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Gegen Rüpel & Co.: Hamburgs Polizei geht in die Ordnungs-Offensive

Hamburg bekommt Hilfssheriffs im Kampf gegen Wildpinkler, Falschparker und andere Alltagssünder. Wie die Ordnungs-Offensive des Senats aussieht, lest ihr hier.

Das Leben in der Hansestadt könnte so ruhig und gesittet sein – wären da nicht immer die Rüpel: Rotfahrer, Zweite-Reihe-Parker, Müll-Liegenlasser, Hundekacke-Nicht-Wegräumer und natürlich die Schniepel-Auspacker, die an Häuserwände, Zäune oder sogar in Hauseingänge pinkeln. Innensenator Andy Grote (SPD) will es ihnen allen schwer machen, ihren schändlichen Aktivitäten nachzugehen – und setzt dafür auf 100 Polizei-Angestellte, die Ordnung auf Hamburgs Straßen bringen sollen.

Was wir bislang über die 100 Ordnungshüter und ihre Aufgaben wissen

Keine Sorge, sie kommen nicht alle auf einmal und rennen plötzlich patrouillierend durch unsere Stadt. Anfang 2019 werden 20 von ihnen am City-Revier in der Caffamacherreihe postiert sein, je zehn weitere werden nach Harburg und Bergedorf versetzt. Bis Mitte 2020 sollen sich weitere 60 Ordnungshüter auf alle Bezirke der Stadt verteilen.

Bei den 100 Polizeiangestellten handelt es sich nicht um Beamte, auch wenn sie eine ähnliche Uniform tragen. Die Grundausbildung für den Posten dauert zwölf Wochen, es folgt eine weitere Fortbildung, welche die Ordnungshüter für den Umgang mit Bürgern und besagten Rüpel rüstet. Die Polizeiangestellten sind berechtigt, Schusswaffen mit sich zu führen – während der Ordnungs-Offensive sind sie allerdings "nur" mit Schlagstock und Pfefferspray unterwegs.

Sie konzentrieren sich auf die Aufgaben, für welche die Polizeibeamten nicht immer die nötigen Kapazitäten haben: zugeparkte Radwege, das Einhalten der Tempo-30-Zonen, Wildpinkler, Spielplatz-Säufer, Lärm- und Geruchsbelästigungen, problematische Hunde, aber auch das Begleiten von Großveranstaltungen. Dabei dürfen sie Straftäter lediglich festhalten und Verwarn- und Bußgelder verhängen. Tritt ein Notfall ein, müssen sie Polizeibeamte um Hilfe rufen.

Wo Menschenverstand fehlt, muss offenbar Lehrgeld her

Wer fürchtet, demnächst in einem Polizeistaat zu leben und für ein heruntergefallenes Kaugummi-Papier mit dem Schlagstock niedergeknüppelt zu werden, hat vermutlich einen Hang zum Schwarzsehen. Wahrscheinlicher ist, dass wir einfach weniger Menschen sehen, die ganz ungeniert auf die Straße urinieren.

Die Hamburger Polizei hat, berechtigter Weise, Wichtigeres zu tun als jedem von ihnen nachzustellen und sie in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd zu Fall zu bringen. Und dennoch, hinnehmen sollte die Stadt dieses Verhalten nicht: Wer stets in zweiter Reihe parkt ohne Konsequenzen zu erleben, gewöhnt sich dieses Verhalten umso mehr an. Wer in einer Großstadt wie Hamburg lebt, muss Rücksicht auf das Wohl seiner Mitmenschen nehmen. Wer auf Fahrradwegen parkt, riskiert damit das Leben von Radfahrern – das ist kein Kavaliersdelikt.

Achtlos liegen gelassener Müll und zertrümmerte Glasflaschen am Elbstrand gefährden die lieben Kleinen, die dort barfuß umher laufen. Hier wäre neben Rücksicht auch gesunder Menschenverstand angebracht. Gegeben ist er leider nicht immer – ergo die Ordnungs-Offensive.

kiekmo

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