Quidditch Club Hamburg e.V. / Florian )

Fantastischer Sport: 12 Fragen an eine Quidditch-Spielerin

Ihr gehört auch zur "Generation Harry Potter" und stellt euch bereits seit "Der Stein der Weisen" vor, wie es wohl wäre, auf der Jagd nach dem Schnatz durch die Lüfte zu gleiten? Wir haben es für euch in Erfahrung gebracht.

Quidditch kennen die meisten ausschließlich aus den Harry-Potter-Romanen und -Filmen. Doch wer öfter mal im Stadtpark unterwegs ist, weiß: Hier reiten auch regelmäßig Muggel auf Besen über die Grünflächen. Wir haben Fenja Höbling – Vorstandsmitglied des Quidditch Club Hamburg e.V. und aktive Spielerin bei den Hamburg Werewolves – ein paar Fragen gestellt, die uns schon lange unter den Nägeln brannten.

Fenja, was reizt dich daran, eine Fantasy-Sportart zu spielen?

Also eine ausgedachte Sportart im Gegensatz zu einer natürlich auf Bäumen wachsenden Sportart wie zum Beispiel Fußball? (lacht) Was ich am Quidditch besonders mag, ist die Vielseitigkeit. Dadurch, dass alle Gender und Körpertypen zusammenspielen, findet jede*r eine Position und einen Spielstil, der zu ihm/ihr passt und der das Team gut ergänzt. Bei anderen Mannschaftssportarten müsste ich mir erstmal Gedanken machen, ob ich in die Männer- oder die Frauenmannschaft gehören würde – beim Quidditch spielt mein Geschlecht keine Rolle.

Gibt es Unterschiede bei den Besen?

Wie die meisten Teams verwenden wir Koordinationsstangen beziehungsweise PVC-Rohre aus dem Baumarkt. Die unterscheiden sich hauptsächlich in Materialstärke und Durchmesser. Offiziell sind aber auch Besen aus Holz erlaubt. Da muss jede*r selbst herausfinden, was das Beste für sie/ihn ist.

Hand aufs Herz: Kamst du dir noch nie lächerlich vor, als du mit dem Besen durch den Stadtpark „geflogen“ bist?

Tatsächlich, nein. Würde ich wirklich auf einer Plastikstange durch die Gegend fliegen, wäre meine Höhenangst aber auch das größere Problem.

Gab es schon einmal negative Kommentare zu deinem Hobby?

Natürlich rufen einem die Leute im Park manchmal irgendwelche doofen Sprüche zu, aber da steht man dann drüber. Wenn man direkt mit Bekannten oder Kollegen darüber spricht, sind diese meistens eher neugierig.

Wie wird das Spiel entschieden, wenn es keinen „lebendigen“ Schnatz gibt?

Dann wahrscheinlich nur durch die mit dem Quaffle erzielten Punkte. Aber zum Glück haben wir ja einen lebendigen Schnatz – eine*n Unparteiische*n, der einen Tennisball in einer Socke am Hosenbund trägt. Das Team, dessen Sucher*in es schafft, die Socke von der Hose zu lösen, beendet das Spiel und erhält 30 Punkte – bei Gleichstand geht’s in die Verlängerung.

Wie viele offizielle Quidditch-Mannschaften gibt es in Deutschland?

Der Deutsche Quidditchbund zählt zurzeit 32 Vollmitglieder, einige davon haben bereits Zweitteams. Hinzu kommen noch über ein Duzend Teams, die sich zurzeit im Aufbau befinden.

Gibt es berühmte Muggel-Quidditch-Spieler?

Unter Quidditchspieler*innen herrscht selbst international eine sehr familiäre Atmosphäre – wir vermeiden es einzelne Leute auf ein Podest zustellen. Obwohl es zweifelsohne eine Menge talentierter Sportler in unseren Reihen gibt.

Gibt es Turniere?

Eine Menge! Zurzeit bereiten wir uns in Hamburg auf die Deutsche Meisterschaft kommende Woche in Frankfurt vor. Als Schiedsrichterin war ich dieses Jahr bereits beim Europapokal und werde im Juli auch Spiele bei der WM in Italien pfeifen. Das nächste Event in Hamburg ist der 5. Spieltag der Norddeutschen Liga am 10. Juni im Schanzenpark, bei dem die Werewolves ihre Titelverteidigung perfekt machen wollen.

Hast du „Quidditch im Wandel der Zeiten“ gelesen? Falls ja, wie oft?

Tatsächlich nur einmal, als es damals rauskam. Das offizielle Regelwerk des Internationalen Quidditchverbandes (immerhin auch fast 240 Seiten) habe ich hingegen schon etwas öfter durchgewälzt.

Welche Muggel-Sportart ähnelt eurer Version von Quidditch am ehesten?

Wir beschreiben es gerne als Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby. Das Spielen und Punkten mit dem Quaffle erinnert entfernt an Handball, gegnerische Spieler abwerfen kommt vom Völkerball und der Körperkontakt ist dem beim Rugby nicht ganz unähnlich.

Hast du auch Freunde, die keine Harry-Potter-Fans sind?

Meine Generation ist ja quasi mit den Büchern aufgewachsen, es ist also schwer unter uns jemanden zu finden, der im weitesten Sinne kein Harry-Potter-Fan ist. Ab und zu begegnet man ihnen aber doch – sogar unter Quidditch-Spielern.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie viel Nerd steckt in dir?

42! Harry Potter ist inzwischen aber eher ein Randthema. Wenn du mich richtig abnerden hören willst, frag mich nach Continuity-Fehlern in Star Wars oder den Abtastfrequenzen für ein digitales Video.

Das kiekmo-Team bedankt sich herzlichst für das Interview und drückt die Daumen für die kommenden Turniere!

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