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Es geht weiter: Kuriose Hamburger Straßen – und wie sie zu ihren Namen kamen

Die Reeperbahn kennt jeder als sündige Meile – aber wonach ist sie eigentlich benannt? Und sind im Duschweg die Menschen besonders sauber? Viele Hamburger Straßen tragen skurrile Namen. In Teil 2 unserer Serie erfahrt ihr, was es damit auf sich hat.

1. "Reeperbahn": Wer hängt hier in den Seilen?

Die Reeperbahn ist weit über Hamburg hinaus als "sündige Meile" bekannt – aber wisst ihr auch, woher sie ihren Namen hat? Als Reepschläger wurden früher Taumacher und Seiler bezeichnet. Um ihre Schiffstaue herzustellen, benötigten sie eine lange, gerade Bahn. Dementsprechend gibt es übrigens auch in vielen anderen norddeutschen Städten Straßen dieses oder ähnlichen Namens.

2. "Knochenhauertwiete": Wo die Fleischer klopften

Auch wenn es so klingt: Hier haut keiner mit Knochen. Zumindest heute nicht mehr. Knochenhauer ist ein altes Wort für Fleischer – und von denen befanden sich früher etliche in dieser kleinen Gasse zwischen Mönckeberg- und Rathausstraße.

3. Auf Tuchfühlung in der "Caffamacherreihe"

Ebenfalls einem Berufsstand hat die Caffamacherreihe in der Hamburger Neustadt ihren Namen zu verdanken. Als Caffamacher bezeichnete man im norddeutschen Raum lange Zeit Weber, die einen geblümten Samtstoff, Caffa genannt, herstellten. Auf die Zeit, in der in Hamburg edle Stoffe gefertigt wurden, verweist übrigens auch die Straße Kattunbleiche in Wandsbek. Dort wurde die Kattun genannte Baumwolle vor dem Färben zunächst intensiv gereinigt.

4. Hoch die Tassen am "Schulterblatt"

Nein, im Kern des geselligen Schanzenviertels zeigt natürlich niemand dem anderen die kalte Schulter. Vielmehr leitet sich der Name von einem Wirtshaus ab, das vor mehr als 300 Jahren in der Gegend zu Speis und Trank einlud. Vor allem Seeleute und Walfänger kehrten hier ein. Von einem dieser Walfänger lies sich der Wirt das Schulterblatt eines Wales mitbringen, malte es bunt an und nutzte es als Aushängeschild für seine Gaststube. Schnell nannte der Volksmund die Straße "Beim Schulterblatt". Offiziell Schulterblatt wurde sie erst 1841 genannt.

5. "Duschweg": Saubere Bildung für höhere Schüler

Klingt sehr sauber – und das war der ehemalige Leiter des humanistischen Gymnasiums Christianeum in Altona hoffentlich auch. Nach ihm ist diese Straße nämlich benannt: Johann Jakob Dusch leitete im 18. Jahrhundert die bis heute renommierte Ausbildungsstätte.

6. "Letzter Heller" wurde in Horn ausgegeben

Die Straße Letzter Heller im Stadtteil Horn erinnert an die Zeit, als es dort noch Grenzposten gab. Menschen, die ihre Waren in Hamburg verkaufen wollten, bezahlten in der Gegend mit ihrem letzten Heller die Zollgebühren.

7. Hamburgs militärischer "Durchschnitt"

Wohnen hier Otto Normalverbraucher und Max Mustermann Tür an Tür? Schöne Vorstellung, aber nein. Der Durchschnitt diente früher als militärischer Durchlass. Die Straße kreuzte damals die Verbindung zwischen der Festungsanlage Sternschanze und der Hamburger Altstadt.

Kuriose Hamburger Straßennamen – Part 1

Euch interessiert auch, warum der Schlump Schlump und die ABC-Straße ABC-Straße heißt? Hier findet ihr Teil 1 unserer Sammlung: Hamburgs kurioseste Straßennamen.

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