Die Deichtorhallen (© picture alliance / imageBROKER )

Hamburg im Februar: Diese Events solltet ihr nicht verpassen

Die Anonymität und Enge der Trabantenstädte, Literatur satt, dazu fordernde Theaterformen, ein Arzt, den nicht nur die Frauen lieben und eine umfangreiche Kunst-Ausstellung, die sich ein Scooter-Zitat auf die Fahnen schreibt: Hier sind die überaus abwechslungsreichen Kulturtipps für Februar.

Life in Cities

Angefangen hat Michael Wolf, der seit 1994 in Hongkong lebt, als Dokumentarfotograf. Die Stadt wurde nicht nur sein Zuhause, sondern auch eine überaus ergiebige Inspirationsquelle. Legendär ist Wolfs „100x100“-Serie aus dem Jahr 2006, in der er hundert Bewohner eines Hongkonger Wohnkomplexes porträtierte. Auch „Architecture of Density“, eine zwischen 2003 und 2014 entstandenen Serie von Hochhaus-Ansichten, auf denen kein Himmel, keine Erde zu sehen ist, hat einen überaus einnehmenden Reiz – auf den ersten Blick brutal, entmenschlicht, anonym, in ihrer übersichtlichen Ordnung und Ruhe dabei fast entspannend. Ganz im Gegensatz zu den „Tokyo Impressions“, die den Rausch und die Hektik so direkt abbilden, dass man beim Betrachten allein schon die Beklemmung spürt. Wim van Sinderen hat die ebenso eigenwillige wie faszinierende Ausstellung kuratiert, die noch bis Anfang März zu sehen ist.

Was: Michael Wolf – Life in Cities
Wann: bis 3. März 2019
Wo: Deichtorhallen, Deichstraße 1-2, 20095 Hamburg

Lesezeichen

Am ersten Donnerstag im Februar weht traditionell frischer Wind durch die Buchseiten – der literarische Frühling nimmt dann seinen Auftakt. Zur Ham.Lit geht es gleich richtig rund, zum neunten Mal findet die „Lange Nacht junger deutschsprachiger Literatur und Musik“ statt. Diesmal werden alle Räumlichkeiten im Uebel & Gefährlich und im Terrace Hill bespielt: Drei Bands sorgen für den Sound, sage und schreibe 15 Autorinnen und Autoren sind aufgeboten, einen Einblick in ihre Arbeiten und Werk zu geben, darunter alle erdenklichen Formate von Gedichten über Drama bis zu Kurzgeschichten. Mit dabei sind unter anderem Katharina Adler, Helene Bukowski, Arno Camenisch und Thomas Klump, für die Musik sorgen Rapper Amewu, Sängerin Dorit Jakobs und die Band mit einem Namen, wie gemacht für diesen Anlass: Theodor Shitstorm.

Was: Ham.Lit – Lange Nacht junger Literatur und Musik
Wann: 7. Februar 2019
Wo: Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66, 20359 Hamburg

Die Übriggebliebenen

Schon der Titel strotzt nicht eben vor Optimismus oder Aufbruchstimmung, und in der Tat: „Die Übriggebliebenen“ ist dramaturgisch und inhaltlich eher auf der dunklen Seite zu Hause. Im Mittelpunkt stehen drei Familien, drei Geschwisterkonstellationen, deren Miteinander von unterschiedlichen Machtverhältnissen und Strukturen geprägt ist. Die erste Geschichte dreht sich um drei Geschwister, die in ihrem Elternhaus alt geworden sind, eine zweite Storyline handelt von zwei Schwestern, die ihren aus der Psychiatrie heimkehrenden Bruder erwarten, zu guter Letzt steht eine Beerdigung im Mittelpunkt, bei der zwei Töchter und ein Sohn ihre verunglückten Eltern zu Grabe tragen wollen. Thomas Bernards Auseinandersetzung mit familiären Strukturen ist fordernder Stoff, doppelbödig, politisch, enervierend. Der Cast ist schillernd und das beste Argument für einen Theaterbesuch, werden doch Größen wie Lina Beckmann, Angelika Richter und Jean Chaize auf der Bühne stehen, Regie führt Karin Henkel.

Was: Premiere von "Die Übriggebliebenen"
Wann: 16. Februar 2019
Wo: Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg

Ein neuer Punkt auf der Landkarte

Scharnow, werdet ihr euch fragen, was oder wo ist eigentlich Scharnow? Die Antwort gibt es ab 25. Februar, einige Appetizer machen jetzt bereits die Runde. „Scharnow“ ist der Titel eines Buches und gleichzeitig der Schauplatz des Debütromans von keinem geringeren als Bela B Felsenheimer, seines Zeichens nicht nur Drummer der besten Band der Welt, sondern auch multipel talentierter Alleskönner, der nach Schauspielerei, Musik, Synchronisation, Comic-Verleger und einigem mehr, sich nun auch anschickt, einen Namen als Literat zu machen. Ohne zu viel zu verraten: Wie so vieles bislang in seiner Karriere geht dem Wahl-Hamburger auch dies überaus inspiriert von der Hand. „Scharnow“ ist ein Roman, in dem sich der Spirit Douglas Adams’ mit politischem Zeitkolorit und dem Entertainment-Enthusiasmus seines Autors zu einem echten Pageturner verbinden. Im März geht es dann auf große Lesetour, im Sommer das Live-Comeback seiner Band Die Ärzte, dazu dann mehr Infos zu gegebener Zeit.

Was: Veröffentlichung des Romans "Scharnow" von Bela B
Wann: 25. Februar 2019
Wo: deutschlandweit

Hyper! Hyper!

Nein, hier geht es nicht um Scooter, aber ganz so weit weg vom pumpenden Furor eines H.P. Baxxter sind wir hier auch nicht. „HYPER! A JOURNEY INTO ART AND MUSIC“ nennt Kurator Max Dax die Ausstellung, die sich um die Verbindung der Kunstwelt zum Pop-Kosmos dreht. Es gibt Plakate, Interviews, Diskussionen, Multimedia-Events und Konzerte, unter den teilnehmenden Künstlern sind Namen wie Andreas Gursky, Kim Gordon, Alexander Kluge, Rosemarie Trockel und Wolfgang Tillmans, außerdem Arthur Jafa, Thomas Scheibitz, Peter Saville und Arto Lindsay. Ein prallvolles Programm, dem wir an dieser Stelle kaum gerecht werden. Wir empfehlen einen Blick auf den unten angegebenen Link, das wird – believe the Hype! – eine Riesennummer!

Was: Hyper! A Journey into Art and Music
Wann: ab 1. März 2019
Wo: Deichtorhallen, Deichstraße 1-2, 20095 Hamburg

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