Jenischpark (© Helmut Reich / Freunde des Jenischparks )

Stadtbekannt: Alteingesessene Hamburger Familiendynastien

Manche Familien, ihre Unternehmen und die Geschichten dahinter sind bekannt, andere Namen kennt ihr nur von Straßenschildern. Gemeinsamkeiten haben sie auf jeden Fall: Neben Reichtum und Besitz zeichnen sie sich durch Bescheidenheit und vornehme Zurückhaltung aus – typisch hanseatisch eben. Wir stellen 5 Hamburger Familiendynastien vor.

Hagenbeck: Mit Seehunden ging der Erfolg los

Los ging alles 1848 mit sechs Seehunden, die der Fischhändler Gottfried Hagenbeck ausstellte. Sein ältester Sohn Carl Hagenbeck übernahm das Tiergeschäft, das zur größten Tierhandlung der Welt wurde. Unter dem ursprünglichen Namen "Hagenbeck's Thierpark" verbinden Hamburger und auch Touristen längst etwas anderes: Den privat betriebenen Tierpark Hagenbeck. Seit mehr als zwei Jahrhunderten ist die Familie in Hamburg ansässig und erfolgreich. Manche Familienmitglieder tragen noch immer den Ring mit dem Familienwappen und wohnen nahe des Tierparks in der Familienvilla. Andere hat es in andere Städte verschlagen.

Familie Otto: Gesellschaftliches Engagement

Auch wenn längst nicht mehr durch den Otto-Katalog geblättert wird, ist der Name in ganz Deutschland ein Begriff. Hamburg und Otto – das gehört zusammen. Und das, obwohl die Familie erst nach dem 2. Weltkrieg in die Hansestadt zog. Die Familie ist inzwischen groß und weit verzweigt, es gibt Halbbrüder und -schwestern, Cousinen und Cousins. Neben dem international erfolgreichen Unternehmen der Otto Group mit rund 52.000 Mitarbeitern, sind die "Ottos" bei den Hamburgern aber vor allem bekannt durch unterschiedliche Stiftungen und das damit einhergehende gesellschaftliche Engagement.

Ausflug zu den Adligen: Familie von Jenisch

Die Geschichte der Jenischs reicht weit zurück, bereits im 14. Jahrhundert bekleideten diese bereits politische Ämter. Die Nähe zum Hafen und die damit verbundenen Handelsmöglichkeiten lockten Zimbert Jenisch 1605 nach Hamburg. Eine Heirat in eine einflussreiche Familie, die Amsincks, diente wohl nicht nur der Liebe. Der Erfolg und der Reichtum besteht noch heute. 1906 wurde die Familie in den Adelsstand erhoben und heißt seitdem "von Jenisch". Einen Teil des großzügigen Besitzes kennen wir Hamburger nur zu gut. Schließlich ist ein Spaziergang im Jenischpark und ein Besuch im Jenischhaus immer einen Ausflug wert. Wo früher nur Adlige und einflussreiche Kaufleute auf Einladung des Hauses spazieren gingen, besteht schon lange freier Zutritt für jedermann.

Sieveking: Seit Jahrhunderten für die Bürger da

Eine Urahnin wurde 1654 als Opfer eines Hexenprozesses auf dem Scheiterhaufen verbrannt, doch so tragisch ging es mit einer der bekanntesten Familien der Stadt nicht weiter. Ursprünglich aus Westfalen, sind die Sievekings seit 1734 in Hamburg ansässig und tätig. Neben dem erfolgreichen Kaufmannsgeist, der in vielen Generationen vorherrschte, ist die große Familie vor allem durch ihr wohltätiges Handeln bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts half Amalie Sieveking den Ärmsten und Schwächsten der Stadt und gilt damit als Mitbegründerin der organisierten Diakonie in Deutschland. Noch immer gibt es die Amalie-Sieveking-Stiftung und ein Krankenhaus mit ihrem Namen. Andere – männliche – Mitglieder waren Senatoren und / oder Bürgermeister. Momentan wächst bereits die zehnte Generation der Sievekings heran, die vor fast dreihundert Jahren nach Hamburg gekommen ist. Die "Normalos" unter uns, die nicht in den hohen Kreisen verkehrt, kennen den Namen wohl nur vom Sievekingplatz, der Sievekingsallee oder dem Sievekingdamm.

Sillem: Buch und Homepage über die Genealogie

Der Name ist vielleicht nicht so bekannt wie die oberen, auch wenn ihr in Eimsbüttel durch die Sillemstraße spazieren könnt. Doch diese Dynastie hat einiges zu erzählen und lädt alle Familienmitglieder dazu ein, sich mit der Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Dafür gibt es eine Homepage auf vier Sprachen, schließlich sind die vielen Mitglieder inzwischen auf der ganzen Welt verteilt. Deren Vorväter hatten großen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt Hamburg, schließlich bekleideten sie hohe Ämter, waren Bürgermeister, Ratsherren oder Mitbegründer des Hamburger und Germania Ruderclubs an der Alster, immerhin der zweitältesten Ruderverein der Welt. Trotz eines gescheiterten Spekulanten in der Familienhistorie, der 1843 mit Prachtbauten am Jungfernstieg hoch hinaus wollte, blieb die Familie am Boden und in der Hansestadt ansässig.

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