Heinz Strunk liest im Januar im Deutschen Schauspielhaus. (© Dennis Dirksen )

Hamburg im Januar: Diese Events solltet ihr nicht verpassen

Wortstarke Poeten im Wettstreit, eine Zeitreise ans Ende des letzten Jahrtausends, Teetrinken mit Herrn Strunk, Kunst und Kicken - 2019 beginnt kulturell und sportlich so vielschichtig wie spannend. Hier sind unsere Event-Tipps für den Januar in Hamburg.

Dichterwettstreit

Das waren noch Zeiten, als der geniale, kürzlich leider verstorbene Ingo Insterburg mit seinen Kumpels Dall, Ehlebracht und Barz zum Dichterwettstreit aufrief. "Es war Wilfried, und nicht Horst. Er verlor die Curryworst", eine der unvergessenen Zeilen aus dem Hause Insterburg & Co. Heute mag man damit vielleicht nicht mehr durchkommen, zudem heißt das Ganze längst "Poetry Slam". Dennoch ist es von der Insterburg’schen C-Wurst bis zur neuesten Ausgabe desselben gar nicht so weit, denn im Städtebattle geht es für Hamburg diesmal gegen den Ruhrpott, im O-Ton: "Ein Abend voller Geschichten aus der Stadt, voller Lachen und voller Schnaps, voller Freude aufeinander und der daran, dass es wie bei jedem Battle am Ende immer nur darum geht, sich zu erzählen, wie das eigentlich so ist, wie es ist, die Straßen der eigenen Stadt zu sehen, die Herzen in den Gassen schlagen zu hören, voll Wörter im Kopf und Geschichten im Bauch." Hätte meinem Namensvetter Ingo sicher auch gefallen!

Wann: 8. Januar 2019
Wo: Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg
Was noch: Mehr Infos auf der Homepage

Whatever happened to the 90’s?

Das Timing könnte kaum besser sein: Kaum hat der einstige Musiksender VIVA für immer das Licht ausgemacht, da kommt Autor Joachim Hentschel in die Stadt geritten, um aus seinem neuen Buch vorzulesen. Das heißt so wie jener Song der Fantastischen Vier, mit dem VIVA einst seinen Dienst aufnahm, nämlich "Zu geil für diese Welt", und erzählt davon, wie das damals eigentlich war, in den tiefen 90er Jahren, als Nilz und Heike und Charlotte und Mola das Musikfernsehen auf links drehten, als der Apple-Würfel in die Büros einzog, Dr. Motte die Love-Parade erfand, AOL drin war, Helmut Kohl plötzlich draußen und die Sonne kurzzeitig ganz verschwunden war. Wer Hentschels Joachim als wortgewandten Schreiber für den "Rolling Stone", die "Süddeutsche Zeitung" und einige Publikationen mehr kennt, weiß: Es kann nur gut werden.

Wann: 14. Januar 2019
Wo: Nochtspeicher, Bernard-Nocht-Straße 69a, 20359 Hamburg
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Teestunde

Als mir neulich beim Büchersortieren plötzlich noch einmal "Fleisch ist mein Gemüse" in die Hände fiel, konnte ich nicht umhin, es direktemang ein weiteres Mal zu lesen. Komisch einerseits, wie präsent und zeitlich nah mir Gurki und die Jungs der Tiffanys immer noch erschienen. Spektakulär andererseits, welch pralle Bibliografie Autor Heinz Strunk in den fünfzehn Jahren seit Erscheinen des Klassikers angehäuft hat. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass sich Licht und Schatten ablösen. Gefielen mir "Die Zunge Europas" und "Heinz Strunk in Afrika" eher so mittel, sind "Der goldene Handschuh", "Jürgen" und auch seine "Titanic"-Kolumne "Intimschatulle" für mich nicht weniger als konkurrenzlose Geniestreiche. Lediglich "Das Teemännchen" habe ich noch nicht in den Strunk-Kanon eingeordnet. Eigenwilliges Meisterwerk? Übergangsbuch? Fingerübungen? Vielleicht verschafft mir das Vorleseerlebnis durch den Meister höchstpersönlich mehr Klarheit.

Wann: 16. Januar 2019
Wo: Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg
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Herhören!

Man muss den Blick nicht allzu weit schweifen lassen, um zu erkennen, dass Meinungsfreiheit, Demokratie, Diversität und Menschenrechte in diesen Tagen durchaus fragil sind. Umso wichtiger sind Aktionen wie die Lessingtage. Zum zehnten Mal findet das internationale Festival für eine offene Gesellschaft am Thalia Theater statt, in diesem Jahr lautet das Motto "Hear Wor(l)d". Der Titel bezieht sich auf das Gastspiel "Hear Word! Naija Woman Talk True", in dem nigerianische Frauen aus ihrer Heimat erzählen. Darüberhinaus wird "Who Is Happy in Russia" von Kirill Serebrennikov gezeigt, Heiner Müllers "Hamletmaschine" und vieles mehr. Zudem unterstützen über 1.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler das Festival mit einer einfallsreichen Kunstaktion, die bislang "ungehörte" Meinungen von Kindern und Jugendlichen aus Krisengebieten auf tellergroße Plaketten skizzieren und zu einer Freiluft-Kunstinstallation zusammenfassen.

Wann: ab 18. Januar 2019
Wo: Thalia Theater, Alstertor, 20095 Hamburg
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Kein Sand(hausen) im Getriebe

Zugegeben - beim Abschluss des Rautenjahres, des ersten (und hoffentlich vorerst letzten) in der Zweiten Liga, hätte es gern zumindest ein Remis für den HSV geben dürfen. Aber auch Holtby, Hunt & Co. mussten es schmerzhaft lernen: Nicht nur zu Hause kann man gegen die Störche verlieren, auch daheim ist Holstein Kiel ein überaus unangenehmer Gegner. Sei es drum, als alter Kieler gibt es für mich keinen "besseren" Ort, um Punkte zu lassen. Um es mit Hans Meyer zu sagen: Gehen Sie davon aus, dass Trainer Hannes Wolf die richtigen Worte für die Mannschaft findet, um sie in den folgenden Wochen für die Wiederaufnahme des Fadens fit zu machen. Erste Station auf dem Weg zurück ins Oberhaus, für das sich auch der FC St. Pauli als durchaus befähigt erwiesen hat, ist das Heimspiel gegen Sandhausen. Im Hinspiel gab es dort ein ungefährdetes 3:0, es spricht nichts gegen ein ähnlich angstfreies Resultat aus hanseatischer Sicht.

Wann: 30. Januar 2019
Wo: Volksparkstadion, Sylvesterallee 7, 22525 Hamburg
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