(© Arno Declair )

Hamburg im Dezember: 5 Tipps für Kultur und mehr

Der Altmeister der cineastischen Spannung, die hohe Kunst der Fotografie, drei Nüsse, ebensoviele Fragezeichen und der unsterbliche Hohepriester der Popkultur - der Dezember hat es in Sachen Kultur noch einmal in sich.

Vorsicht, Hochspannung: Hitchcock im Abaton

Deinen ersten Hitchcock vergisst du nie. Meiner hieß "Psycho", mein bester Kumpel durfte bei uns übernachten und der Film war fast zu viel für uns, ich habe damals mehr in die Bettdecke gebissen, als den Film genossen. Das sollte sich über die kommenden Jahrzehnte ändern, Meisterwerke wie "Der unsichtbare Dritte", "Die Vögel" oder eben auch "Psycho" gehören heute zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Dass Hitchcock ein eher nicht so netter Zeitgenosse war, musste man dann schließlich nach und nach erfahren, umso interessanter dürfte sein, was Autor Thilo Wydra in seinem Buch "Hitchcock’s Blondes" an Erkenntnissen zusammengetragen hat. Nach der Buchpremiere um 17 Uhr im Abaton gibt es Hitchcocks Blondinen und einiges mehr in einer Sondervorstellung auch auf der Kinoleinwand, gezeigt wird der Klassiker "Über den Dächern von Nizza".

Wann? 9. Dezember 2018
Wo? Abaton Kino, Allendeplatz 3, 20146 Hamburg
Was noch? Mehr Infos auf der Webseite abaton.de

(© picture alliance/United Archives )

Fur Freunde der Fotografie: "Meret Oppenheim meets Man Ray"

Zu Gothic-Zeiten hing in jeder zweiten Kemenate zwischen Bildern von den Einstürzenden Neubauten und Plattencovern von Alien Sex Fiend oder Bauhaus gern auch mal ein Poster von Man Ray. Wie viel der stilprägende Fotograf aus Philadelphia, Pennsylvania, der von 1890 1976 lebte, im kreativen Köcher hatte, habe ich erst sehr viel später gelernt. Die Ausstellung in der Galerie Levy bietet jetzt die sehr sehenswerte Gelegenheit, dieses Wissen einmal aufzufrischen. Seine Fotos sind längst Ikonen, neben seinen Arbeiten für Modemagazine wie "Harper’s Bazaar" und "Vogue" lag ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens in der erotischen Fotografie, in Paris galt er zudem als einer der Protagonisten der dadaistischen und surrealistischen Künstler- und Literaturszene. Auch die legendären Aufnahmen, die er 1933 von der jungen Meret Oppenheim machte, werden zu sehen.

Wann? Ab 10. Dezember 2018
Wo? Galerie Levy, Osterfeldstraße 6, 22529 Hamburg
Was noch? Mehr unter levy-galerie.de

Ab ins Mehr! Theater für: "Drei Nüsse im Schnee"

Zugegeben, eigentlich gehört dieser Tipp in die Filmrubrik, die Aufführung des tschechischen Klassikers "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist jedoch so spektakulär gepimpt, dass ich sie in die Kulturkolumne mit hinübernehme. Vor zwei oder drei Jahren habe ich den Film mit meinen Girls im Savoy-Kino gesehen und erinnere mich gut daran, dass das verschneite Märchendrama auf der Großleinwand noch um einiges fulminanter daherkam als auf der heimischen Röhre. Umso spannender dürfte es sein, wie das Ganze im Mehr! Theater wirkt, denn dort gibt es on top noch orchestrale Untermalung, Begleitung, Dramatisierung. Das Filmorchester Babelsberg spielt live zur Aufführung des Dauerbrenners aus dem Jahre 1973, wenn es zur Begeisterung des Publikums wieder einmal heißt: „Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter – aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball – aber eine Prinzessin ist es nicht.“

Wann? 13. Dezember 2018
Wo? Mehr! Theater, Banksstraße 28, 20097 Hamburg
Was noch? Mehr Theater unter mehr-theater.de

Für Fans von "Justus! Peter! Und Bob!"

Die drei Fragezeichen Kids - ohohohoooho…habe ich eine Titelmelodie in den letzten fünf Jahren öfter gehört als den superben Soundtrack aus der Feder von Frank Ramond? Ich glaube nicht. Die Abenteuer ein unerschöpflicher Quell der Unterhaltung, der Song perfekter Stoff für Luftschlagzeuger und Hobby-Sänger, sind Justus, Peter und Bob in der Kids-Variante so etwas wie unsere heimlichen Mitbewohner. Und wenn die sich dann kurz vor Weihnachten, quasi nur eine Stück unsere Straße hinauf blicken lassen, dann ist ein Theaterbesuch wohl mehr als Pflicht. Was passiert, wenn in Rocky Beach kurz vor dem Fest die Weihnachtsgeschenke verschwinden, davon erzählt das Bühnenabenteuer "Der Weihnachtsdieb".

Wann? Bis 18. Dezember 2018
Wo? Hamburger Kammerspiele, Hartungstraße 9 - 11, 200146 Hamburg
Was noch? Mehr Infos auf der Webseite hamburger-kammerspiele.de

Für Musik-Kenner: Ein Musical über Bowie

(© picture alliance / Photoshot )

Manchmal sind es gerade die Verrisse, die den geneigten Hörer und Zuschauer aufhorchen lassen. In meinem Fall war es jüngst eine gewohnt fantasievolle Ausführung vom guten Gereon Klug (Hanseplatte), dem die Aufführung der Bowie-Verneigung "Lazarus" so gar nicht gefallen hat. Und in der Tat stellt sich die Frage, wie weit sich ein Bowie-Musical letztlich noch von "Cats", "Tarzan" und "Phantom der Oper" unterscheidet und vor allem, ob es beim umfangreichen Erbe des Popgiganten tatsächlich nötig ist, nachgespielte Abenteuer und Episoden auf die Bühne zu bringen. Aber: Wer es nicht hingeht, kann nicht mitreden, um einmal einen prägnanten Satz meiner Tochter zu zitieren. Ergo: anschauen, selbst eine Meinung bilden. Einer meiner letzten Vorsätze in 2018. Die neuen für 2019 gibt es dann ein paar Tage später. Guten Rutsch!

Wann? 28. und 29. Dezember 2018
Wo? Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg
Was noch? Mehr unter schauspielhaus.de

Freizeittipps für Hamburg im Dezember

Der Dezember hat auch für Musik-Fans noch einiges mehr zu bieten. Egal wie ihr euch entscheidet: Davor lohnt immer noch ein Abstecher auf Hamburgs schönste Weihnachtsmärkte, Glühwein trinken, flanieren und Puderzucker im Schal sammeln. kiekmo wünscht euch dabei viel Freude!

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