St. Stephanus wurde 2005 entweiht und wird seither wechselnd genutzt. (© Anja von Bihl )

Eimsbütteler Straßennamen: Die Lutterothstraße

Osterstraße, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße: Lebendige Einkaufsstraßen in Eimsbüttel und all die kleineren und kleinen Wohnstraßen – woher haben sie ihre Namen? kiekmo klärt in lockerer Folge auf.

Die Lutterothstraße ist benannt nach dem Kaufmann und Hamburgischen Senator Ascan Wilhelm Lutteroth. 1783 in Thüringen geboren, errichtete er zur Zeit Napoleons ein umfangreiches Handelsimperium mit Sitz in Königsberg und St. Petersburg. Es waren wirtschaftspolitisch heiße Zeiten, als Schmuggel und Bestechung gang und gäbe waren. 1815 ließ er sich dann in Hamburg nieder und gründete das Handelshaus Lutteroth & Comp., das nach seinen Worten "weit weniger auf das Erwerben, als auf das Erhalten des Erworbenen gerichtet" war. Trotzdem entwickelte sich Lutteroths Firma unter den Vorzeichen des wiedererstarkenden Außenhandels schnell zu einem der führenden Merchant-Banking-Häuser der Hansestadt.

Auf diplomatischen Missionen für Hamburg

Sein erworbener Wohlstand war Voraussetzung dafür, dass Lutteroth sich mit ungewöhnlicher Intensität für die öffentlichen Belange seiner zweiten Heimat Hamburg einsetzen konnte. Nachdem er 1833/34 das einflußreiche Amt des Präses der Commerzdeputation, der späteren Handelskammer, ausgeübt hatte, wurde er 1835 in den Hamburger Rat, der Vorgänger des Senats, gewählt. In diplomatischen Missionen erreichte er für Hamburg günstige Wirtschaftsbedingungen und erwarb sich hohes Ansehen. Außerdem war er als Bevollmächtigter Hamburgs in der Bundesversammlung 1848. Am Ende seines Lebens war er stellvertretender Hamburger Bürgermeister – die höchste Ehre, die ein kaufmännisches Ratsmitglied erlangen konnte. Lutteroth starb am 20. Dezember 1867 in Hamburg.

(© Anja von Bihl )

Gemütliches Wohnen mittendrin

Die Lutterothstraße reicht fast vom Langenfelder Damm bis zum Weiher. Sie ist eine ruhige, grüne Wohnstraße, hauptsächlich mit schönen Etagenhäusern aus der vorigen Jahrhundertwende. Doch es gibt auch ansehnliche Neubauten. Bei näherem Hinsehen entdeckt man viele kleine Geschäfte vom Zeitungsladen bis zum Kosmetikstudio, Kitas, Fahrrad- und Bikeläden. Es gibt Handwerk, sogar einen Fachmann für venezianischen Stuck, Getränkemärkte sowieso. Cafés und Restaurants laden drinnen und draußen zum Verweilen ein. Die Grundschule etwa in der Mitte der Lutterothstraße ist etwas Besonderes. Der große Klinkerbau wurde 1910-12 nach Plänen von Fritz Schumacher erbaut, noch streng nach Mädchen- und Knabenschule getrennt, jede mit einem extra Eingang. Sie war die erste einer ganzen Reihe gleichartiger Schulbauten, die Schumacher als Hamburger Baudirektor errichten ließ.

Die U-Bahnstation Lutterothstraße wurde 1965 eröffnet. (© Harald H. Haase )

Der U-Bahnhof Lutterothstraße wurde im Zuge der Verlängerung der damaligen Eimsbütteler Zweigstrecke der U-Bahn in Richtung Lokstedt gebaut und im Jahr 1965 eröffnet. Ursprünglich endete diese Strecke an der Haltestelle Hellkamp, die nur etwa 300 Meter vom heutigen U-Bahnhof Lutterothstraße entfernt lag. Da die beiden beiden U-Bahnstationen zu nahe beieinander lagen, wurde die Station Hellkamp im Jahr 1964 aufgegeben.

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