(© Mirijam Klose, Jessica Buchheister )

Für das Meer und gegen Müll: 3 Fragen zum Kinderbuch "Reise der kleinen Tortuga"

Dass unsere Ozeane in den letzten Jahren immer mehr zur Sammelstelle für Plastikmüll geworden sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Dennoch wird weiterhin fleißig produziert – und gekauft. "Geht so nicht", dachten sich zwei Hamburgerinnen – und wollen nun mit einem Kinderbuch mehr Bewusstsein schaffen.

Was ist billig, irgendwie praktisch und nahezu überall? Na, schon eine Idee? Nicht? Wir verraten es euch: Plastik. Sei es nun die Zahnpastatube, die ihr heute Morgen (hoffentlich) schon in der Hand hattet, ein To-Go-Becher oder die Tüte Chips, die ihr euch heute Abend beim Binge Watching gönnt: Plastik ist in unserem Alltag omnipräsent. Und leider vergessen wir – zwischen Zähneputzen und Netflix – häufig, welche Folgen das hat. Kurzer, aber nötiger Downer: Im Jahr 2050 wird mehr Plastikmüll in unseren Ozeanen schwimmen, als Fische. Zum Glück gibt es aber Menschen, die sich dem Vergessen angenommen haben. Wie zum Beispiel die zwei Hamburgerinnen Jessica Buchheister und Mirijam Klose. Mit ihrem Kinderbuch Die Reise der kleinen Tortuga wollen sie (spielerisch) Bewusstsein für dieses wichtige Thema schaffen. Denn Tortuga leidet, ebenso wie eine Menge ihrer Leidensgenossen, unter dem Müll im Meer.

Die Mädels hinter "Tortuga": Mirijam Klose und Jessica Buchheister (© Mirijam Klose, Jessica Buchheister )

1. Was hat euch dazu bewegt, dieses Projekt zu starten?

"Entstanden ist das Projekt in einem Seminar im Herbst 2018. Wir haben uns aber schon vorher unterschiedlich intensiv und unabhängig voneinander mit den Themen Konsum und Müll auseinandergesetzt: Als Nordlichter, aufgewachsen am Meer und auf dem norddeutschen Flachland, lieben wir die Natur und das Wasser. Die steigende Aufmerksamkeit für das Problem 'Müll in den Meeren' hat uns letztlich dazu ermutigt, die kleine Tortuga auf große Reise zu schicken. Auf diesem Weg möchten wir möglichst viele inspirieren und mit auf die Reise nehmen."

2. Und was passiert mit dem Geld, wenn's mit der Finanzierung klappt?

"Mit dem Geld wollen wir vor allem die erste Auflage unseres Buches produzieren lassen (und versenden) – aber auch die Weichen stellen, um ein gemeinnütziges Unternehmen zu gründen. Tatsächlich hat unsere Kampagne zwei Finanzierungsziele – je nachdem, welches Ziel wir erreichen, wird also Folgendes passieren:

Erreichen wir die 10.000 Euro, gründen wir einen Kinderbuchverlag, der langfristig zum einen kommerziell agieren soll und Kinderbücher zu den Themen Umweltschutz und Friedensbildung publiziert, zum anderen aber auch gemeinnützig arbeiten wird.

Erreichen wir die 25.000 Euro, können wir zusätzlich – und als Spende – eine kleine Auflage an Arbeitsheften fürs Vorschul-/Grundschulalter auf Deutsch, Englisch und Spanisch produzieren lassen. Außerdem möchten wir uns ein Lesemobil anschaffen. Dann können wir auf Spielplätzen, in Flüchtlingsunterkünften, auf Festivals, am Strand, vor Buchhandlungen/Schulen/Kindergärten vorlesen – so sind unsere Bücher nicht nur Bücher fürs Regal, sondern werden zu einem Erlebnis für jung und alt."

Was der Rettung der Meere im Alltag helfen kann, ist vor allem eins: die Vermeidung von Einwegplastik.

3. Habt ihr ein paar Tipps, wie die restlichen Hamburger – vor allem im Alltag – bei der Rettung der Meere behilflich sein können?

"Was der Rettung der Meere im Alltag helfen kann, ist vor allem eins: die Vermeidung von Einwegplastik. Machen wir uns nichts vor – der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die Veränderung kommt also Stück für Stück und keiner kann erwarten, von jetzt auf gleich alle Gewohnheiten umzustellen. Aber für den Anfang haben wir ein paar einfache Tipps:

• Haarseife für den frischen Start in den Tag

• Mehrweg To-Go-Becher für den morgendlichen Kaffee

• Wachstuch für die Stulle unterwegs

• Teleskop- oder Edelstahlstrohhalm für den Drink nach getaner Arbeit

• Taschen-Aschenbecher für die Zigarette danach"

Übrigens: Der erste Finanzierungszeitraum der "Die Reise der kleinen Tortuga"-Startnext-Kampagne läuft noch bis zum 29. Juli. Vielleicht verzichtet ihr ja morgen früh einfach auf den To-Go-Becher vom Bäcker um die Ecke und spendet das Geld stattdessen der kleinen Tortuga.

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