2016 musste der Pavillon im Hanyspark wegen Baufälligkeit gesperrt werden. Vitavia )

Eppendorfer Denkmal: "Monopteros" wird zum Kunstwerk

Gänse, Enten, Griller und Chiller lieben den Eppendorfer Haynspark, jetzt wird der "Monopteros" am Alsterlauf saniert – und zum Graffiti-Kunstwerk. Dazu kooperiert die Stadt Hamburg mit der Galerie Affenfaust.

Gänse grasen friedlich. Enten watscheln Richtung Alster. Am kleinen Tempel entlang, vor dem gerade eine Familie grillt. Auch im Herbst ist der Haynspark in Eppendorf eine Oase. Gelegen inmitten der Stadt und dennoch beschaulich, eben ein perfekter Ort zum Chillen. Derzeit wird daran gearbeitet, das charakteristische Bauwerk inmitten der wohl schönsten Grünanlage im Stadtteil aufzuwerten. Der Monopteros bekommt einen neuen Anstrich.

Tut auch Not, wie der Hamburger so sagt. Mehr als 100 Jahre haben ehrwürdige Säulen und Kuppel schon hinter sich und die Jahrzehnte haben unübersehbare Spuren hinterlassen. Zudem war der Monopteros im Haynspark immer wieder beschädigt und beschmiert worden. Ein historischer Hingucker? Zuletzt ganz sicher nicht mehr.

Der Monopterus: Kunstaktionen mit der Galerie Affenfaust

2016 musste der halboffene Säulenbau mit seinem kupferbedeckten Kuppeldach gar wegen Baufälligkeit gesperrt werden. Darum lässt die Behörde für Umwelt und Energie, die für Hamburgs Parkanlagen zuständig ist, das kleine Wahrzeichen in der Parkanlage unweit der U-Bahn Lattenkamp sanieren. 250.000 Euro kostet das die Stadt Hamburg. Um das Tempelchen künftig vor Graffiti-Schmierereien zu schützen, soll es zudem künstlerisch verziert werden. Dafür wurde eine Kooperation mit der Galerie Affenfaust vereinbart, einer Szene-Galerie, in der Streetart ein Zuhause hat. Künftig soll der Monopteros zweimal im Jahr von Künstlern aus der Graffiti-Szene gestaltet werden. Das Ergebnis wird jeweils in einer Vernissage der Öffentlichkeit präsentiert. Die bereits von der Politik bewilligten 20.000 Euro reichten aus, um zwei dieser Kunstaktionen zu finanzieren. Zudem haben Anwohner Spenden gesammelt.

Den Auftrag für die Sanierung des Monopteros' hat die Arbeitsgemeinschaft Historische Bauten bekommen. In der wirken mehrere auf alte Substanz spezialisierte Architekten zusammen. Die Arbeitsgemeinschaft hat bereits das Hamburger Kirchenmahnmal St. Nikolai saniert. Bernhard Brüggemann aus Braunschweig hat die Projektleitung für die Restaurierung im Eppendorfer Haynspark übernommen. Die Arbeiten haben bereits begonnen.

Der Monopterus im Haynspark wird gerade restauriert. (© Inga Ehrecke )

Ein mit Plane versehener Zaun verstellt derzeit den Blick auf den kleinen Tempel. "Die Sanierung des Monopteros' wird voraussichtlich Anfang des neuen Jahres abgeschlossen sein, je nach Witterung", sagt Daniel Gritz, Sprecher des zuständigen Bezirksamts, zum Baufortschritt. "Im Frühjahr kommt dann eine Farbgrundierung drauf. Danach sollen die künstlerischen Arbeiten beginnen."

Erste Vernissage im Haynspark ist für April 2019 geplant

Die erste öffentliche Vernissage im Haynspark ist laut Behördensprecher Gritz derzeit für den April 2019 angedacht. Für Griller und Chiller vielleicht noch etwas kühl. Enten und Gänse werden ganz sicher am Start sein.

Info: Der Haynspark liegt am Alsterlauf und wird vom bei Spaziergängern beliebten Alsterwanderweg durchzogen. Die Anlage wurde 1931 für die Öffentlichkeit eröffnet. In ihm befindet sich auch ein Kinderplanschbecken, das von Otto Linne entworfen wurde. Linne war Garten- und Landschaftsarchitekt, von 1914 bis 1933 war er in Hamburg Gartendirektor. Der Park gehörte einst Senator Max Theodor Hayn (1809-1888), der auch den Monopteros anlegen ließ. Das Tempelchen steht unter Denkmalschutz.

Auch hier wird in Eppendorf gebaut

Während im Haynspark der Pavillon wieder fit gemacht wird, ist schon das nächste Bauprojekt in Planung: Der Eppendorfer Marktplatz soll umgebaut werden. Wir halten euch bei allen Veränderungen im Viertel stets auf dem Laufenden.

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