(© kiekmo )

10 Gründe, warum die Reeperbahn ganz furchtbar ist

Die Reeperbahn. Hamburgs Ort der Finsternis. Und des Lasters. Hier kommen 10 Gründe, warum diese sündige Meile ganz, ganz furchtbar ist.

1. Achtung, Lauschangriff!

Auf der Reeperbahn lauert sie an jeder Ecke: Live-Musik! Nur weil die Beatles hier mal ein paar lausige Gigs hatten, gilt der Kiez als musikalisches Mekka. Docks, Molotow, Mojo Club – erbärmliche Orte mit Bühnen, Bass und Beats. Regelmäßige Konzerte auf dem Spielbudenplatz, dazu das alljährliche Reeperbahnfestival. Das ist doch alles kein Spaß, sondern ein Zustand.

2. So viele bekannte Gesichter wie Lichter

Ein Gang über die Reeperbahn ist der reinste Hindernislauf. Ständig stolpert man über Kiez-Größen und ihr Lebenswerk. Gleich am Spielbudenplatz werdet ihr von Udo Lindenbergs Museum "Panik City" begrüßt, bevor ihr Corny Littmanns Schmidt Theater hinter euch lasst, auf Susi Ritschs Show Bar zusteuert, kurz Lilo Wanders während ihrer Kiez-Sightseeing-Tour grüßt und auf der Großen Freiheit Olivia Jones in die Arme lauft, die das Partyvolk mit gemeinsamen Selfies vor ihren Bars und Clubs bei Laune hält. Herrgott, wie viele Originale braucht eine Straße?!

3. Eins, zwei, Polizei...

Warum genau bleiben immer wieder Leute vor diesem ollen Backsteingebäude stehen und knipsen Fotos? Ach ja: es handelt sich um die Davidwache. Warum sie Stoff für viele Filme hergibt, einen festen Platz im Miniatur Wunderland hat, Fanclubs für sie gegründet und sogar eine Kneipe in Münster nach ihr benannt wurden, verstehen wir nicht. Pfff, der Hype setzt sich sowieso nicht durch. Sieht man ja am Internet.

4. Voll das Theater!

Als Mutti vorschlug, auf dem Kiez einen auf gebildet zu machen, hattet ihr eigentlich an Trink-Kultur gedacht. Stattdessen findet ihr euch im Schmidts Tivoli, Imperial Theater oder Operettenhaus wieder – umgeben von Gesangs- und Schauspielkunst. Könnten Sie das Niveau bitte wieder etwas runter drehen? Danke.

5. Wurst-Case-Szenario

Schön, ihr wollt also auf eure Ernährung achten. Aber was habt ihr dann auf der Reeperbahn zu suchen? Zwischen dem großen Angebot an Fast-Food-Lokalen (Burger! Döner! Hotdogs! Pizza!) thront an der Ecke zur Davidstraße der König unter den Steh-Imbissen: Lucullus. Wie soll man bei dieser leckeren Currywurst stark bleiben?

6. Hat jemand Bier gesagt?

Rund um die Reeperbahn kann man nicht einfach mal so ein Bier trinken. Nein, es muss alles in kultiger Atmosphäre stattfinden – am besten mit Promi-Status. Zum Beispiel in der Ritze. Das ist keine abgerockte Spelunke. Es ist eine Kneipe mit Boxkeller, die schon von Muhammed Ali und Udo Lindenberg besucht wurde. Oder im Silbersack. Das ist keine veraltete Discofox-Bar. Es ist eine gemütliche Gaststätte, in der bereits Heinz Rühmann und Hildegard Knef einkehrten. Viel zu viel VIP-Alarm hier! Unser Tipp: Lieber Zuhause mit Dosenbierchen auf der Couch gemütlich machen.

7. Alles nah bei

Fischmarkt, Hamburger Dom, Hafen, Park Fiction, Schanzenviertel – von der Reeperbahn aus ist wirklich alles um die Ecke. Wo bleibt denn da die Herausforderung?! Wir wollen nicht entspannt zu Fuß zum nächsten Ziel kommen, wir wollen dicht gedrängt in der stickigen S-Bahn stehen!

8. Unter Hochspannung

Ihr findet Hörspiele mit Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen ziemlich aufregend? Dann solltet ihr den Kiez meiden. Die Kriminalgeschichten rund um die Reeperbahn sind nämlich nichts für Weicheier. So trieb etwa Kindsmörderin Elisabeth Wiese in der heutigen Hein-Hoyer-Straße ihr Unwesen. Und Serientäter Fritz Honka hielt im Goldenen Handschuh und im Elbschlosskeller Ausschau nach neuen Opfern. Gruseliger geht's nicht!

9. Alles nur Fassade

Hilfe, das ist hier ja wie in der Disco! Die Medienfassade des Klubhaus St. Pauli ist für ihre Lichtinstallation bekannt. Eine Häuserwand, die leuchtet und funkelt, damit sind wir total überfordert. Schließlich lieben wir doch graue Tristesse! Passt auch viel besser zum Regen in Hamburg.

10. Kiez-Tour über die Reeperbahn: Langweilig!

Ihr kennt das: Kündigt sich Besuch von auswärts an, der zum ersten Mal in Hamburg ist, steht meistens auch eine Tour über die Reeperbahn auf dem Plan. Spätestens auf Höhe der Großen Freiheit kommen eure Gäste aus dem Staunen nicht mehr heraus, während ihr nur mit den Schultern zuckt. Fragen wie "Warum stehen hier so viele Mädels in Moon Boots?" oder "Was ist ein Mexikaner?" pariert ihr mit fundiertem Fachwissen. Und nur dann, wenn ihr euch unbeobachtet glaubt, huscht ein kleines Lächeln über euer Gesicht. Ein bisschen stolz seid ihr nämlich doch – auf eure weltbekannte Reeperbahn.

Und überhaupt: Ganz Hamburg ist furchtbar!

Haha, keine Angst, ein bisschen Spaß muss sein! Wir lieben die Reeperbahn natürlich über alles und finden sie alles andere als furchtbar. Aber mal im Ernst: Ottensen ist ganz schlimm, Eimsbüttel erst recht und nach Eppendorf wollen wir nie wieder! Von der ganzen Stadt fangen wir gar nicht erst an: 10 Gründe, warum Hamburg ganz furchtbar ist.

Melde dich für unsere kostenlose Zusammenfassung aller News aus deinem Viertel an. Jede Woche neu.

Jetzt kostenlos anmelden

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.