In diesem Gebäude am Spannskamp befindet sich die neue Demenz-WG (© Martha-Stiftung )

Erste Demenz-WG in Stellingen eingeweiht

Neues Zuhause für Menschen mit Demenz! Am 9. Januar hat die Allgemeine Deutsche Schiffszimmerei Genossenschaft eG in Hamburg-Stellingen eine neue WG für Demenzkranke eingeweiht.

Wer als Student lange in einer WG mit fünf Mitbewohnern gelebt hat, weiß: Für eine bestimmte Zeit ist das genau richtig, aber spätestens im Berufsleben sind die eigenen vier Wände heilig. Für ältere Menschen mit Demenz ist eine WG aber eine Chance, um trotz Erkrankung selbstbestimmt zu leben. Wissenschaftliche Studien belegen sogar, dass Menschen in dieser Wohnform länger leben als solche, die im Heim wohnen. In Hamburg gibt es heute rund 30 selbstverwaltete Demenz-WGs – jetzt auch in Stellingen.

Demenzkranke finden in Stellingen ein neues Zuhause

Neun Menschen mit Demenz haben am Stannskamp in Stellingen ein Zuhause gefunden. Sie kaufen ein, kochen und waschen und gehen auch mal zusammen zur Gymnastik – ein ganz normales WG-Leben also, nur eben mit 24-Stunden-Betreuung. "Die Bewohner leben wie in einer Familie zusammen", erzählt Wolfgang Janzen, unter anderem Leiter des Seniorenzentrums St. Markus und Regionalleiter Martha Stiftung – Seniorenwohnungen mit Service Mitte/West. "Durch dieses Modell ist die Betreuung viel individueller und persönlicher. Die Rückmeldungen der Bewohner sowie der Angehörigen sind sehr positiv. Das bestärkt uns, weiterzumachen." Nach Stellingen wird noch in diesem Frühjahr eine weitere WG am Rübenkamp eröffnet.

Demenz-WGs in Hamburg: Es gibt zwei Modelle

Selbstverwaltet, was heißt das genau? "In einer selbstverwalteten, ambulant versorgten Wohngemeinschaften entscheiden die Mieter selbst bzw. ihre Angehörigen über Vermietung und Pflegedienst ", erklärt Wolfgang Janzen. "Das Pendant dazu sind stationär versorgte WGs. Hier bietet in der Regel ein Träger alle Leistungen aus einer Hand. Das Modell ähnelt eher einem Heim." Grundsätzlich bezahlen die Bewohner einer selbstverwalteten WG also eine monatliche Miete. Sie haben jeweils ein Zimmer mit eigenem Bad und benutzen Küche und Wohnzimmer gemeinsam. Welcher Pflegedienst sie dabei betreut – das entscheiden sie selbst beziehungsweise ihr als Angehörige. Die Mietkosten liegen bei rund 400 Euro. Hinzu kommen dann noch circa 250 Euro für die Haushaltskasse sowie die Pflegekosten. Je nach Pflegegrad liegt der Eigenanteil zwischen 1.400 und 2.100 Euro.

Die Bewohner kommen, um zu bleiben

Tagsüber sind in der Regel drei Betreuer für die Bewohner da, nachts einer. Wolfang Janzen: "Unser Ziel ist, dass die Demenzpatienten bis zu ihrem Tod in der WG bleiben können – auch wenn sich ihr Zustand verschlechtert. Keiner soll ins Heim ziehen müssen." Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Zuhause für Mama, Papa, Opa oder Oma? Dabei unterstützt euch in Hamburg die Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften.

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