(© Axel Martens )

"Gin Sul" aus Ottensen: Auf der Suche nach dem Gin des Lebens

In einer kleinen Manufaktur in Bahrenfeld wird der handgemachte "Gin des Südens" hergestellt – als einziger in Hamburg destillierter Gin. Wir haben für euch einen Blick hinter die Kulissen von "Gin Sul" geworfen.

Als Stephan Garbe vor ein paar Jahren auf die Idee kam, selbst Gin herzustellen, wollte er das ursprünglich in Portugal machen. Dort in einem kleinen Dorf an der Costa Vicentina war er auf die Idee gekommen, während er durch die Wacholderfelder an der südwestlichen Steilküste Portugals wanderte. Die Zypressengewächse mit ihren dunklen Wacholderbeeren sind direkt am rauen Atlantik im Überfluss zu finden. Gleich daneben wachsen oft Zistrosen, die ebenfalls zu den Bestandteilen von Gin Sul gehören.

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Die portugiesischen Behörden machten dem 41-Jährigen allerdings einen Strich durch die Rechnung. Der Hamburger ließ sich aber nicht von seiner Idee abbringen und entschloss sich schließlich, seinen stressigen Beruf in der Werbung gegen seine Leidenschaft für Gin einzutauschen. Seit dem Jahr 2013 produziert er sehr erfolgreich Gin Sul direkt in seiner Heimatstadt, an der Grenze zwischen Ottensen und Bahrenfeld. In einem Hinterhof an der Ecke Schützenstraße/Bahrenfelder Steindamm ist seine kleine Manufaktur seitdem zu finden.

(© Axel Martens )

"Die Schönheit des Einfachen" heißt das Motto von Stephan Garbe. Für seine "hochprozentige Liebeserklärung" an Portugal werden nur frische und beste Botanicals wie die Hauptzutat Wacholderbeeren sowie Koriander, Zitronen, Rosmarin, Piment, Lavendel, Zimt und Zistrose verwendet, die das typische portugiesische Lebensgefühl der Saudade konservieren sollen.

Dazu kommt ein exklusives weiches Wasser aus der Lüneburger Heide. Die kupferne Brennblase der kleinen Destillieranlage fasst nur jeweils 100 Liter. Die Destillation wird ganz langsam durchgeführt, um den Aromen Platz zur Entfaltung zu bieten. Nach der Destillation wird die fertige Spirituose mit ihren 43 Prozent Alkohol per Hand in helle, 0,5 Liter große Tonflaschen abgefüllt. Durch die dicke Keramik werden die zarten Aromen des Gins bestens vor Licht und Temperaturschwankungen geschützt.

Seit Kurzem gibt es auch einen Laden direkt am Straßenrand der Manufaktur. Dort werden neben Gin Sul auch Bücher, Gläser und anderes Zubehör für begeisterte Gin-Fans angeboten. Im liebevoll dekorierten Schaufenster finden sich feinste Botanicals, wie die eingelegten Zitronenscheiben. Die Früchte der portugiesischen Zitronen sind fast so groß wie Pampelmusen, haben eine dickere Schale und sind sehr aromatisch.

Durch das Schaufenster sieht man in den stimmungsvollen Verkaufsraum, der ebenso schön mit leuchtend-hell azurblauen Kacheln ausgestattet ist, wie die dahinterliegende Destillerie der Altonaer Spirituosen-Manufaktur und ein sehnsüchtiges Gefühl nach dem südlich-warmen Portugal heraufbeschwört. Seit Eröffnung des Geschäfts kann man jetzt ebenfalls einen Blick auf die kupferglänzende Destilliermaschine werfen. Oder man schaut Stephan Garbe und seinen Mitarbeitern Julia Hauffe und Roger Breitenegger bei ihren Verkostungen direkt über die Schultern. Wer an so einer Veranstaltung teilnehmen möchte oder an einer Führung, sollte sich allerdings rechtzeitig anmelden, da sie sehr gefragt und schnell ausgebucht sind.

Infos: www.gin-sul.de

Autorin: Angela Kalenbach

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