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Ein Stück Idylle in der Großstadt: Der "MOTTE Hühnerhof" in Ottensen

Ein Hühnerhof mitten in Hamburg? Klingt im ersten Moment vielleicht komisch, ist in Ottensen aber Realität. Und zwar schon seit gut 30 Jahren. Eine Handvoll Hühner genießt hier, gut umsorgt im Herzen Altonas, ihr Hühner-Dasein – und legt zum Dank hin und wieder ein paar Eier.

Die Kinder hört man schon von weitem – besonders an sonnigen Tagen: Aufgeregt schnattern und gackern sie durcheinander, während sie ihre kleinen Finger durch die Stäbe des Zauns stecken. Hinter dem Zaun, der mitten in Ottensen steht, gackert aber noch etwas anderes. Um genau zu sein: Viktoria. Wer jetzt denkt, Viktoria sei eine Frau, der irrt. Denn Viktoria ist ein Hahn. Und der lebt, zusammen mit seinen Hennen, in Altona auf einem Hühnerhof.

Hamburgs erster Großstadt-Hühnerhof

Bereits seit 30 Jahren befindet sich hier, mehr oder weniger versteckt zwischen Mehrfamilienhäusern, eine kleine grüne Oase. Samt Lehmhäuschen für die Hühner. Sogar ein paar Bienenstöcke stehen im hinteren Teil des eingezäunten Motte Hühnerhof. Wie dieses Idyll mitten in der City zustande kam? Im April 1986 wollten ein paar Ottensener die Brachflächen in einen Hühnerhof verwandeln – und die ganze Nachbarschaft half mit. Das Projekt kam sogar so gut an, dass sich die Truppe in den 90ern zusammentat, um sich gegen geplante Bebauungspläne für das Grundstück zu wehren. Zwei Jahre dauerte der Kampf – mit einem guten Ende für den Motte Hühnerhof. Seither kümmern sich rund 15 Personen um die Hühner: Täglich bekommen die Tiere frisches Futter, Wasser und natürlich einen sauberen Stall.

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Füttern ausdrücklich erlaubt!

Doch das Motte-Team freut sich auch immer über Unterstützung. So könnt ihr beispielsweise beim Füttern helfen. Eigens dafür wurde am Zaun des Hofs eine kleine Futterklappe eingebaut. Aber Obacht: verfüttert werden dürfen nur frisches Gemüse, Salat und Obst – natürlich klein geschnitten und in überschaubaren Mengen. Klassiker wie Brot und Körner sind dagegen strengstens verboten. Dadurch werden nämlich Ratten, Mäuse und Tauben angelockt.

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Kunterbunte Frühstückseier vom Motte Hühnerhof

Die gelegten Eier, je nach Jahreszeit zwischen sieben und zehn Stück pro Tag, könnt ihr direkt am Motte Hühnerhof am Eierautomaten kaufen. Die Eier können übrigens braun, weiß und sogar grünlich oder bläulich sein! Kleiner Tipp: Die besten Chancen hat man Samstag gegen elf Uhr, wenn ein Motte-Mitarbeiter auf dem Hof ist. Dann kann es sogar sein, dass die Eier noch warm sind, wenn ihr sie mit nach Hause nehmt. Fünf Eier gibt's für zwei Euro.

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So schmeckt Ottensen

Und auch der Honig, den die Motte-Bienen produzieren, kann gekauft werden. Das beste am Motte-Honig: Je nach Vegetation und Klima schmeckt der jedes Jahr ganz unterschiedlich. Und auch die Jahreszeiten kann man schmecken: Während sich der Frühjahrsblütenhonig aus Pflanzen wie Weide, Löwenzahn oder verschiedenen Obstbaumarten zusammensetzt, hat der Sommerblütenhonig meist einen hohen Lindenblütenanteil. Das 250 Gramm Glas gibt's für fünf Euro, das 500 Gramm Glas für acht Euro. Fun Fact: Für ein Glas fliegen die Bienen rund 80.000 Kilometer durch den Stadtteil. Also quasi Ottensen im Glas.

Infos: Motte Hühnerhof, Rothestraße 44, 22765 Hamburg

Bauernhöfe in Hamburg und Umgebung

Stadtteil-Honig gibt’s auch aus der Innenstadt: Kennt ihr schon die Jungs von There Is A Bee On The Roof? Anlässlich des Weltbienentag haben wir ihnen ein paar Fragen zu ihrem Projekt gestellt – Bienenstöcke über Hamburgs Innenstadt. Und wenn euch jetzt so richtig nach frischer Landluft ist, dann solltet ihr einen Blick auf unseren Artikel über die idyllischen Bauernhöfe in Hamburg und Umgebung werfen.

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