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Graffiti in Hamburg: 10 Orte mit besonderer Street Art

Legal, illegal, egal? Diese Künstler bringen mit Graffiti, Street Art und Murals Farbe nach Hamburg. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch die Stadt und zeigen euch die schönsten Graffiti in Hamburg.

1. Freakiges Graffiti am Hamburger Millerntor-Stadion

Normal kann jeder. Wir lieben Freaks! Vor allem die von dem Künstler Rebelzer. Seine Freaks zieren Wände auf der ganzen Welt, es gibt sie als Aufsteller, als Klorollenhalter und als Holzkacheln. Hamburgs wohl berühmtester Freak aber ziert, na klar, das Millerntor. Sein Herz schlägt – unübersehbar – für den FC St. Pauli.

Infos: Freak von Rebelzer, Millerntor Stadion, Harald-Stender-Platz 1, 20359 Hamburg

2. Am Abgrund: Street Art auf Hamburgs Schanze

In Paris malte er ein riesiges Loch auf eine Autobahn, was bei dem einen oder anderen ordentlich Herzrasen verursacht haben wird. Denn die abstrakten Bilder von 1010 (Tenten) sind ein Spiel mit Farben und Formen, eine perfekte optische Täuschung. Sie ziehen den Betrachter in den Abgrund. Und so heißt auch das Bild des Hamburgers, der zu den angesagtesten Urban-Art-Künstlern des Landes gehört. "Abyss", der Abgrund, ziert seit dem Knotenpunkt Festival 2014 die Wand in der Bleicherstraße 66.

Infos: Abyss von 1010, Bleicherstraße 66, 22767 Hamburg

3. Blickfang in Eimsbüttel: Super Mario von Elmar Lause

Ebenfalls auf Einladung des Knotenpunkt Festivals ist das 17 x 9 Meter große Wandbild in der Eimsbüttler Tornquiststraße entstanden. Der "Supasusa" stammt vom Hamburger Urban-Art-Künstler Elmar Lause. Was auf den ersten Blick wie eine riesige Figur aus dem Computerspiel Super Mario aussieht, stellt den Betrachter aber schnell auf den Kopf. Oben und unten sind wegen des fehlenden Kopfes nicht eindeutig zu erkennen. Oder Moment mal: Sind das Hosenböden oder Augen? Egal! Eines von Hamburgs coolsten Murals! Eimsbush eben...

Infos: Supasusa von Elmar Lause, Tornquiststraße, 20259 Hamburg

4. Graffiti in Hamburger Hinterhof: Der alte Mann und das Netz

Für diesen Seemann ist nicht ein Künstler, sondern eine ganze Künstlergruppen verantwortlich: Jakob Tory Bardou, Holger Weißflog und Veit Tempich sind die Berliner Crew innerfields und arbeiten schon seit 1998 zusammen. Für die Agentur Beebop Media, deren Mitarbeiter aus ihren Büros jetzt einen herrlichen Blick auf den alten Seemann genießen, haben sie 2014 FischersNetz auf die Wand im Hinterhof der Social-Media-Agentur gesprayt. Der alte Mann und das Netz: Gefangen im Internet, manövriert sich der bärtige Seebär durch sämtliche Social-Media-Kanäle des World Wide Web. “Die Globalisierung durch Schiffe und Matrosen gab es schon lange, bevor es das Internet gab, was den Fischer zu einem vielschichtigen Motiv macht und Hamburg zum perfekten Ort für dieses Wandbild“, beschreibt die Agentur das Bild.

Infos: FischersNetz, Lippmannstraße 59, 22769 Hamburg

5. Das jüdisches Leben im Grindelviertel als Bild

Der Grindel ist bekannt als Hamburgs jüdisches Viertel. Einst lebten auf der Ecke zwischen Rothenbaumchaussee und Grindelallee mit Bornplatz-Synagoge, Talmud-Tora-Schule und dem Joseph-Carlebach-Platz 25.000 Juden. Das war vor der Machtübername der Nationalsozialisten. Ihre grausamen Taten sind im Grindel bis heute spürbar. Neben den vielen kleinen Stolpersteinen entstand 1995 ein riesiges Mahnmal auf dem Campus der Uni Hamburg. An der damaligen Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP), heute Fachbereich Sozialökonomie, hat die argentinische Künstlerin Cecilia Herrero das Mural "Jüdisches Leben im Grindelviertel" gemalt. Unterstützt wurde sie dabei von der Wandbildgruppe "Los Muralistas". Eine Gruppe Politikstudenten hatte zum 50. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus das Konzept entwickelt, finanziert wurde es durch Spenden und öffentliche Fördergelder. Das Bild, das auch ein Gedicht von Nelly Sachs enthält, sollte ein Zeichen setzen und einen Schlussstrich unter den Nationalsozialismus ziehen. 2015 wurde das Wandbild, wieder dank zahlreicher Spenden und Fördergelder, vollständig restauriert.

Infos: Jüdisches Leben im Grindelviertel von Cecilia Herrero, Von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg

6. Hamburger Graffiti verziert ehemaligen Aldi mit einem Happy Meal

Seit 2012 hat zeitgenössische Kunst ein junges Zuhause. Mit ihrer Affenfaust Galerie zeigen sich die Galeristen Frederik Schäfer und Marcus Schild offen für neue Ausdrucksformen und Orte – sie lassen die Kunst auch außerhalb ihrer eigenen vier Wände stattfinden. Vom Künstler-Duo Low Bros ließ sich die Galerie ihr eigenes Zuhause bemalen: Das Graffiti “Happy Meal” ziert nun den ehemaligen Aldi-Markt in der Paul-Roosen-Straße. Das Mural der Brüder Christoph and Florin Schmidt, die einst als Graffiti Artists Qbrk and Nerd in Hamburg unterwegs waren, setzt sich mit der Überproduktion von Fleisch und Milch auseinander.

Infos: Happy Meal an der Affenfaust Galerie, Paul-Roosen-Straße 43, 22767 Hamburg

7. Die riesige Spinne von Nychos im Gängeviertel

Der Österreicher Nychos liebt Graffiti und Urban Art. Seine Kunst ist auf der ganzen Welt zu sehen. Mit einem seiner Murals hat er sich im Gängeviertel verewigt. Im Rahmen des Knotenpunkt Festivals entstand 2014 in der Speckstraße der "Spider". Die Spinne wird mit einem Querschnitt dargestellt. Denn das ist charakteristisch für Nychos' Kunst. Seine Motive aus der Popkultur werden auch gern in Röntgen- und Dissektionsstil auf die Wand gebracht.

Infos: Spider von Nychos, Speckstraße, 20355 Hamburg

8. Tierisches Graffiti in Hamburg: Die Grindelkatzen

Dieses Bild malte der Künstler Georges-Louis Puech schon 1982 an die Wand: An den Grindelhochhäusern prangen die berühmten Grindelkatzen an der Fassade und blicken durchs Fenster auf die Alster. 2016 hatte die Eimsbüttler SPD versucht, das Wandbild unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Vergeblich. Das Bild sei noch zu jung, hieß es damals aus der Kulturbehörde für Denkmalschutz.

Infos: Grindelkatzen, Oberstraße 2, 20144 Hamburg

9. Am Grünspan prangt Hamburgs ältestes Mural

Es ist eines der ersten Murals in Deutschland überhaupt und entstand zu einer Zeit, als es den Begriff Mural noch gar nicht dafür gab. 1968 schuf der renommierte Künstler Werner Nöfer zusammen mit seinem Kollegen Dieter Glasmacher die Fassadenbemalung am Grünspan. Das Wandbild entstand zur Eröffnung des Musikclubs und ist das bislang einzige Graffiti in Hamburg, das sogar unter Denkmalschutz steht.

Infos: Wandmalerei am Grünspan von Werner Nöfer, Große Freiheit 58, 22767 Hamburg

10. Fabelwesen-Graffiti in Hamburgs S-Bahn-Stationen

Bei dieser Aktion musste WON ABC mal nicht um seine Freiheit fürchten. Der Hamburger Graffiti-Artist durfte ganz legal sechs S-Bahn-Haltestellen mit seiner Kunst verschönern. Rund eine Million Euro hat die Deutsche Bahn in das S-Bahn-Lifting investiert und ausgerechnet den Künstler beauftragt, mit dem sie schon mehrfach wegen illegaler Kunst im Streit lag. Der scheint nun beseitigt, der Auftrag war ganz offiziell. An den Stationen Berliner Tor, Hammerbrook, Bergedorf, Holstenstraße, Elbgaustraße und Sternschanze schlängeln sich nun grüne Fabelwesen durch die Haltestellen.

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