In der Ottensener "Mutter-Filiale" wird der Kaffee geröstet. (© Gulliver Theis )

Genussvoller Bio-Koffeinkick: "Torrefaktum" in Ottensen

Torrefaktum röstet ausgezeichneten Kaffee in Bioqualität. Wie er in Ottensen entsteht, was ihn besonders macht und worauf ihr euch im Frühjahr 2020 freuen könnt, verraten wir euch hier.

So muss es im Himmel riechen. Nach frisch geröstetem, frisch aufgebrühtem Kaffee. Wer braucht schon Manna, wenn allein ein Atemzug belebend wirkt? Abgesehen davon gibt es bei der biozertifizierten Rösterei Torrefaktum in Ottensen ja auch Kuchen, Kekse und herzhafte Snacks aus eigener Herstellung. Und eben: Kaffee. Besonders guten Kaffee.

Für jeden Geschmack: 7 Espressi und 7 Filterkaffees

Sieben Espressi und sieben Filterkaffees stehen zur Wahl. Der goldene Mittelweg, oder "everybody's darling", wie Torrefaktum-Geschäftsführer Matthias Afken es nennt, ist die Sorte "Wake Up Little Lucy". "Den schenken wir auch selbst an der Theke aus, er ist wunderbar rund und ausgewogen. Er schmeckt als Espresso und geht auch in einer Latte Macchiato nicht unter, und er hat eine schöne Crema", sagt er. Davon ausgehend gibt es kräftigere und mildere Varianten mit fruchtigeren oder auch schokoladigeren Noten.

Die Spezialitätenkaffees kommen aus der ganzen Welt

Allen gemein ist aber die hohe Qualität. "Wir verwenden nur Spezialitätenkaffee", erklärt Afken – also besonders hochwertigen. Eingekauft wird auf der ganzen Welt, "von Papua-Neuguinea, Indien und Afrika bis Süd- und Mittelamerika. Wir haben Kaffee aus insgesamt mehr als 20 Provenienzen."

Nachhaltiger und verantwortungsvoller Anbau ist Voraussetzung

Mehr als 90 Prozent des Kaffees stammt aus biologischem Anbau. 100 Prozent wären schön, gehen aber nicht, sagt Afken: "Wir sind immer auf der Suche nach Geschmacksprofilen und versuchen, dass eine bestimmte Kaffeesorte möglichst von Jahr zu Jahr gleich schmeckt." Da aber mit natürlichen Zutaten gearbeitet wird und jede Ernte aufgrund etwa von klimatischen Bedingungen etwas anders ausfallen kann, muss die eine oder andere Bohne manchmal ersetzt werden, um in der Mischung auf ein ähnliches Geschmackserlebnis zu kommen. Und manchmal, so Afken, müssten sie dann eben auf konventionell angebauten Kaffee zurückgreifen. Doch auch der kommt von Bauern, die verantwortungsvoll mit Natur und Angestellten umgehen: "Wir schauen uns die Plantagen immer vor Ort an." Manchmal kommt auch einfach ein Kaffee mit ins Sortiment, "weil er so gut ist, dass wir ihn unbedingt haben müssen."

Geschäftsführer Afting begann als Teeschmecker

Um einen Kaffee perfekt zu rösten und die richtige Mischung zu finden, braucht es einen sehr feinen Gaumen. Den hat Matthias Afken: Er ist gelernter Teeschmecker. Wie bitte, dafür gibt es eine Ausbildung? "Ja, eigentlich ist es eine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann mit Spezialisierung. Ich habe damals bei einem Tee-Importeur im Musterzimmer in der Speicherstadt gearbeitet und in der Erntezeit täglich bis zu 300 Tassen Tee verkostet. Das schult den Gaumen." Wirklich Teeschmecker nennen dürfe sich aber eigentlich nur, wer mindestens 15 Jahre in diesem elitären Zirkel dabei sei – Afken also eigentlich nicht.

Geschäftsführer Matthias Afken beim Cupping, dem Verkosten. (© Gulliver Theis )

Denn er zog weiter. "Ich liebe alles, was Genuss bedeutet. Tee, gutes Essen, und auch Wein." Also lag es nah, einen eigenen Weinhandel zu eröffnen, und schließlich folgte der nächste Schritt zum Kaffee.

Ursprünglich war Torrefaktum ein integrativer Betrieb

"Ich habe als Kaffee-Einkäufer bei Torrefaktum gearbeitet", sagt der Feinschmecker. Geschäftsführer war er nicht von Anfang an: Die Rösterei wurde 2009 als integrativer Betrieb von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft, der FAW, gegründet. In der Rösterei sollte für Menschen mit Behinderung die Rückkehr in den Arbeitsmarkt gelingen. "Doch es hat nicht funktioniert", erzählt Afken, "und zwar einfach deshalb, weil das nötige Fachwissen für Kaffee fehlte." Die FAW betreibe tolle Projekte und Unternehmen wie Best Western oder auch Reinigungen, wo das Konzept hervorragend funktioniere. Aber nicht beim Kaffee.

Geröstet wird mehrmals täglich in Ottensen

Und so übernahm Matthias Afken 2013 zusammen mit zwei Freunden den Laden. Mit Erfolg: Das Magazin "Der Feinschmecker" zeichnete die Rösterei als eine der besten in Deutschland aus, und nach der "Mutter-Filiale" in Ottensen wurden 2017 das Torrefaktum Zeit Café und die Niederlassung in der HafenCity eröffnet. Geröstet wird immer noch im hinteren Bereich des gemütlichen Cafés in Ottensen – und zwar mehrmals täglich, damit der Kaffee immer frisch ist.

Das Torrefaktum "Kaffee-Kompetenzzentrum" kommt im Frühjahr 2020

Voraussichtlich im Frühjahr 2020 wird es einen weiteren Torrefaktum-Kaffeetempel in Hamburg geben: Im Phoenixhof (Bahrenfeld) entsteht ein großes "Kaffee-Kompetenzzentrum", wie Matthias Afken sagt. Hier soll es nicht nur Kaffee, sondern auch Seminare zu diversen Themen geben. Zur Herstellung von Kaffee, zur Zubereitung, zu den technischen Grundlagen. Denn, so der Kaffeespezialist: "Wie schmeckt Kaffee aus welcher Tasse? Aus welcher Maschine? Das macht riesige Unterschiede, allein das Mundgefühl unterschiedlicher Tassen beeinflusst das Kaffee-Erlebnis."

Infos: Torrefaktum Kaffeerösterei, Bahrenfelder Straße 237, 22765 Hamburg; Mo–Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr, So 11 bis 18 Uhr

Die besten Kaffeeröstereien in Hamburg

Als Kaffeeliebhaber solltet ihr nicht nur Torrefaktum, sondern auch andere Kaffees made in Hamburg kennen. Schaut mal: Kaffeeröstereien in Hamburg.

Melde dich für unsere kostenlose Zusammenfassung aller News aus deinem Viertel an. Jede Woche neu.

Jetzt kostenlos anmelden

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.

Cookie-Einstellungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, diese Website und eure Erfahrung zu verbessern sowie Marketing zu betreiben. Mehr Infos findet ihr in der Datenschutzerklärung.