(© Inga Ehrecke )

Eingestürzt: Das Brückendesaster aus dem Eppendorfer Hayns Park

Im Hayns Park, der Eppendorfern als Oase der Ruhe dient, sollte im August eine neue Brücke eingeweiht werden – doch die brach zusammen. Jetzt wird neu gebaut.

Viel Grün, viel Wasser, eine Oase der Ruhe: Für viele Menschen in Eppendorf ist der Hayns Park so etwas wie ein Vorgarten, in dem sie sich von der Hektik ihres Stadtlebens erholen können. Doch seit Ende Juni sorgt der Park für Schlagzeilen. Und zwar nicht, weil es im Sommer besonders beschaulich ist. Sondern wegen eines waschechten Brückendesasters.

Der Tag, an dem die Brücke versank

Es ist der 25. Juni, als es sprichwörtlich knirscht im Gebälk. Eigentlich ist zu diesem Zeitpunkt geplant, die fast fertige Fußgängerbrücke im Park am 30. August zu eröffnen. Doch an diesem Tag bricht der Neubau, der direkt neben der alten, marode gewordenen Rad- und Fußgängerbrücke errichtet wurde, ohne Vorwarnung in sich zusammen. Anschließend versinkt der Bau in der Alster. Als Ursache wird kurz darauf ein gebrochenes Brückenwiderlager vermutet. Glück im Unglück ist, dass niemand zu Schaden kommt. Das Bauwerk war ja noch gesperrt.

Hohn und Spott von allen Medien

Von den Medien hagelt es anschließend Hohn und Spott. Schließlich werbe die Stadt Hamburg damit, das Venedig des Nordens zu sein. Und dann bekomme man es nicht mal hin, eine Brücke zu bauen, so heißt es.

Neue Erkenntnisse über die Ursache des Zusammenbruchs gibt es derzeit nicht. Für die Eppendorfer dürfte ohnehin wichtiger sein, wie es mit dem Bauwerk weitergeht. Und das steht auch schon fest. Die Brückenruine wird abgerissen. Anschließend soll die Brücke neu aufgebaut werden.

Darum trauern Eppendorfs Romantiker

Die alte Holzbrücke am Alsterlauf im idyllischen Haynspark galt vielen als ein romantisches Schmuckstück Eppendorfs. Sie war im Jahr 1984 als Teil des Alsterwanderweges gebaut worden. Als Baumaterial soll seinerzeit Tropenholz verwandt worden sein, das eigentlich als besonders widerstandsfähig galt. Nach 34 Jahren war dann aber doch Schluss. Bei Bauwerksprüfungen seien gravierende Schäden an der hölzernen Tragkonstruktion der Brücke festgestellt worden, so die Wirtschaftsbehörde seinerzeit. Die Schäden seien so groß, dass eine Instandsetzung der Brücke aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll sei. Ein Neubau sei der richtige Weg.

Asphalt, Stahl und Barrierefreiheit: So soll die neue Brücke werden

Im September 2018 war die Brücke aus den 80ern dann gesperrt worden. Der Plan: Eine Brücke aus Spannbeton, mit einem Belag aus Asphalt und Brückengeländern aus Stahl. Zudem anderthalb Meter breiter als die alte Holzkonstruktion – und barrierefrei, weil weniger steil. Vor allem aber stabil sollte das Bauwerk sein, denn das ist schließlich wichtigstes Kriterium für eine gefahrlose Flussquerung. Klappte nicht ganz.

Neue Brücke soll Anfang 2020 fertig werden

Jetzt stehen erstmal wieder Bauarbeiten an. Womöglich können die Eppendorfer und Winterhuder, die den Hayns Park zum Chillen, Spazierengehen und Joggen nutzen, die neue Brücke Anfang 2020 nutzen. Bei einem anderen Bauwerk in dem beschaulichen Park lief es übrigens deutlich besser: Der heruntergekommene und ständig mit Graffiti beschmierte Monopteros konnte nach Sanierung im April wieder freigegeben werden. 275.000 Euro ließ sich die Stadt die Verschönerung des kleinen Tempels kosten, der Parkgängern bei schlechtem Wetter Unterschlupf bietet. Der besondere Clou bei der Sanierung: Künstler gestalten das Äußere, um wilde Sprayer künftig davon abzuhalten, das mehr als 100 Jahre alte Bauwerk zu verunstalten.

Ein bisschen Ironie muss sein

Brücke eingestürzt, Romantik adé. Wir wussten es schon immer und verraten euch darum jetzt auch mal ganz unter uns die 10 Gründe, warum Eppendorf ganz furchtbar ist.

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