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Hamburger, die unsterblich sind: 10 Legenden der Hansestadt

Karl Lagerfeld, die Zitronenjette oder Domenica Niehoff: Einige Hamburger hinterlassen tiefe Spuren in der Hansestadt. Welche zehn Persönlichkeiten in Hamburg unsterblich geworden sind, lest ihr hier.

1. Fassreifen und Butterbrot: Der Jung mit'm Tüdelband

Ohrwurm gefällig? Dann los: "An'ner Eck steiht ehn Jung mit'm Tüdelband, n de anner Hand'n Bodderbrood mit Kees". Das Lied der Gebrüder Wolf gehört zu den Songs, die jeder Hamburger kennen sollte und wurde auch von der Hamburger Theater-Legende Heidi Kabel gesungen. Zur Erinnerung an die jüdischen Komponisten wurde 2019 in der Neustadt eine Bronzestatue des Jungen enthüllt. Das Denkmal könnt ihr an der der Fassade des ehemaligen Wohnhauses von Ludwig Wolf bewundern. Ein weiterverbreiteter Irrglauben ist, dass mit dem Tüdelband eine Schnurr oder ein Gummiband gemeint ist. Es handelt sich dabei allerdings um einen Fassreifen, den die Kinder damals mit einem Stock vorantrieben. Das Bodderbrood mit Kees ist aber genau das, was ihr vermutet: eine echte norddeutsche Käsestulle.

2. Cola-Light und Chanel: Karl Lagerfeld

Der wohl bekannteste Satz von Karl Lagerfeld? "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren." Glücklicherweise sind nicht alle Hamburger dieser Meinung. Karl Otto Lagerfeld wurde am 10. September 1933 in der Hansestadt geboren und ist vielen vor allen Dingen für sein exzentrisches Auftreten und seine fantastischen Modekreationen für das Label Chanel bekannt. Unvergessen bleibt auch seine Vorliebe für Cola-Light, seine Liebe zu Katze Chaupette und die Freundschaft mit dem Supermodel Claudia Schiffer. Im Februar 2019 starb der Modezar in Frankreich. In Hamburg bleibt er allerdings unsterblich.

3. Zitronen und der Michel: Henriette Johanne Marie Müller

Henriette Müller kennen die meisten Hamburger nur als Zitronenjette. Die in Dessau geborene Verkäuferin lebte bis 1916 in der Hansestadt und wurde zu damaliger Zeit vor allem durch ihren steten Marktausruf "Zitron, Zitron!" bekannt. Gemeinsam mit ihrer Familie wohnte sie im Gängeviertel, das nicht weit vom Michel entfernt ist. Vor dem steht seit Dezember 1986 eine Bronzestatue von ihr. Die echte Geschichte der Zitronenjette nimmt allerdings kein gutes Ende. Henriette Müller war geistig und körperlich zurückgeblieben. Sie wurde nur 1.31 Meter groß und wog knapp 35 Kilogramm. Außerdem war sie dem Alkoholismus verfallen und landete im August 1894 in der Irrenanstalt Friedrichsberg.

4. Menthol-Zigaretten und Politik: Helmut Schmidt

Hamburg ohne Helmut Schmidt? Unvorstellbar! Der Altkanzler, der mit vollem Namen Helmut Heinrich Waldemar Schmidt hieß, gilt als Retter der Stadt. Während der Sturmflut im Jahr 1962 schnackte Schmidt nicht lange, sondern handelte und half der Hansestadt damit aus der Krise. Später schrieb der gebürtige Hamburger Bücher, gab Interviews und hinterfragte politische Entwicklungen kritisch. Bekannt wurde er allerdings für seine Vorliebe für Menthol-Zigaretten und seine legendären Zitate. 2015 starb der SPD-Politiker. In Hamburg wird er allerdings auf alle Zeit unvergessen bleiben.

5. Bier und Legenden: Klaus Störtebeeker

Jedes Hamburger Kind kennt den Seeräuber Sörtebeeker. Historiker sind sich bis heute nicht sicher, ob, wann und wie Klaus, Klaas oder Claus Störtebeeker gelebt hat. Seine Legende ist in der Hansestadt allerdings unvergessen: Bei seiner Hinrichtung versuchte der Piratenanführer, die Mitglieder seiner Crew zu retten, indem er kopflos an ihnen vorbeilief. Genützt hat's nichts, die Stadt ließ alle Gefangenen hinrichten. Seinen Namen verdankt er übrigens seinen Trinkgewohnheiten. Vier Liter Bier soll er täglich runtergestürzt haben. Stört de Beeker – Stürzt den Becher. Heute kann man im Hamburger Dungeon seine Geschichte miterleben, es gibt die Störtebeeker-Festspiele, in der HafenCity steht eine Statue des Seeräubers und ein neues Bier trägt sogar seinen Namen.

6. Labskaus und Eierlikör: Rüdiger Kowalke

Rüdiger Kowalke starb im Februar 2019 in Hamburg und ist in der Hansestadt als Fischpapst in die Geschichte eingegangen. Der aus Lübeck stammende Gastronom bewirtete lange Zeit den Fischereihafen direkt an der großen Elbstraße. Promis und Politiker nahmen in Kowalkes Restaurant Platz, das heute ein echter Familienbetrieb ist. Bundekanzlerin Angela Merkel soll dem Fischpapst sogar sein Labskaus-Rezept abgeluchst haben. Mit Udo Lindenberg trank Rüdiger Kowalke den ein oder anderen Eierlikör. Trotz der vielen Stars und Sternchen blieb der Gastronom immer freundlich und herzlich zu all seinen Gästen. Deswegen werden die Hamburger ihren Fischpapst auch nicht so schnell vergessen.

7. Wasserträger und Wahrzeichen: Johann Wilhelm Benz

Der Hamburger Ausspruch "Hummel Hummel, Mors Mors" geht ursprünglich auf Johann Wilhelm Benz zurück. Der wurde 1787 in Hamburg geboren und arbeitete in der Neustadt. Bekannt wurde er als Hans Hummel. Hans ist die Kurzform von Johannes, aber warum Hummel? Da sind sich die Historiker noch nicht ganz einig. Einer Theorie zufolge riefen die Kinder dem missmutigen Wasserträger diesen Spottnamen hinterher, weil er in der Wohnung des verstorbenen Stadtsoldaten Daniel Christian Hummel wohnte. So wurde aus Johann Benz, Hans Hummel. Mors Mors ist die Kurzform des niederdeutschen Ausspruches Klei mi an’n Mors (Heute: Leckt mich am Arsch). 1854 starb Hans Hummel, seine Stauten sind allerdings heute noch in der ganzen Stadt zu finden und der Wasserträger ist zu einem Wahrzeichen Hamburgs geworden.

8. Deutschstunde und Liebeserklärung: Siegfried Lenz

Die meisten Hamburger kennen Siegfried Lenz aus dem Deutsch-Unterricht. Wer bei dem Nachkriegsroman "Die Deutschstunde" Falten auf der Stirn bekommt, sollte Siegfried Lenz trotzdem nochmal eine Chance geben. Der Schriftsteller war großer Hamburg-Fan und sein 1992 erschienenes Buch "Leute von Hamburg" ist eine echte Liebeserklärung an die Hansestadt. Siegfried Lenz starb im Oktober 2014, machte sich in seiner Wahlheimat Hamburg aber durch seine Literatur unsterblich.

9. Theater und Plattdeutsch: Heidi Kabel

Heidi Kabel wurde am 27. August 1918 in Hamburg geboren und blieb der schönsten Stadt der Welt ihr Leben lang treu. Hamburger liebten die quirlige Schauspielerin und widmeten ihr sogar den Heidi-Kabel-Platz hinter dem Hauptbahnhof. Direkt vor dem Ohnesorg-Theater steht immer noch eine Statue der Ikone. In dem Theater spielte sie übrigens viele ihrer berühmten Rollen auf Platt. Erst mit 84 Jahren verabschiedete sich die Schauspielerin von der Bühne. 2010 starb Heidi Kabel in Hamburg, bleibt aber unvergessen.

10. Rotlichtviertel und Talkshows: Domenica Niehoff

Domenica Niehoff stammt ursprünglich aus Köln, wurde in Hamburg aber in den 1980er-Jahren als Prostituierte bekannt. Zu dieser Zeit tingelte Domenica durch die deutsche Talkshow-Landschaft und setzte sich dort medienwirksam für die Legalisierung der Prostitution und bessere Arbeitsbedingungen für die Frauen im Rotlichtviertel ein. Mit 45 Jahren beendete sie ihre Karriere im Milieu und widmete sich sozialen Projekten. Im Jahr 2009 starb die ehemalige Prostituierte. Heute gibt es im Hamburger Panoptikum eine lebensgroße Figur von Domenica, die Kölnerin ist im St. Pauli Museum verewigt und seit 2016 gibt es sogar die Domenica-Niehoff-Twiete in Altona-Nord.

Promis aus Hamburg

In Hamburg sind viele bekannte Persönlichkeiten zuhause. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Smudo von den fantastischen Vier in Hamburg lebt? Welche Promis aus Eimsbüttel stammen, hat unser Stadtteilreporter Jonas herausgefunden. Scrollt auch gern mal durch die schönsten Zitate von Hamburger Promis – die haben nämlich wirklich tolle Worte für die schönste aller Städte gefunden.

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