(© Shutterstock/Olga Nozdracheva )

Girlpower im Norden: 7 Hamburgerinnen, die wir lieben

Von Sibel Kekilli bis Domenica Niehoff: Wir stellen euch 7 Frauen aus Hamburg vor, auf die wir richtig stolz sind.

Hamburg hat 31 Ehrenbürger, aber nur vier Ehrenbürgerinnen. Theatermacherin Ida Ehre, Publizistin Marion Gräfin Dönhoff, Mäzenin Hannelore Greve und Umweltschützerin Loki Schmidt wurde diese Ehre bislang zuteil. Wir finden, dass das noch mehr Hamburgerinnen verdient hätten. Denn die Hansestadt hat viele tolle Frauen, die Großes geschafft oder sich mit Herz für etwas eingesetzt haben, hervorgebracht. Zum Beispiel

1. Agathe Lasch: Hamburgs erste Professorin

Hamburgs erste Professorin kam aus der Germanistik. Agathe Lasch (1879–1942) erforschte die mittelniederdeutsche Sprache und widmete sich auch in ihrer Habilitationsschrift diesem Thema. Nach dem Erhalt ihres Professorentitels schuf ihr die Universität Hamburg im Jahr 1926 einen Lehrstuhl für Niederdeutsche Philologie. Doch ihre Stelle verlor die jüdische Wissenschaftlerin schnell, nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gelangten. Agathe Lasch wurde 1942 nach Riga deportiert und ermordet. Heute erinnert unter anderem ein nach ihr benannter Hörsaal an sie – es ist der schönste der ganzen Uni Hamburg.

2. Evelyn Hamann: Mehr als nur Loriots bessere Hälfte

In ihrer Paraderolle als Frau Hoppenstedt bringt Evelyn Hamann (1942–2007) an der Seite von Loriot noch heute Jung und Alt zum Lachen. Dabei verkörperte die Schauspielerin perfekt die Strenge und Spießigkeit des Kleinbürgertums, wovon ihre Rollen zu einem großen Teil lebten. Später spielte sie die Hauptrolle in der erfolgreichen NDR-Serie "Adelheid und ihre Mörder", von der bis zu ihrem Tod sechs Staffeln gedreht wurden.

3. Domenica Niehoff: Von der Prostituierten zur Streetworkerin

Domenica Anita Niehoff (1945–2009) wuchs in schwierigen sozialen Verhältnissen auf. Nachdem sich ihr Mann, ein Bordellbesitzer, im Jahr 1972 vor ihren Augen erschossen hatte, begann sie selbst als Prostituierte auf St. Pauli zu arbeiten. Von diesem Moment an setzte sich die gebürtige Kölnerin für die Rechte ihrer Kolleginnen ein – auch öffentlich und medienwirksam in TV-Talkshows. Als sie dem Rotlichtmilieu den Rücken gekehrt hatte, arbeitete sie als Streetworkerin in St. Georg und kümmerte sich um drogenabhängige Mädchen und Frauen. Erst seit Kurzem trägt eine Straße in Altona-Nord ihren Namen: die Domenica-Niehoff-Twiete.

4. Monica Lierhaus: Starke Journalistin

Als eine Operation bei der beliebten Journalistin und Sportmoderatorin Monica Lierhaus zu Komplikationen führte, versetzen die Ärzte sie für vier Monate in ein künstliches Koma. Danach musste Lierhaus ihre beeinträchtigte Sprach- und Bewegungsfähigkeit neu trainieren, um zurück ins Leben zu finden. Ähnlich heißt auch ihr Buch, das 2016 erschienen ist: "Immer noch ich: Mein Weg zurück ins Leben".

5. Sibel Kekilli: Engagierte Schauspielerin

Sibel Kekilli lieben wir nicht erst, seitdem sie als Shae in "Game of Thrones" auftrat. Schon 2004 überzeugte die türkischstämmige Schauspielerin uns in Fatih Akins Drama "Gegen die Wand", das ihr den Durchbruch brachte. Danach ließ sie sich auch nicht von schmutzigen Medienkampagnen unterkriegen. Vielmehr bewahrt Sibel Kekilli bis heute Haltung, zum Beispiel, wenn sie sich bei Terre des Femmes für Frauenrechte einsetzt oder Position zu den Protesten in der Türkei bezieht.

6. Amelie Deuflhard: Kampnagel-Chefin mit Haltung

Seit 2007 leitet Amelie Deuflhard die Kunst- und Kulturfabrik Kampnagel. Seitdem hat sie das internationale Renommee und das Profil der Spielstätte deutlich stärken können. Für die Intendantin sind Kultur, Politik und soziales Engagement untrennbar, was Projekte wie "Ecofavela Lampedusa Nord" deutlich zeigen. Der temporäre Aktionsraum für Geflüchtete brachte Deuflhard 2015 eine Strafanzeige der AfD ein. Doch davon hat sich die Kampnagel-Chefin nicht abschrecken lassen und das Projekt weitergeführt.

7. Haiyti: Feinster Deutschrap aus Langenhorn

Haiyti mischt seit einiger Zeit groß im Trap- und Rapgame mit. Davor trat Ronja Zschoche, wie die Rapperin mit bürgerlichem Namen heißt, unter Pseudonymen wie Miami oder Robbery auf. Ihre Kindheit verbrachte sie in Hamburg-Langenhorn und auf St. Pauli. Heute dreht sie Videos auf Ibiza und rappt über "Cappuccino in Mailand", Glamour und Blingbling. Und wenn Haiyti singt, schreit und krächzt – mittlerweile schon auf ihrem dritten Album – spricht das sowohl 20-Jährige als auch das Feuilleton an.

10 unsterbliche Legenden aus Hamburg

Egal, ob Frauen oder Männer – die Hansestadt hat großartige Persönlichkeiten hervorgebracht. Kennt ihr zum Beispiel schon diese 10 unsterblichen Legenden aus Hamburg? Und für noch mehr Liebe zur schönsten Stadt der Welt: So schwärmen Promis von Hamburg.

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