Szene aus "Der Gott des Gemetzels" (© Maurice Kohl )

Hamburg im März: Diese Events solltet ihr nicht verpassen

Ehepaare, die sich in die Haare kriegen, Flohmarkt für Spätaufsteher, drei Fragezeichen, ein rundes Kunstjubiläum und scharfzüngige Literatur: Hier sind die überaus abwechslungsreichen Kulturtipps für den März.

1. Ausreden lassen!

War das eine Szene, wie Kate Winslet sich über die schönen Kunstbücher von Jodie Foster … nun ja, ersparen wir uns die Details. Fest steht: „Der Gott des Gemetzels“, zudem mit John C. Reilly und Christoph Waltz als diskussionsintensive Ehemänner besetzt, war ein superber Film, der zutiefst unterhaltsam auf dem schmalen Grat zwischen Amüsement und peinlicher Berührung balancierte. Allein schon um herauszufinden, ob genau das der Bühnenversion auch gelingt, steht das Stück, in der Regie von Karin Beier, bei mir auf dem Zettel. Der Inhalt noch einmal in kurz: Ferdinand verprügelt Bruno auf dem Schulhof. Einer hat gepetzt, einer verliert zwei Schneidezähne. Die beiden Elternpaare wollen das nun – in Ruhe und wie zivilisierte Menschen – untereinander klären. Klappt nicht ganz. Und macht einen Riesenspaß.

Was: Der Gott des Gemetzels
Wann: 7. März 2019
Wo: Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg

(© Maurice Kohl )

2. Achtung, Katzen-Content

Nein, nicht solche Katzen. Keine niedlichen Beinschmeichler, die mit aufs Sofa kommen. Vielmehr der kiloschwere Brocken, der einem nach durchfeierter Nacht im Genick hängt und die einfachsten Handgriffe ganz, ganz schwer macht: der Kater. Der Hangover. Und weil die Damen und Herren vom Molotow ganz genau wissen, wie sich so etwas anfühlt, gibt es hier die Verbindung zu einem klassischen Wochenend-Thema, zu der man meistens ja auch Lust hätte, wenn da eben nicht der Kater wäre, der Flohmarktbummel natürlich. Den gibt es beim Molotow am Wochenende zur katerfreundlichen Nachmittagsstunde. Entspannt bummeln, Alka Seltzer im Tank, Vinyl kaufen, ein bisschen Schnickschnack. Und wenn ein Stützbier nötig ist, dann ist der Weg auch nicht weit. Super Idee. Muss ausprobiert werden. Geht ja möglicherweise sogar ohne Kater.

Was: Katerflohmarkt
Wann: 9. März 2019
Wo: Molotow, Nobistor 14, 22767 Hamburg

3. Nicht immer nur die Titanic

Versunkenes Schiff, berühmt, aufregend, tragisch? Na klar, die Titanic. Aber nicht nur, denn bei den drei ??? geht es um ein ganz anderes Wassergefährt. Das nämlich liegt schon ein wenig länger auf dem Grund des Meeres, kurz vor der Küste des Ferienortes, wo unsere drei Helden Justus Jonas, Bob Andrews und Peter Shaw Ferien machen. Selbst wenn der Urlaub nicht so verregnet wäre, würden die drei sicher versuchen, den Geschichten um den Goldschatz, der sich immer noch an Bord des Schiffes befinden soll, auf den Grund zu gehen. Gesagt, getan – das dürfte spannend werden im Planetarium. Dort nämlich kommen Fragezeichen-Fans noch an drei Terminen im März in den Genuss des großartigen 3-D-Hörspielerlebnisses „Die drei ??? und das versunkene Schiff“.

Was: 3-D-Hörspiel "Die drei ??? und das versunkene Schiff"
Wann: 9./14./24. März 2019
Wo: Planetarium, Linnering 1, 22299 Hamburg

4. Zum 100-Jährigen!

Kurz einmal zur Begriffsklärung: Die Hamburgische Sezession ist eine Künstlergruppe, gegründet 1919, unter den Mitgliedern Maler, Architekten und Literaten. Aufgelöst wurde die Gruppe anno 1933, wiedergegründet nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Ziel der Vereinigung – dem Gründungsvater und Direktor dieser ersten Phase, Max Sauerlandt, ist die Ausstellung gewidmet – war es, Hamburgs Kunstleben wieder ein eigenes Standing, eine neue Perspektive nach dem Ersten Weltkrieg zu geben. Zum 100-jährigen Jubiläum gibt es nun zahlreiche Exponate aus dieser spannenden Zeit Hamburgischer Kunstgeschichte zu sehen. In der Haspa-Galerie werden zum Beispiel Grafiken von Rolf Nesch, Arnold Fiedler sowie Willy Davidson und Fritz Flinte gezeigt, auch Gemälde und Kunstobjekte von Eduard Bargheer, Alma del Banco, Fritz Kronenberg, außerdem Anita Rée und Richard Haizmann sind Bestandteil der Ausstellung.

Was: Ein lebendiges Museum – Max Sauerlandt und die Hamburgische Sezession
Wann: ab 22. März 2019
Wo: Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, 2009 Hamburg

5. Steven is back

Seine Helden, seine Lieblingskünstler, Musiker, Literaten zu treffen, kann ja durchaus eine zwiespältige Angelegenheit sein. Was, wenn die Frau, die so gut singt, eine totale Pfeife ist? Was, wenn der Mann, dessen Songs man sein Leben lang schon hört, ein arroganter Typ ist – und der Autor, der die Worte so unnachahmlich zusammenfügt, dass man bei seinen Büchern vor Lachen kaum Luft bekommt, ein unlustiger Misanthrop ist? Tja, muss man mit klar kommen. Und gut, wenn dem nicht so ist, wie im Falle des Schotten John Niven, dessen Romanheld Steven Stelfox, ein mit allen Wassern gewaschener Musikmogul, jetzt endlich zurückgekehrt ist. War der erste Teil "Kill Your Friends" schon bitterböse und voll schwärzestem Humor, dann legt "Kill 'Em All" sogar noch einen drauf. Niven selbst, mit dem ich das Glück hatte zum Interview (und dem einen oder anderen Kaltgetränk) beisammen zu sitzen, hat im wahren Leben jedenfalls nichts von seinem Heldenstatus eingebüßt, im Gegenteil: Supertyp, schnell, scharfzüngig, dabei aber – im Gegensatz zu seinem Protagonisten – ein Mann mit einem großen Herzen. Für seine Lesung sollte man sich fix Karten besorgen, die Plätze dürften rar sein.

Was: Lesung John Niven – "Kill 'Em All"
Wann: 24. März 2019
Wo: Nochtspeicher, Bernhard-Nocht-Straße 69a, 20359 Hamburg

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