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Ein neuer Entwurf für die Sternbrücke? Das fordern Initiative und Architekten

Der Streit um den Abriss und Neubau der Sternbrücke geht in die nächste Runde: Nach Vorstellung des Entwurfs hagelte es scharfe Kritik – nicht nur seitens der "Initiative Sternbrücke". Muss nun ein neuer Plan her?

Seit 2005 ist sie Streitthema: Die denkmalgeschützte Sternbrücke in Altona-Nord. Genauer gesagt der geplante Abriss der Brücke. Die Deutsche Bahn will das hundertjährige Bauwerk durch eine neue Konstruktion ersetzen. 125 Millionen Euro soll der aktuelle Entwurf kosten, geteilt von der Deutschen Bahn und der Stadt Hamburg. Die Bogenstabbrücke im "Fehmarnsund-Stil" soll 108 Meter lang und mit einer Schallschutzwand ausgestattet sein. Der Lärmschutz sei verpflichtend und am jetzigen Bauwerk nicht ohne starke Veränderungen der Optik realisierbar. Der wuchtige Entwurf soll ohne weitere Stützen auf den Straßen auskommen – für Stadt und Bahn eine klare Verbesserung. 2023 sollen die Bauarbeiten beginnen und vier Jahre lang andauern.

Laute Gegenstimmen aus Denkmalschutz und Initiative

Seit Veröffentlichung der Pläne setzt sich der Denkmalschutz für den Erhalt der Brücke ein. Die Baumaßnahmen seien nicht notwendig und würden die Stadt nicht nur um ein historisch wichtiges Bauwerk, sondern auch einen kulturellen Knotenpunkt ärmer machen. Im Zuge des Abrisses müssen nämlich die angesiedelten Clubs – Astrastube, Waagenbau und Fundbureau – ihren Platz räumen. Anwohner sowie Vertreter der Clubs und der Bauwagensiedlung Zomia haben sich zu Beginn der Planungen mit dem Denkmalschutz zur "Initiative Sternbrücke" zusammengeschlossen. Sie kritisieren vor allem die mangelnde Bürgerbeteiligung am Neubauprojekt. Der neue Entwurf löste Entsetzen aus – und führte zu "Gegenentwürfen" in einer Facebook-Aktion.

BAD übt scharfe Kritik – HAK schließt sich an

Nicht nur die Initiative Sternbrücke lehnt den Entwurf des Neubaus vehement ab. Auch der Bund Deutscher Architekten (BAD) spricht sich klar gegen den geplanten Neubau aus, der die bestehende Bebauung des Viertels ignoriert. Mit dem Abriss werde "ein Stück Hamburger Identität geopfert", so die Äußerung gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Besonders scharfe Kritik erfährt der Ausschluss der Öffentlichkeit aus den Planungen. Die Hamburger Architektenkammer (HAK) schließt sich an: „Die Bevölkerung erfuhr von den konkreten Planungen erst jetzt, unmittelbar vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens“, lautete es in der Mitteilung. Bahn und Stadt hätten die "gesamtstädtische Bedeutung eines Neubaus der Sternbrücke nicht erkannt".

Die Forderungen: Ein Wettbewerb und breitere Radwege

Der BAD plädiert deshalb für einen öffentlichen Wettbewerb für einen neuen Entwurf, der zeitgemäß, aber trotzdem identitätsstiftend ist. Dieselbe Forderung stellen auch HAK, Bezirksamt und die Initiative Sternbrücke. Die Reaktion der Bahn: Eher bedeckt. Der Neubau sei ein hochtechnisches Unterfangen und erlaube daher kaum gestalterische Spielräume.

Auch der Bezirk Altona schaltet sich ein. Eine Erweiterung der Fahrbahn für PKW sei nicht notwendig, wenn die Entwicklung darauf abziele, nachhaltigere Verkehrsmittel attraktiver zu gestalten. Daher sei auch die Notwendigkeit einer stützenfreie Konstruktion fragwürdig. Bezirksamtschefin Stefanie von Berg plädiert stattdessen für breitere Rad- und Fußgängerwege, sollte mehr Platz entstehen. Die Initiative schlägt ähnliche Töne an. Sie fordert, die jetzige Brücke zu erhalten, die Autofahrbahn auf zwei Spuren zu reduzieren und die Radwege zu erweitern. Auch bei einem Neubau könnte so die Verhältnismäßigkeit in der Größe gewahrt werden.

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