(© Sophia herzog )

Eine bunte Geschichte: 10 Fakten über den Hansaplatz

Wusstet ihr, dass der Hansaplatz in St. Georg früher mal ein Gemeindeacker war? So richtig mit Kühen und Schweinen? Dann lest euch mal schlau – mit diesen 10 Fakten.

Die Hansa: Ein Symbol der Macht

Namensgeberin des Platzes ist die Hansa – jene Figur, die ganz oben auf dem mächtigen Brunnen in der Mitte des Platzes trohnt. Bei der Lady handelt es sich aber nicht um eine Göttin oder die Hamburger Schutzpatronin Hammonia, wie manche von euch vielleicht glauben. Nein: Sie ist ein Symbol für die Macht und den Reichtum der Hanse.

Vier historische Hamburger gucken auf's Treiben

Unter der Hansa: vier Kerle, die auf das Treiben auf dem Platz blicken. Nicht irgendwelche Kerle, selbstverständlich, sondern vier historische Persönlichkeiten, die die Stadt Hamburg maßgeblich geprägt haben: Kaiser Konstantin der Große (Richtung Steindamm), Karl der Große (Richtung Asklepios Klinik St. Georg), Erzbischof Ansgar (Richtung Hauptbahnhof) und Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein (Richtung Alster). Über den Häuptern der ehrenwerten Herren prangen dann noch die Wappen der Hansestädte Lübeck, Hamburg und Bremen sowie das des Deutschen Reiches.

Der Hansa-Brunnen: 17 Meter Eigenlob

Eingeweiht wurde der Hansa-Brunnen am 10. Juli 1878. Der prachtvolle, 17 Meter hohe Wasserspeier war nicht der einzige Brunnen dieser Art: Insgesamt wurden in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in der Hamburger Innenstadt fünf dieser monumentalen Brunnen fertiggestellt. "Relikte einer nationalistischen Reichseinigungseuphorie", wie die Geschichtswerkstatt St. Georg sie nennt. Oder, wie der Historiker Volker Plagemann in seinem Buch über Hamburger Denkmäler schrieb: Sie waren eine "denkmalhafte Verklärung der hamburgischen Geschichte". Entworfen hat den Hansa-Brunnen übrigens der Bildhauer Engelbert Peiffer (oder Pfeiffer, so genau weiß man das nicht).

Schon seit dem 15. Jahrhundert gab es einen Brunnen

Lange bevor der Hansa-Brunnen zu eher repräsentativen Zwecken Wasser spuckte, gab es auf dem Hansaplatz schon einen Brunnen: seit 1483. Die meisten Hamburger holten im 15. Jahrhundert ihr Trinkwasser aus der Elbe oder Alster – eine ziemlich trübe Angelegenheit. Saubereres Wasser gab es aus den Grundwasserbrunnen, die nach und nach in der Stadt gebohrt wurden. Einer davon war am heutigen Hansaplatz.

Der Hansaplatz als Zimmermanns-Revier

Ein weiteres Sträßchen, das von dem Hansaplatz abgeht, verrät uns etwas über die weitere Geschichte: die Zimmerpforte. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Gelände um den ehemaligen Acker an Zimmerleute verpachtet, die hier ihre Werkstätten und Häuser errichteten und Holz und Geräte lagerten. Doch nicht allzu lange: Nach einem entsprechenden Beschluss mussten die Zimmerleute das Gelände bis Mitte Dezember 1873 vollständig räumen und an den Grevenweg umziehen.

Ein Gemeindeacker mit Kühen und Schweinen

Gehen wir noch weiter zurück. Kaum vorstellbar, doch vom 14. bis 18. Jahrhundert befand sich auf dem heute so sehr urbanen Gebiet der Hamburger Gemeindeacker für Kühe und Schweine. Damals hieß der Hansaplatz freilich noch anders: Borgesch, aus „Borch“ für „Bürg“ (Bürger) und „esch“ für ein „nicht eingezäuntes Saatfeld“. Noch heute erinnert die gleichnamige Straße hinter dem Schauspielhaus daran.

Der Hansaplatz als Verkehrsknotenpunkt

Heute ist der Hansaplatz mit seinen Linden zumindest in Sachen Verkehr quasi eine grüne Oase – zumindest im Vergleich zu früheren Zeiten. Von 1927 bis 1943 war der Platz Endstation mehrerer Staßenbahnlinien, später wurde er zum Kreisverkehr für Autos. Das änderte sich erst 1978: Damals wurde der Hansaplatz für 630.000 Mark aufgehübscht – sowohl der Kreisel als auch die vielen Parkplätze wurden bei dieser Gelegenheit abgeschafft.

Die Bebauung: alt und (relativ) neu

Der Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg verschonte auch den Hansaplatz nicht. Die Gebäude an der Ost- und Nordseite wurden zerstört. Erstere wurden gleich in den 50er-Jahren wieder hochgezogen, zweitere erst 30 Jahre später. Zusammen mit den Altbauten, die es ebenfalls noch gibt, könnt ihr also sozusagen den Wandel des Wohnungsbau durchs 20. Jahrhundert hier bestaunen.

Die Toiletten: Ein Griff ins Klo

Entschuldigt die etwas harsche Ausdrucksweise, aber tatsächlich hat sich die 200.000 Euro teure, öffentliche Luxus-Toilette, die erst 2017 zur Aufhübschung des Hansaplatzes gebaut worden war, als absoluter Reinfall erwiesen: Dort wurde nicht nur das erledigt, wofür eine Toilette gemeinhin da ist. Die Anlage muss also weichen und wird durch einen Unisex-Doppelkabiner mit Schwingtüren ersetzt.

Der Kontrapunkt: Gehobene Gastronomie

St. Georg ist definitiv einer der buntesten und tolerantesten Stadtteile Hamburgs. Und so verwundert es auch nicht, dass hier trotz der sehr alternativen Szene, die hier unterwegs ist, auch gehobene Restaurants ihr Zuhause gefunden haben. Bei Maria's Persian Kitchen beispielsweise bekommt ihr großartiges persisches Essen, und bei XIV Heilige werden euch leckere spanische Tapas serviert.

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