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Hamburg im Januar: Unsere Tipps für Musikfreunde

Inspirierte Musterknaben aus der Hamburger Schule, ein reizvolles No-Name-Festival, Britpop-Klassiker und einiges mehr: Hier sind die musikalischen Tipps für den Januar.

Bernd Begemann

Als Hamburger kommt man einem wie ihm kaum vorbei, Begemanns Bernd ist nicht nur multipel talentiert, sondern auch äußerst umtriebig. Mal sitzt er auf der Bühne und liest aus seinen Lieblingsbüchern, dann steht er an selber Stelle, neben ihm seine mindestens ebenso talentierte Tochter Belinda, und führt durchs Programm der bereits in der vierten Runde laufenden Kinderpop-Konzerte zur „Unter meinem Bett“-Reihe. Wer ihm in Sachen Typisierung auf die Schliche kommen will, wird auf seiner Homepage augenzwinkernd abgeholt. „Herr Begemann ist der musikalischste und der hinterlistigste Frauenversteher der Republik“, heißt es da. Bernd selbst sieht es ein wenig nüchterner: „Ich bin halt’n Typ, der Lieder singt …“, so der Meister qua Selbstbezichtigung. Und als Typ, der Lieder singt, kann man ihm in einer Zeit, da auch der härteste Silverster-Hangover abgeklungen sein sollte, in der zweiten Woche des Jahres live sehen, verstärkt durch seine Stammband "Die Befreiung".

Wann: 10. Januar 2019
Wo: Kukuun, Spielbudenplatz 22, 20359 Hamburg
Was noch: Mehr Infos auf der Webseite

The Jeremy Days

Während Begemann eigentlich nie weg war, steht bei diesem Konzert natürlich das Schlagwort vom Comeback in riesigen Lettern oben drüber. 1987 in Hamburg gegründet, verbuchten Dirk Darmstädter und Co. mit Songs wie „Brand New Toy“ und „Rome wasn’t built in Day“ Hits von Klassikerformat, ihr von Clive Langer und Alan Winstanley produziertes Debüt hielt sich über 20 Wochen in den Albumcharts. Der Split folge nach knapp zehn Jahren anno 1996 und nach einigen One-Off-Reunions startet die Band nun mit großem Besteck ins neue Jahr. Ob das Konzert im Docks ein kurzes Aufflackern bleibt oder möglicherweise Nachhaltigeres dahintersteckt, ist noch offen. Mein Gefühl sagt mir, dass die Jeremy Days zurückgekommen sind, um zu bleiben.

Wann: 18. Januar 2019
Wo: Docks, Spielbudenplatz 19, 2039 Hamburg
Was noch: Mehr Infos auf der Webseite

Mucke bei die Fische

Was dem Seemann sein Garn und dem Angler sein Latein, das ist dem geneigten Konzertgänger sein Early-Adopter-Ticket, frei nach dem Motto: „Ich sah sie, da waren sie noch gaaaaanz unbekannt“. Ich für meinen Teil würde die White Stripes im Logo ins Rennen werfen oder Monster Magnet in der kleinen Markthalle vor etwa 30 Zuschauern. Aber sei es drum, bevor ich mich hier allzu arg in Veteranentalk versteige, blicken wir doch lieber nach vorn und da gibt es mit der FKP-Scorpio-Veranstaltungsreihe „Mucke bei die Fische“ derlei Möglichkeiten, Megabands in spe vor allen anderen zu sehen, gleich mehrfach. Wichtigste Vorraussetzung für die teilnehmenden Künstler*Innen: Sie dürfen noch nie zuvor in Deutschland auf der Bühne gestanden haben. Zweimal fand das Showcase-Festival bereits statt, im Januar folgt das dritte musikalische Blind Date, mit dabei sind u.a. Calva Luise, Jerry Williams, Pitou und Rews.

Wann: 19. Januar 2019
Wo: Molotow, Nobistor 14, 20359 Hamburg
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Zoot Woman

Anfang der Nuller Jahre galten Zoot Woman als eines der größten Pop-Versprechen des noch jungen Millenniums. Songs wie „Living In A Magazine“ verdichteten alles von Protodisco à la Daft Punk über Retro-Pop aus dem Hause Phoenix bis zur Melodieseligkeit nach Tahiti80-Art zu einem urbanen Indie-Update, tanzbar, modern, dabei klassisch wie ein alter ABC-Song. Für den absoluten Durchbruch hat es nicht gereicht, sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass sich Gründungsmitglied Stuart Price zu einem überaus gesuchten Produzenten für Größen wie Madonna oder die Scissor Sisters entwickelt hat. Vielleicht ist es ihnen genau deswegen relativ spielerisch gelungen, sich zurück in den Fokus der geneigten Classic-Pop-Hörer zu schieben. Im Vorjahr veröffentlichten sie ihr Album „Absence“, ihr neues Werk heißt „Redesigned“. Der programmatische Titel ist wörtlich zu nehmen, befin-den sich darauf doch ihre größten Songs in neuem klanglichen Gewand.

Wann: 22 . Januar 2019
Wo: Nochtspeicher, Bernard-Nocht-Straße 69a, 20359 Hamburg
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Stereophonics

Wo wir gerade beim Veteranentalk waren: Der Doppelpack aus Supergrass und den Stereophonics, irgendwann gen Ende des letzten Jahrtausends in der Hamburger Markthalle, war wirklich unglaublich superb. Auf die Reunion erstgenannter Band muss man leider weiterhin warten, die Stereophonics hingegen waren immer am Start und haben Jahr um Jahr solide Alben veröffentlicht. Sie haben mal mit tanzbareren Beats, dann wieder mit klassi-schem Blues kokettiert, und sind doch immer absolut unverwechselbar geblieben. Die Jahrhundertsongs wie die Zeitgenossen von Oasis oder Blur mögen sie nicht im Köcher haben, ihr Stoff aber ist nichtsdestotrotz ungebrochen hörenswert und die Stimme von Sänger Kelly Jones gehörte von Anfang an zu den unverwechselbarsten ihrer Art. Ein klassischer Konzertermin, gleichermaßen für Nostalgiker und Neu-Entdecker.

Wann: 29. Januar 2019
Wo: Docks, Spielbudenplatz 19, 2039 Hamburg
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