Werkhof Ottensen (© Katharina Grabowski )

Für Neugierige und Entdecker: Ein Blick in Ottensens Hinterhöfe

Ob verwunschen, hip und künstlerisch, industriell oder geschichtsträchtig: Ottensens Hinterhöfe sind versteckte Schätze, die es zu entdecken gilt.

Ottensener Werkhof – Gaußstraße 25 B

Die Gegend hinter dem Altonaer Bahnhof galt lange als Schmuddelecke von Ottensen. Kein Wunder: Schließlich prägten über viele Jahrzehnte die Fischräuchereien, Tabakmanufakturen und die Metall- und Glasindustrie das Gebiet rund um die Gaußstraße. Teil dieser Struktur waren auch lange Zeit die Georg Dralle Parfüm- und Feinseifenwerke, die jedoch Anfang der 80er Jahre von etwa 30 Gruppen aus der alternativen Szene Hamburgs gepachtet wurden, um sich dort Lebens- und Arbeitsräume zu schaffen. Heute beherbergt der Werkhof noch immer eine Vielzahl von Initiativen, kulturellen Einrichtungen und Handwerkern – darunter zum Beispiel Möbelbauer, das Café Treibeis oder auch das Lichtmess Kino.

Alte Druckerei – Bahrenfelder Straße 71-73

Direkt gegenüber des belebten Spritzenplatzes liegt eine unscheinbare Einfahrt, die man im Vorbeischlendern leicht übersehen kann. Doch hinter dieser verbirgt sich ein Gebäudekomplex, in dem Ende des 19. Jahrhunderts die Firma Bruhn & Dietz Formulare und Geschäftsbücher druckte. Bis heute ist das Haus im Besitz der Familie: Im Vorderhaus leitet inzwischen Christine Bruhn das Papiergeschäft "Papier + Design" in fünfter Generation, womit es zu den ältesten Betrieben im Westen Hamburgs zählt. Das Backsteingebäude auf dem Hinterhof beherbergt heute nicht nur Kreative und Medienschaffende, sondern verfügt auch über eine eindrucksvolle, mit Efeu bewachsene Hauswand. Seit einigen Jahren haben auch Künstler und Musiker im kleinen Lokal WeinKlang eine neue Heimat gefunden.

Alte Druckerei Ottensen (© Katharina Grabowski )

Gewerbehof Hagen – Hohenesch 68-72

Wenn es eine Straße in Ottensen gibt, in der die Vergangenheit des ehemaligen Arbeiterstadtteils noch deutlich sichtbar ist, dann ist das Hohenesch. Sie mag zwar kein Postkartenmotiv abgeben, dafür ist sie immer noch ein kreatives Zentrum im Herzen des Viertels. Hautnah zu erleben ist das im Gewerbehof Hagen. In dem Komplex einer ehemaligen Fischräucherei werkeln heute unter anderem Gitarrenbauer, Toningenieure, Drucker oder Bildende Künstler vor sich her. Darüber hinaus ist der Gewerbehof aber auch ein Paradies für Designfans. Neben dem Plyground, einem Showroom für Möbelklassiker aller Art, produziert hier der Metalldesigner Jan Hempel seit vielen Jahren seine außergewöhnlichen "Lichtsubjekte".

Theaterquartier Gaußhöfe (© Katharina Grabowski )

Gaußhöfe Theaterquartier – Gaußstraße 190

Das Theaterquartier bringt ein bisschen New Yorker Hinterhof-Flair nach Altona. Nach dem Vorbild von internationalen Kreativzentren hat sich rund um das ehemalige Fabrikgelände in der Gaußstraße in den vergangenen Jahren eine Experimentierfläche abseits der ausgetretenen Wege entwickelt. Hier betreibt das Thalia Theater nicht nur eine weitere Bühne, mit dem "Café International" haben die Theatermacher im November 2015 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Flüchtlingsorganisationen auch eine Begegnungsstätte mit Gesprächsrunden, Rechtsberatung, Kochabenden und Theaterworkshops initiiert. Doch neben der Kultur ist in den Theaterhöfen auch Platz für Kulinarik: Auf dem großflächigen Areal hat nämlich auch die Kaffeerösterei "Black Delight" ihr Zuhause, wo die Bohne natürlich auch direkt im hauseigenen Café verkostet werden kann. Und wenn einmal kein Kaffeearoma durch den Hof weht, riecht es vermutlich nach Pizza – die gibt es nämlich in der neapolitanischen Variante im "Farina meets Mehl", das Anfang des Jahres seine Pforten eröffnet hat.

Hinterhof beim Altonaer Museum (© Katharina Grabowski )

Museumscafé "Schmidtchen" – Braunschweiger Straße

Im Jahr 1900 errichtete die Stadt in der Museumstraße einen aufwendigen Museumsneubau im Stil der "nordischen Renaissance", in dem die Kunst- und Kulturgeschichte des norddeutschen Raumes und kulturhistorische Entwicklungen der Elbregion um Altona anschaulich präsentiert werden. Seit Kurzem können sich die Besucher hier auch im Museumscafé Schmidtchen bei hausgemachten Torten und Tartes, Franzbrötchen und Herzhaftem stärken. Das Besondere daran: Das Schmidtchen verfügt über eine große Außensitzfläche auf dem Museumsareal, die man zunächst dort nicht vermutet. Nähert man sich jedoch über die angrenzende Braunschweiger Straße, steht man plötzlich im imposanten Hinterhof des Museums, in dem sich der Trubel und das geschäftige Treiben rund um den Platz der Republik bei einem leckeren Kaffee hervorragend ausblenden lassen.

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