Robin Eberhardt / Eimsbütteler Nachrichten )

Eimsbütteler Straßennamen: Die Tornquiststraße

Osterstraße, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße: Lebendige Einkaufsstraßen in Eimsbüttel und all die kleinen Wohnstraßen – woher haben sie ihre Namen? Wir klären in lockerer Folge auf.

Die Tornquiststraße ist nach dem Hamburger Immobilienspekulanten Alexander Bentalon Tornquist benannt. Dieser lebte von 1813 bis 1877. Einige Jahre nachdem der Weinhändler Georg Heinrich Wehber dort 1852 ein Sommervilla errichtet hatte, wurden auch die angrenzenden Straßen erschlossen.

Umliegende Straßen sind nach Tornquists Töchtern benannt

Kurz vor dem großen Bauboom in die ans Zentrum angrenzenden Stadtteile, kaufte sich Tornquist das Flurstück "Osterkamp" und teilte das bis dahin landwirtschaftlich genutzte Gebiet in vier Straßen auf. Zur damaligen Zeit war es den Grundeigentümern noch erlaubt, selbst angelegte Straßen zu benennen. Deswegen wurden die anderen drei Straßen nach der damaligen Länderei Osterstraße, und nach seinen Töchtern Emilie und Henriette benannt. Henriette erhielt die Benennung ihrer Straße 1865 als Hochzeitsgeschenk.

Die vier Straßen waren schon an Hamburgs Wasser-, Gas- und Sielsystem angeschlossen. Tornquist unterteilte das Gebiet in lange, schmale Parzellen auf, wie es im Hamburger Stadtkern seit der Barockzeit üblich war.

Wohn- oder Arbeitsviertel?

Es stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, ob Eimsbüttel ein Arbeiterquartier oder ein bürgerlicher Stadtteil werden würde. Tornquist erhoffte sich große Rendite durch die Schaffung von Wohnraum für Hamburger Kaufleute. Aus diesem Grunde legte er beim Verkauf der Grundstücke auch fest, dass keine kleinen Arbeiterwohnungen oder Fabrikanlagen gebaut werden durften. Auch Tierställe und Gastwirtschaften waren laut Vertragswerk nicht erlaubt. Alles war genauestens festgelegt, sogar die Geschosshöhe, Souterrain, Parterre und maximal zwei zusätzliche Stockwerke. So entstanden in der Tornquiststraße die klassischen Hamburger Reihenvillas für die Mittelschicht und die untere Oberschicht.

Ruhige Wohnstraße

Heute ist die Tornquiststraße eine ruhige Wohnstraße, die auf der einen Seite an den Wehbers Park und an einen großen Sportplatz grenzt. An der anderen Seite kreuzt sie den Doormansweg und endet am Henriettenweg. In der Straße stehen neben vielen schönen Wohngebäude zum Teil sanierte und äußerst gepflegte Stadtvillen mit schönen Vorgärten, auch einige Nachkriegsbauten sowie die klassischen Hamburger Klinkerbauten.

Menschen, Kunst und kleine Leute

Im größeren Teil der Tornquiststraße befinden sich keine Geschäfte aber einige kleinere Handwerksbetriebe, wie zum Beispiel ein Maler, eine Kita und ein Hotel für "Menschen und Kunst". Außerdem gibt es in der Straße noch eine Ganztagsgrundschule mit rund 330 Kindern in 16 Klassen und zwei Vorschulklassen. Die "Tornis" werden von 25 Lehrern betreut. Die Grundschule ist seit Sommer 2007 eine "Bewegte Schule" und bietet neben dem bewegungsfreundlichen Schulgelände auch ein vielfältiges Bewegungsangebot sowie die Förderung sportlich talentierter Kinder an.

Kinderhaus Sternipark

Zudem ist seit 2008 das Kinderhaus Sternipark in der Tornquiststraße beheimatet. Der Bau wurde sehr kindgerecht gebaut, mit hellen Räumen, großen Fenstern – alles befindet sich auf Kinderhöhe. In der Tagesbetreuung im Sternipark wird Wert auf musikalische Früherziehung gelegt, dafür kommt einmal in der Woche ein Musikpädagoge und eine Tanzpädagogin zu den Lütten ins Haus.

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