Industrieromantik pur: Das Hafenmuseum (© Andreas Daebeler )

Hafenrundfahrt auf zwei Rädern: Hamburgs schönste Biketour

Wenn ihr Hamburg mit dem Rad erkunden wollt, strampelt doch mal durch den Elbtunnel. Auf der anderen Seite erwarten euch ungewohnte Perspektiven und ganz viel Industrieromantik.

Wir treffen uns unter der grünen Kuppel. Da, wo Hamburg kaum hanseatischer sein kann. Vom Michel wollen wir zu einer Radtour starten, die wegführt von klassischen Touristen-Routen. Rüber über unseren Fluss. Dahin, wo Kräne tonnenschwere Container über Frachter hieven. Wo Schauerleute unterwegs sind und der Blick auf die Elbphilharmonie atemberaubend ist, weil sich Sonne und Wasser in der Fassade spiegeln. Mit dem Rad durch diesen Teil des Hafens – vielleicht ist es eine der schönsten Routen überhaupt. Auf geht's!

25 Meter unter riesigen Pötten: Der alte Elbtunnel

Doch erstmal müssen wir rüber. Über die Elbe. Kein allzu großes Problem, zumal schon das Strampeln durch den alten Elbtunnel ein Erlebnis beschert. Der Hall, die alten Fliesen, die lange Flucht und das Bewusstsein, dass knapp 25 Meter über unseren Köpfen riesige Tanker schippern – ziemlich aufregend hier unten. Auch für eingefleischte Hamburger Jungs und Deerns. Knapp 500 Meter radeln wir, bis wir auf der Elbinsel Steinwerder sind. Gleich nebenan erheben sich die Docks von Blohm & Voss.

Atemberaubender Blick von der anderen Elbseite

Auf der anderen Seite des Flusses angekommen, eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf unsere Stadt. Direkt gegenüber der Kiez mit den tanzenden Türmen, ein paar Grad weiter nach Steuerbord die Landungsbrücken nebst Museumsschiff Cap San Diego. Zugegeben, es stinkt zuweilen etwas, wenn die Hafenfähren oder Kümos auf ihrem Weg Richtung Osten vorbei tuckern. Stört uns aber nicht groß.

Wo der Hafen nach schwerer Arbeit riecht

Auch wir machen uns auf den Weg. Weiter in Richtung Veddeler Damm. Der Blick schweift über Brachflächen und Docks. Überall liegen alte Gleise, es sind wenig Radler unterwegs. Irgendwo wird auf Stahl gehämmert, die Strecke ist zuweilen etwas herausfordernd. Ja, der Hamburger Hafen ist immer noch ein Ort, an dem vor allem gearbeitet wird. Wir sind hier nur zu Gast.

100 Jahre Güterumschlag: Ein Besuch im Hafenmuseum

Das sind wir ein paar Minuten später auch im Hafenmuseum an der Australiastraße, die vom Veddeler Damm zu erreichen ist. Hier, auf dem letzten noch aus der Kaiserzeit erhaltenen Kai-Ensemble, liegen alte Schuten, ein Sauger und der Stückgutfrachter MS Bleichen. Güterwagen rosten vor sich hin. In den Hallen des Museums wird gewerkelt, ihr findet immer jemanden, der Geschichten erzählt. Das Herzstück des Hafenmuseums ist der Kaischuppen 50 A. Die Sammlung umfasst Beispiele der materiellen Kultur der letzten 100 Jahre aus Güterumschlag, Schifffahrt, Schiffbau und Meerestechnik.

Über die Freihafenbrücke zurück in die Stadt

Doch wir wollen weiter, lassen den Hansahafen hinter uns und lenken unser Rad auf die Veddel. Den Besuch im Auswanderermuseum BallinStadt sparen wir uns heute. Genießen stattdessen den Blick. Immer wieder linst die Elphi durch Baulücken zwischen den Schuppen.

Am Moldauhafen ist es besonders still. Über die Freihafenbrücke radeln wir in den Baakenhafen, statten dem Theaterschiff MS Stubnitz noch einen Besuch ab und dann geht's zurück in die City. Noch ein Bierchen im Oberhafen trinken und der Hanseatischen Materialverwaltung einen Besuch abstatten. Den Michel können wir schon wieder sehen. Da endet unsere Tour.

Nächstes Mal geht's an die Süderelbe

Für all jene unter euch, die ein wenig mehr Grün sehen wollen, noch ein Tipp hinterher: Wenn ihr aus dem Elbtunnel kommend nicht auf die Veddel abbiegt, sondern weiter geradeaus radelt, landet ihr irgendwann in Harburg. Es sei denn, ihr steuert bei Moorburg die Süderelbe an. Die könnt ihr auf der Kattwykbrücke überqueren, um dann freie Fahrt Richtung Finkenwerder zu haben. An alten Spülfeldern vorbei geht es am Deich Richtung Finkenwerder. Dort könnt ihr die Fähre der Hadag besteigen und seid in kurzer Zeit wieder in der City.

Gutes Rad muss nicht teuer sein

Ihr habt keinen eigenen Drahtesel, um Hamburg radelnd zu erkunden? Dann leiht euch doch eines! Fahrradverleih Hamburg: Hier kommt ihr günstig an ein Zweirad.

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