(© Unsplash / Max Kukurudziak )

10 Gedanken, die ein Rheinländer in Hamburg hat

Es gibt auch Gemeinsamkeiten: den breiten Fluss zum Beispiel oder die große Kirmes. Vor allem aber scheint Rheinländer und Hamburger einiges voneinander zu unterscheiden – was bei unseren Besuchern aus NRW zu vielen Fragenzeichen führt.

1. "Wieso füllen die hier mein Bier nicht einfach nach?"

In den Altbier-Stuben und Kölsch-Brauereien des Rheinlands ist Gang und Gäbe, was hier keinem Kellner einfallen würde: ungefragt immer wieder ein volles Glas Frischgezapftes auf den Tisch zu knallen. Geübte Kneipengänger in NRW wissen, dass das erst dann aufhört, wenn man seinen Bierdeckel aufs leere Glas legt. Eine Tradition, die von uns aus gern auch hierzulande Einzug halten kann.

2. "So freundlich können also Barkeeper sein …"

In den Brauhäusern des Rheinlands haben die Kellner einen eigenen Namen: Köbes. Und die sind berüchtigt für ihre ruppige Art. Widerworte, Beschwerden oder auch Zuspruch ignoriert ein guter Köbes entweder – oder pöbelt einfach zurück. Besuchern aus dem Rheinland dürfte also selbst die manchmal kühl-norddeutsche Art hiesiger Servicekräfte wie das strahlendste Gemüt vorkommen.

3. "So 'ne Kirmes am Rhein ist aber schon schöner."

Über unseren Dom können Düsseldorfer nur müde lächeln. Statt dem "Größten Volksfest des Nordens" hat man dort nämlich "Die größte Kirmes am Rhein" – und tatsächlich hat die Amüsiermeile, die auf den Oberkasseler Rheinwiesen direkt am Ufer und mit großen Bierzelten aller lokalen Altbier-Brauereien aufgebaut wird, ihren ganz eigenen Charme. Aber: die Rheinkirmes ist immer nur einmal im Jahr – Punkt für unseren Dom!

4. "Wieso ist das Fußball-Maskottchen kein echtes Tier?"

Für Hamburger – und insbesondere die HSV-Fans unter uns – ist das Thema Vereins-Maskottchen gerade ein sensibles. Dino Herrmann wird in diesen Zweitliga-Zeiten heiß diskutiert und da nervt die entgeisterte Frage eines Köln-Fans natürlich nur, der vom vereinseigenen Maskottchen schwärmt: Hennes IX, ein echter, lebender Geißbock, der bei jedem Heimspiel im Stadion ist – und zwar egal, ob in Liga 1 oder 2.

5. "Und wo geht bei euch der Rosenmontagszug lang?"

Entlang des Niederrheins ist es schlicht unvorstellbar: ein Jahr, das nur vier Jahreszeiten hat. Ab dem 11. November bricht dort nämlich traditionell eine fünfte an – gemeint ist natürlich der Karneval. Dass der hier in Hamburg aber mal so gar niemanden interessiert, dürfte einer der größten Schocks für die Besucher aus NRW sein. Aber hey: wir haben immerhin den Schlagermove.

6. "Fahrradfahren ist hier echt ein Klacks."

Mit dem Fahrrad von A nach B zu strampeln, kann einem im Rheinland schonmal kräftig ins Schwitzen bringen – ganz im Gegenteil zum ebenen Hamburger Terrain. Wie sehr sich Radler aus dem Westen der Republik in unserer schön flachen Stadt erholen können, verrät allein schon der Name einer Region, die zwischen Köln und Düsseldorf liegt: dort befindet sich nämlich das Bergische Land – und der Name ist Programm.

7. "Die sind ja gar nicht so unfreundlich, wie ich dachte."

Beim Trip vom Rhein an die Elbe prallen vermeintliche Klischees aufeinander: die sprichwörtliche rheinische Frohnatur und die unterkühlte norddeutsche Art. Dass da nicht viel dran ist und man auch mit uns Hamburgern herzlich und ausgelassen Lachen kann, dürfte aber natürlich jeder Besucher ziemlich schnell merken.

8. "Auf so'n Riesenhafen kann ich ja gut verzichten."

Wie gesagt: den großen Fluss, der das Landschaftsbild bestimmt, haben wir mit den Rheinländern gemeinsam. Die meisten Touristen von dort staunen trotzdem nicht schlecht über den gigantischen Hafen, der mitten im Herzen Hamburgs summt und brummt. Denn obwohl Köln, Düsseldorf oder Bonn lebendige Metropolen am Rheinufer sind, hat keine einen großen Hafen. Ausnahme übrigens sind Duisburger: auch die leben im Rheinland und haben den größten Binnenhafen Europas in ihrer Stadt.

9. "Wo krieg' ich hier bloß Himmel un Ääd?"

Klar, jede Region Deutschlands hat ihre eigenen Spezialitäten. Zwischen hier und dem Rheinland herrscht dann aber doch ein besonders großer Unterschied. Mit dem ganzen Fisch, den wir hier verzehren, kann man dort nämlich recht wenig anfangen. Stattdessen gibt's zu Alt oder Kölsch beste Hausmannskost, zum Beispiel Himmel un Ääd: gebratene Scheiben Blut- oder Leberwurst mit Apfelmus und Kartoffelpüree.

10. "Man kann mit dem Regionalexpress ans Meer fahren?"

Vom Niederrhein ist es an eine deutsche Küste fast genau so weit, wie bis in die Alpen. Dass man hier am Hauptbahnhof in den Regionalexpress ein- und in Cuxhaven wieder aussteigen kann, sorgt deshalb schon für große Augen. Dafür punktet das Rheinland natürlich mit der Nähe zur Grenze: im Nu ist man von dort in Belgien oder den Niederlanden und mit dem Schnellzug sind sogar Paris und London nur ein paar Stunden entfernt.

So geht's aber nicht nur den Rheinländern

Bei uns im Norden ticken die Uhren in vielerlei Hinsicht anders, als in anderen Teilen des Landes. Und so haben nicht nur die Rheinländer gewisse Gedanken, wenn sie das erste Mal die Hansestadt besuchen: 10 Gedanken, die ein Schwabe in Hamburg hat.

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