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Embrace the beauty of the grave: 5 schöne Friedhöfe in Bahrenfeld

Trauer, Grabpflege, Gedenken? Auf den Friedhöfen in Bahrenfeld könnt ihr besonders im Herbst auch einfach nur andächtig spazieren gehen und die Ruhe genießen. Denn sie sind wie kleine Parks und geben euch Gelegenheit, dem Stadttrubel zu entfliehen.

1. Zwischen Friedhofskapelle und Rhododendronbüschen: Friedhof Holstenkamp

Rhododendronbüsche so weit das Auge reicht, ehrwürdige Buchen, genauso alte Eichen und jede Menge Blumen: Beim Betreten des Friedhofs Holstenkamp wähnt ihr euch mit einem Schlag an einem Ort der Idylle. Die Ruhe trägt ihr Übriges dazu bei. Grund für das Park-Ambiente ist unter anderem die Erweiterung des Friedhofs, der sich ursprünglich in der Bernadottestraße befand. Weil hier aber Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr genug Platz war, musste nach einer neuen Fläche Ausschau gehalten werden. Willkommen auf dem Friedhof am Holstenkamp, dessen Ausgangspunkt ein ehemaliges Restwaldgrundstück mit entsprechend viel altem Baumbestand ist. Hier könnt ihr auf geschwungenen Wegen vom Haupt- zum Südeingang wandeln, euch alte Gräber anschauen und wundern, wer hier alles seine letzte Ruhestätte fand. Zum Beispiel: Theodor Zeise, der Gründer der ersten Schiffsschraubenfabrik in Ottensen.

Infos: Friedhof Holstenkamp, Holstenkamp 91, 22525 Hamburg; Mo–So 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit

2. Idylischer Parkfriedhof: Friedhof Diebsteich

Grabsteine und Grabmäler geraten hier fast in den Hintergrund – so schön grün ist der Friedhof Diebsteich. Gemauerte Gruften und Grabstätten erinnern dann aber doch daran, dass es sich um einen Friedhof und nicht um den Stadtpark handelt. Übrigens findet ihr hier etwas, was ihr auf anderen Begräbnisstätten der Hansestadt vergebens sucht: die Gräber der Sinti und Roma im katholischen Teil des Areals, die durch ihre individuelle Grabmalkultur sofort ins Auge fallen. Schlendert einfach mal die geschwungenen Wege entlang – von der Friedhofskapelle am Eingang bis zu dem mit alten Linden gesäumten Platz in der Mitte des Parks, der zum Verweilen einlädt.

Infos: Friedhof Diebsteich, Am Diebsteich 4, 22761 Hamburg; Mo–So 8 bis 20 Uhr

3. 9,5 Hektar Wald und Grabmäler: Friedhof Groß Flottbek

Garantiert nicht deprimierend ist ein Spaziergang über den Friedhof am Stillen Weg in Groß Flottbek. Denn hier laden nicht nur viel Platz und Grün zum Schlendern ein, es gibt auch eine Menge Besonderheiten des Gartenbaus und spezielle Grabstätten zu entdecken. Das von Christian Brügmann entworfene Friedhofsgelände ist nämlich nicht "zufällig" entstanden. Streng geplant wurde nicht nur die Hauptwegeführung, die in ihrer Kreuzform das Wahrzeichen der christlichen Religion aufgreift, sondern auch der Waldteil im Norden des Geländes. Hier setzen sich das orthogonale Wegenetz und die streng elliptisch geformten Hecken aus dem übrigen Areal nicht fort. Stattdessen spaziert ihr über unregelmäßige Wege, findet alten Baumbestand und Rhododendronhaine – eine Art Hommage an Wilhelm C. Cordes, den Gartenbaumeister des Ohlsdorfer Friedhofs. Wer sich für mehr geschichtliche Details des Friedhofs Groß Flottbek interessiert, bekommt diese im Museumsbereich der Friedhofskapelle.

Infos: Friedhof Groß Flottbek, Stiller Weg 28, 22607 Hamburg

4. Parkcharakter dank altem Baumbestand: Friedhof Bornkamp

Dass es diesen Ort des Gedenkens in Bahrenfeld gibt, ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass Ende des 19. Jahrhunderts der Platz auf den übrigen Friedhöfen rar wurde. Um neue Flächen für das Begräbnis Verstorbener zu schaffen, wurde 1880 der Friedhof Bornkamp angelegt. Was ihr sonst auf kaum einem Hamburger Friedhof findet, sind die vielen romantischen Alleen hier. Umgeben von altem Baumbestand, der zum Teil noch älter ist als der Friedhof selbst, könnt ihr ja mal versuchen, herauszufinden, aus welchen unterschiedlichen Baumarten die Alleen bestehen – ganz schön knifflig. Rhododendronbüsche und andere botanische Besonderheiten bilden, je nach Jahreszeit, einen farblichen Gegenpol zu den verschiedenen Grüntönen. Tipp: Besucht einmal die Backsteinkapelle in der Mitte des Parks und, wenn ihr Lust habt, auch gleich das hier befindliche Grabmalmuseum.

Infos: Friedhof Bornkamp, Ruhrstraße 103, 22761 Hamburg; Mo–So 8 bis 21 Uhr

5. Hamburgs kleinster Friedhof: Mennonitenfriedhof

1873 wurde der Mennonitenfriedhof der Mennonitengemeinde in Altona eingeweiht. Die ältesten Gräber des mit 6.932 Quadratmetern kleinsten Friedhofs Hamburgs aber stammen aus dem Jahr 1679. Um dieses Paradoxon aufzulösen, lohnt es sich, die schöne Ruhestätte am Holstenkamp einmal zu besuchen. Denn der Grund dafür ist gleichzeitig eine Besonderheit: ein Friedhof im Friedhof. Auf diesem wurden 1936 – mit der Auflösung des alten Friedhofs in der Paul-Roosen-Straße/Ecke Lammstraße – nämlich 38 Grabplatten nach Bahrenfeld gebracht und in einem von Hecken umsäumten Feld in zwei Reihen angeordnet. Ein Denkmal erinnert heute noch an den "Umzug". Auf diesem ist zu lesen: "Gewidmet den Toten, deren sterbliche Hüllen einst auf dem Alten Friedhof beigesetzt waren und nun an dieser Stätte einen neuen Ruheplatz fanden." Schon allein, um sich diese Grabplatten mit den Namen großer mennonitischer Kaufmannsfamilien mal genauer anzusehen, lohnt sich ein Besuch auf dem Friedhof.

Infos: Mennonitenfriedhof, Holstenkamp 80–82, 22525 Hamburg; täglich 24 Stunden geöffnet

Promis auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Der Ohlsdorfer Friedhof ist nicht nur wunderschön – hier gibt es auch einiges zu sehen: Diese Promis liegen auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

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