(© Unsplash / Jan Huber )

Fritz-Schumacher-Siedlung: Die große Gartenstadt mitten in Hamburg

Preiswertes Wohnen und die Möglichkeit zur Selbstversorgung: Die Fritz-Schumacher-Siedlung in Langenhorn entstand von 1919 bis 1921 unter der Leitung des namensgebenden Stadtplaners. Das bedeutende Siedlungsprojekt von damals hat noch heute ein besonderes Flair zu bieten.

Hamburg nach dem Ersten Weltkrieg: Das Zusammenleben im inneren Stadtgebiet ist geprägt von Platzmangel, fehlender Hygiene und schlechter Luft. Fritz Schumacher will das ändern: Er entwirft eine Gartenstadt. Zwei Kilometer lang und einen halben Kilometer breit soll die Siedlung im äußersten Norden Hamburgs werden. 800 Wohnungen in Reihen- und Doppelhäusern sollen entstehen. Gemüse anbauen, Tiere halten und endlich durchatmen – eine Selbstversorgung von Körper und Seele, nicht weniger hat der Stadtplaner im Sinn. Die Vision ist groß, die Bedingungen hart. Am Ende reicht es für 660 Wohnungen, in denen 2.500 Menschen wohnen können. Als Baumaterial kommen Lehm, Stroh und sogar Munitionskisten statt solider Backsteine zum Einsatz.

Die Siedlung als große Bewährungsprobe

Anfangs fehlt es an Gas, einer Kanalisation und wasserdichten Kellern. Auch Gärten sind nicht in Sicht, stattdessen bieten Reste von Nadelwald, Sumpf, Schotter und Brachen einen kahlen Anblick und karge Lebensmöglichkeiten. Statt Selbstversorgung müssen die Bewohner alles aus der Stadt heranschaffen. Eine Lage, die letztlich umso mehr dafür sorgt, dass die Siedlung zusammenhält.

Wenig später kommt mit der Naziherrschaft die nächste große Bedrohung auf die Fritz-Schumacher-Siedlung zu. Rund vierzig Familien werden als Mitglieder der SPD und KPD aus der Siedlung vertrieben, die Fritz-Schumacher-Allee sogar zur Panzertrasse ausgebaut. In den Sechzigern sind es dann Abrisspläne der Politiker, die der Siedlung fast den Garaus machen. Die Gemeinschaft wehrt sich dagegen – mit Erfolg. Das Wohngebiet wird 1974 unter Milieuschutz gestellt, eine Genossenschaft übernimmt die Verwaltung. Im Alltag sind es fortan die Bewohner der Siedlung, die sich selbst organisieren und ihren Wohnraum hegen und pflegen. Mietverträge können seitdem vererbt werden, die Häuser selbst bleiben im Besitz der Stadt.

Ein Viertel wie ein Park: Reihenhäuser inmitten von Gärten

Sogar in unseren hektischen Zeiten ist die Gartensiedlung eine Wohngemeinschaft geblieben, die eine ganz besondere Magie versprüht. Schmale Pfade zwischen Hecken entlang langen Gärten – ist dieses Gebiet tatsächlich zum Wohnen oder doch eher als Park gedacht? Die Reihen- und Doppelhäuser hinter Gemüsebeeten, Gewächshäusern und Obstbäumen verraten zwar schnell: Hier handelt es sich wirklich um eine Wohnsiedlung. Allerdings um eine, die zwischen dem Naturschutzgebiet Raakmoor und Schrebergärtenanlagen nun wirklich ganz und gar "unstädtisch" daherkommt.

Schrebergarten in Hamburg

Apropos Garten! Ihr wohnt zentral, möchtet dem Stadttrubel aber mal entfliehen? Wie wär's dann mit einem Schrebergarten in Hamburg – euer eigenes kleines Fleckchen Natur? Oder doch ganz raus aus der Stadt? Muss nicht sein: Hamburg hat auch Stadtteile für Natur-Liebhaber zu bieten!

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