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Hamburg im Januar: kiekmos Event-Tipps zum Start ins neue Jahr

Pünktlich am Neujahrsmorgen bekommt ihr hiermit unsere Tipps, die ihr euch im Januar in Hamburg nicht entgehen lassen solltet. Es gibt Kindheitserinnerungen, Bühnen-Legenden und eine Hymne an die Liebe. Viel Spaß!

Und wie habt ihr das Fest der Liebe hinter euch gebracht? Tatsächlich in Liebe? Im Stress? Im Bett? Oder im Transit zwischen den Orten eurer Leben? Fest steht: Da sind wir wieder mal durchgekommen, ganz gleich wie. Ein neues Jahr steht an und ich hätte nichts dagegen, wenn der Ton etwas weniger rau würde als in den vergangenen, oft so hocherhitzten 365 Tagen. Die Tipps für den Januar helfen vielleicht dabei - mit nostalgischer Kindheitsverlängerung, Superhits von gestern, heute und morgen, mit krassen Chören, Kiez und Currywurst.

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Dreimal schwarzer Kater

Was die drei ??? angeht, bin ich tatsächlich das einzige Fragezeichen in meiner Familie, oder anders gesagt: Meine Girls sind voll druff in Sachen Peter, Bob und Justus. Ich aber hinke ein wenig hinterher, auch wenn ich den Titelsong der drei ??? Kids ganz gut auf dem Luftschlagzeug mitspielen kann, beinahe weiß, wo Rocky Beach liegt und was mit Skinny Norris los ist. Irgendwann danach aber endet mein Latein, während Anni und Tine hier erst so richtig anfangen. Vielleicht bringt mich ein Besuch des Planetariums weiter, dort nämlich wird ein Klassiker aus dem Jahre 1971 (klingt schon ganz schön "vintage", oder?) aufgeführt und zwar als soundtechnisch aufgepimptes 3D-Abenteuer: Die drei ??? und die schwarze Katze. Unten stehender Termin könnte bei Veröffentlichung dieser Kolumne ausverkauft sein, aber es gibt diverse Folgetermine bis Ende Februar.

Termin:
9. Januar 2018

Ort:
Planetarium Hamburg
Linnéring 1
22299 Hamburg

Mehr Infos auf der Webseite: www.planetarium-hamburg.de

Think global

Woran denkt ihr beim Stichwort Depeche Mode? Ich für meinen Teil assoziiere umgehend:
"Everything Counts" hören im Kieler "Pfefferminz".
Mit meinem Kumpel und Bassisten Olli die Idee abfeiern, "Policy of Truth" als Rockversion zu covern, um es drei Tage später von Terry Hoax exakt so im Radio zu hören.
"I feel You" um 1993 auf Endlos-Schleife bis zum Augenstillstand.
Mitte der Nuller Jahre ein gigantisches Best-of-Set, zusammen mit Tine in der Hamburger Color Line Arena genossen.
Aus den Augen verlieren.
Wieder in den Sinn bekommen.
Nach "Everything Counts" tanzen. "I Feel You" auf Dauerschleife.

"Global Spirit" nennen Dave Gahan & Co. ihre Tour und ganz gleich, ob man sie bei den letzten Alben noch akribisch verfolgt hat oder nicht - Depeche Mode sind eine superbe Band zum Wiederentdecken, Neuentdecken oder um sie als Die-Hard-Fan über Dekaden im Herzen zu tragen.

Termin:
11. Januar 2018

Ort:
Barclaycard Arena
Sylvesterallee 10
22525 Hamburg

Mehr Infos auf der Webseite: www.barclaycard-arena.de

Nur die Liebe zählt

Um sich zum Start ins neue Jahr kräftig die Gehörgänge durchpusten zu lassen, habe ich diesmal zwei unterschiedlich gelagerte Tipps im Köcher. Da wäre zum einen "Hymne an die Liebe". Aber lasst euch nicht vom Titel beirren, das ist nichts zum Kuscheln oder zum Mitsingen. Bei der polnischen Regisseurin Marta Górnicka geht es laut, um nicht zu sagen, cholerisch zu. Ihren stimmstarken Chor dirigiert sie vom Zuschauerraum aus, zum Vortrag gebracht wird "die brutale Sprache der heutigen Politik: die im Internet und in der öffentlichen Rede um sich greifende Sprache des Hasses." Górnicka zitiert Erklärungen von Politikern sowie "Aussagen von Fundamentalisten und Terroristen und konfrontiert sie mit Popsongs und patriotischen Liedern, Hymnen und Märschen, Volksliedern und Gebetstexten." Klingt aufreibend, anstrengend, stressig? Ohren auf und durch da!

Termin:
21. Januar 2018

Ort:
Thalia Theater
Alstertor
20095 Hamburg

Mehr Infos auf der Webseite: www.thalia-theater.de

Sex, drugs & Currywurst

Ich geb's zu - dass der Tipp hier auftaucht, ist zuallererst auf den unwiderstehlichen Titel zurückzuführen. Die Vorlage davon, Ian Durys Klassiker "Sex & Drugs & Rock'n Roll", dürfte bei mir locker auf um die 1.000 Durchläufe in den letzten drei Dekaden kommen und die von mir verzehrten Currywürste will ich gar nicht erst zählen. Das mit dem Sex lasse ich mal unter der Leitplanke der Verschwiegenheit. Apropos Ian Dury. Das Cover jenes Albums, auf dem sich der obige Song befindet - "New Boots & Panties" aus dem Jahre 1977 - ziert nicht nur Dury selbst, sondern auch sein Sohnemann Baxter, als frecher Dreikäsehoch. Der gute Baxter wiederum hat es inzwischen selbst zum angesehen Musiker gebracht und mit "Prince of Tears" eines der schönsten Alben des vergangenen Jahres herausgebracht. Aber ich schweife ab. Also nochmal in kurz: Kiez, Kurze, Currywurst - das hier ist ein St. Pauli-Rundgang der besonders bodenständigen Art. Ich wünsche unterhaltsames Lustwandeln.

Termin:
24. Januar 2018

Ort:
U-Bahnstation St. Pauli (Ausgang Reeperbahn)
20395 Hamburg

Mehr Infos auf der Webseite: www.hamburg.de

Lärm, die zwote!

Und hier der angekündigte zweite Tipp des Monats mit erhöhtem db-Wert und gesteigertem Anstrengungsfaktor. Erst seit 2012 sind die Aachener Fjørt am Start und haben sich seitdem nicht nur durch brachial-beeindruckenden Postcore mit Hit-Einschlag ausgezeichnet, sondern auch durch eisernen Arbeitswillen. Drei Alben stehen bereits zu Buche und vor allem mit dem aktuellen "Couleur", wie auch der Vorgänger "Kontakt" beim Hamburger Label Grand Hotel Van Cleef erschienen, gelang nicht nur der Sprung aufs VISIONS-Cover, sondern auch in die obere Liga hiesiger Bands. Und was auf Platte schon unglaublich nuancenreich schiebt und drückt und fordert, bekommt im Konzertkontext noch eine Extra-Portion Schmackes oben druff. Sehen wir uns im Pit?

Termin:
30. Januar 2018

Ort:
Knust
Neuer Kamp 30
20397 Hamburg

Mehr Infos auf der Webseite: www.knusthamburg.de

Kindchen-Schema

Anfang der 90er-Jahre hing in unserer WG ein Helnwein-Poster im Flur, darauf eines dieser typischen Gurkengesichter, mit fliehendem Kinn, im befleckten Unterhemd und mit einer deformierten Mütze auf dem Kopf. Die Unterzeile zitierte ein vermeintliches Zuhälter-Sprichwort, das ziemlich unter die Gürtellinie zielte und dass ich in dieser Kolumne nicht wiedergeben möchte. Ganz ehrlich: Ich tät's mir heuer nicht mehr aufhängen, aber allein beim Gedanken daran - und an die Gesichter unserer damaligen WG-Besucher beim Lesen des unappetitlichen Einzeilers - muss ich breit grinsen. Für mich nur ein weiterer Grund, mir die Ausstellung mit den Arbeiten des genialen Gottfried Helnwein zum Thema Kinderporträts nicht entgehen zu lassen.

Termin:
bis 8. April 2018

Ort:
Ernst-Barlach-Museum
Mühlenstraße 1
22880 Wedel

Mehr Infos auf der Webseite: www.ernst-barlach.de/wedel.html

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