenhorn. Er kickte für Altona 93 und Concordia, bevor der HSV ihn castete. Doch so recht glauben mochte man an den jungen, kräftigen Verteidiger nicht, ließ ihn 2014 nach Leverkusen ziehen. Schade eigentlich, denn heute ist Tah ein Schrank von einem Innenverteidiger. Und deutscher Nationalspieler. Vielleicht ja sogar irgendwann ein Hamburger Weltmeister – wie Andi Brehme.

9. Der Hamburger, der mit Neymar kicken darf: Eric Maxim Choupo-Moting

Ein gebürtiger Hamburger, der mit Neymar in einer Mannschaft kickt? Unmöglich, oder? Nö! Eric Maxim Choupo-Moting, der früher mal bei Teutonia, Altona und Pauli gegen den Ball trat, hat tatsächlich einen Vertrag beim Scheich-Club Paris Saint-Germain ergattert. Streicht in der französischen Metropole Millionen Euro ein, Titel sowieso. Und darf in der Champions League ran. So schlecht kann der Junge, den der HSV 2011 kostenlos nach Mainz abschob, ja dann wohl nicht sein. Ärgerlich, oder? Für Hamburg.

10. Junge, komm’ bald wieder: Fiete Arp

Ach, Fiete. Was für ein Versprechen an die Zukunft, dieser im Jahr 2000 im Hamburger Speckgürtel geborene Junge. Schon mit zehn Jahren kommt Jann-Fiete Arp zum HSV, durchläuft sämtliche Jugendnationalteams. Mit den Profis des HSV steigt er ab, bleibt aber trotzdem, darf in der Saison darauf jedoch kaum spielen. Angeblich reicht es nicht für die zweite Liga. Jetzt verdient Arp Millionen. Bei Bayern München. Hartes Brot. Bislang schaffte er es bei der Startruppe in München kaum in den Kader. Ach, wärst Du mal in Hamburg geblieben, Fiete. Aber Türen öffnen sich ja manchmal wieder.

Die Raute im Herzen: Noch mehr zum HSV

Immer erste Liga? Das war einmal. Der Aufstieg vergeigt, der HSV spielt auch in dieser Saison in der zweiten Liga. Unser Autor kennt 10 gute Gründe, warum wir kein Hamburger Stadtderby brauchen. Auswärts dann in Rosa? Himmlisch oder hässlich – an den neuen HSV-Trikots scheiden sich die Geister.

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